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    „Es soll eine Wahl sein“

    Andreas Unterkircher tritt in Natz mit einer Bürgerliste gegen den amtierenden SVP-Bürgermeister Peter Gasser an. Das Interview.

    TAGESZEITUNG Online: Herr Unterkircher, Sie treten als Bürgermeisterkandidat für die Bürgerliste an?

    Andreas Unterkircher: Nachdem die SVP-Ortsgruppen der Gemeinde Natz-Schabs beschlossen hatten, keinen weiteren Bürgermeisterkandidaten zusätzlich zum amtierenden Bürgermeister zuzulassen, hat mich die Gründerin der Bürgerliste Natz-Schabs, Elisabeth Baumgartner Tröbinger, ersucht, für die Bürgerliste als Bürgermeister zu kandidieren. Aus meinem Demokratieverständnis heraus und um der Bevölkerung wirklich auch eine Wahl zu geben, habe ich zugesagt.  

    Warum?

    Da die derzeitigen SVP-Funktionäre in unserer Gemeinde nur den amtierenden Bürgermeister als Kandidaten zulassen, bliebe der Bevölkerung keine weitere Wahlmöglichkeit. Durch meine Kandidatur stehen mindestens zwei Personen zur Auswahl. Damit können alle wahlberechtigten Personen selbst darüber entscheiden, wem sie das Vertrauen schenken und sind nicht auf die Parteivorgaben der SVP angewiesen.

    Hat man Sie um eine Kandidatur auf der SVP-Liste gefragt? 

    Von den SVP-Funktionären wurde ich nie um eine Kandidatur auf einer der SVP-Listen gefragt, obwohl mich sowohl in Aicha als auch im Hauptort Schabs bei den Vorwahlen gleich mehrere Stimmen vorgeschlagen haben.

    Sie waren langjähriger SVP-Ortsobmann in Aicha. Sie wechseln die Fronten?

    Ich war über Jahrzehnte Mitglied des Ortsausschusses Schabs und später Ortsobmann von Aicha. In beiden Fällen wurde ich gegangen. In Schabs stellte die damalige Ortsobfrau eine Unvereinbarkeit zwischen meiner Frau als Bürgermeisterin und meiner Zugehörigkeit im Ortsausschuss fest, und in Aicha hat mir der amtierende Bürgermeister die Funktion als Ortsobmann untersagt.

    Auch Ihre Frau, Marianne Überbacher Unterkircher, war als Bürgermeisterkandidatin im Gespräch. Was tut Sie?

    Meine Frau Marianne wird nach 30 Jahren politischer Arbeit im Gemeinderat, Gemeindeausschuss und als langjährige Bürgermeisterin nicht mehr zu den Wahlen am 10. Mai antreten. 

    Nach dem Streit mit dem Bürgermeister und gerichtlichen Strafverfahren haben Sie den Posten als Gemeindesekretär in Natz-Schabs aufgegeben. Können Sie sich eine Zusammenarbeit vorstellen?

    Ich habe den Posten als Gemeindesekretär keinesfalls aufgegeben, ich bin und bleibe Inhaber der Stammrollenstelle in Natz-Schabs. Sobald ein neuer Bürgermeister das Amt übernehmen wird, werde ich an meine Arbeitsstelle zurückkehren. Inzwischen nehme ich den unbezahlten Wartestand für meine ehrenamtliche Gewerkschaftstätigkeit in Anspruch und kann mich gleichzeitig mehr in den ehrenamtlichen Vereinen und Verbänden auf Orts- und Landesebene engagieren. 

     Interview: Erna Egger

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    Kommentare (24)

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    • Batman

      ES SOLL EINE WAHL SEIN?

      Oder doch so wie bei der „Wahl“ ( 🙂 ) des Landeshauptmanns?
      Unter wieviel Kandidaten konnte EINE Partei (eine schwindende Minderheit der Südtiroler Bevölkerung) auswählen? 🙂
      Warum darf in Südtirol der Landeshauptmann nicht DIREKT gewählt werden?
      WEIL ALLES BEIM ALTEN BLEIBEN SOLL 🙂

    • seppL

      weil die SVP lei machtgeil isch und tien tun sie nix

    • seppL

      weil am System nix geändert wird von Transparenz reden was passiert nix

    • Karin B.

      Die SVP hat Angst vor dem Volk und vor Wahlen. Bei einen oder zwei Kandidaten einer und derselben Partei haben Bürger eine Wahl?
      Gelebte Diktatur kann von der SVP gelernt werden.

    • walter

      Eine Wahl zwischen was? Pest oder Cholera?! 🙂

    • Franz I

      @ Walter,

      hast du noch nicht verstanden, der SVP geht es nur ums Geld das ihr diese SVP-Mandatare – 10% vom Brutto – in die Parteikasse spülen.
      In Südtirol gibt es 116 Gemeinden = ca 108 SVP BM ~ 108x 48.000€ + Referenten 64.000€= 48.000+64000= 112.000€ pro Monat in die Parteikasse!!!
      Diese 112.000€ kommen nur aus den Gemeinden + alle übrigen SVP Politiker,
      da kommt schon ein Batzen Geld zusammen.
      An dieser Stelle frag ich mich, können diese SVP Hamp********/****** nicht wirtschaften?

      • walter

        natürlich hab ich das verstanden! warum glaubst du kritisiere ich diesen Sauhaufen so oft wie es nur geht? 🙂

        aber trotzdem haben sie 5 Millionen Euro Schulden, da können sie ihre Mandatare noch lange melken!!! 🙂

    • andox

      Lese ich hier richtig :“Da die derzeitigen SVP-Funktionäre in unserer Gemeinde nur den amtierenden Bürgermeister als Kandidaten zulassen,“?????????

      Wenn dies tatsächlich der Fall sein sollte, dann wäre es wohl höchste Zeit, dass hier das Demokratieverständnis hinterfragt werden sollte.

      Herr Achhammer ist das der neue Stil???????

      • Inge

        Wenn dem so ist, dann gibt es wie viele behaupten, eine reine svp – Parteidiktatur.

      • xy

        @ andox
        genau so ist es, denn auch in Villanders hat die SVP offene Vorwahlen abgehalten.
        Karl Gruber hat die drittmeisten Vorzugsstimmen eingefahren, und jetzt sagt die SVP diesen nehmen sie niemals auf ihre Liste.
        Warun das, weil er bei der Legislatur gar manche Ungereimtheit ans Tageslicht gebracht hat.
        Sogar vor das SVP Schützgericht wurde er einmal gezerrt, hat dort aber Recht bekommen, aber jetzt versucht man in halt so kalt zu stellen.

      • Klausi

        Andox! Ja es ist der neue Style vom Achhammer…… Er hat nicht nur die Haare schön, so wie Frau Foppa, sondern will jetzt auch noch das Image seiner Partei stylen…. Cleverer junger Bub:-))))) weiter so….bravo und Applaus :-))))))

    • xy

      Wie man sieht is t nicht nur Villanders „anders“, sondern im ganzen Land stinkt es aus allen Löchern.

    • Gebi Mai

      Kriminelle „SVP – Dämpfe“, wie jene von Laimer, Rainer, oder gar noch ätzendere?

    • dina

      Die SVP muß runter von Roß.

    • Garuda

      Ich finde die Aktion und die Kampagne des Herrn Unterkircher einfach ein bodenlose Frechheit.

      Ich habe von einem Bekannten aus der Gemeinde ein Faltblatt gescannt und gemailt bekommen, was wohl direkt oder indirekt Herr Unterkircher bzw. die von ihm (?) gegründete Bürgerliste in der ganzen Gemeinde Natz-Schabs verteilt hat. Ich sage dazu nur folgendes:

      1. Es ist eine bodenlose Frechheit und unter jedem Niveau, was in diesem privat in die Postkästen der Haushalte der Gemeinde eingeworfen worden ist: Niveaulos vom Stil und von der graphischen Gestaltung, unter jedem Niveau vom Inhalt her.

      2. Anscheinend eine Schmutzkübelkampagne der Familie Unterkircher (Stammrolleninhaber aber nicht aktiver Gemeindesekretär und ehemalige Bürgermeisterin), die ich mir als Bürgermeister niemals gefallen lassen würde. Ich würde sofort und unverzüglich Klage führen wegen Ehrenbeleidigung und übler Nachrede. Wie lange dabei Herr Gasser noch zusieht, verstehe ich nicht.

      Nun bin ich wahrlich kein Freund der SVP, was aber hier betrieben wird von Seiten eines Gemeindesekretärs und seiner Bürgerliste, ist so infam, dass in dem Falle sogar mit Freude in jener Gemeinde die SVP wählen würde.

      Denn man stelle sich vor: Würde Herr Unterkircher zum BM gewählt werden, würde der Stammrolleninhaber als Gemeindesekretär der Gemeinde Natz-Schabs als nicht amtierender Inhaber BM werden und die alte Riege der Ex-Bürgermeisterin Marianne Überbacher-Unterkircher auferstehen.

      Ja dann gute Nacht, Natz-Schabs.

      • Gebi Mai

        Was Sie als landesweiter vp Mitläufer finden, interessiert niemanden. Sie sind auf alle Fälle viel infamer.

        • Garuda

          @Gebi Mai

          Warum so zornig JUliane? Darf hier niemand nur ein gutes Haar an der SVP lassen, sonst wird er gleich niedergeschrieen oder niedergeschrieben?

          Worin liegt das infame meines Kommentars im Gegensatz zu jenem Flugblatt?

          Wenn ich könnte, würde ich es hier direkt veröffentlichen, denn immerhin hat es die Bürgerliste der Gemeinde Natz-Schabs als Einwurf in alle Postkästen der Gemeinde ja selbst veröffentlicht, denn nicht nur das ist veröffentlicht, was in der Zeitung steht, sondern auch ein Postwurf oder Flugblatt ist in dem Moment veröffentlicht, wo es meine Privatsphäre verlässt und außer Hause kommt.

          • Unterkircher Andreas

            Wenn Sie von bodenloser Frechheit und Ehrenbeleidigungen sprechen, sollten Sie korrekterweise auch einen Passus aus dem Flugblatt zitieren, dann könnten sich die LeserInnen selbst ein Bild von IHREN Verleumdungen machen!
            Wer in Natz-Schabs eine „Schmutzkübelkampagne“ führt, wird die Bevölkerung schon selbst hinterfragen und darüber befinden.
            Ich wünsche weder Ihnen noch sonst einem Menschen, dies mitmachen zu müssen, was ich unter dem amtierenden Bürgermeister in Natz-Schabs erleiden musste.

            • Garuda

              @Unterkircher Andreas

              Sie mögen Recht haben, dass Sie Einiges oder gar Vieles mitgemacht haben, das habe ich auch nicht in Abrede gestellt, aber ich finde, dass das Flugblatt der Bürgerliste, deren Kandidat Sie ja bekanntlich sind, gegen den politischen Mitbewerber sehr arg ins Gericht geht.

              Mich interessieren die persönlichen, zwischenmenschlichen Beziehungen nicht, ich finde die Art des Vorgehens einfach nur schlimm. Und dies darf ich als erwachsener, nicht in jener Gemeinde in die Wählerlisten eingetragener Auslandssüdtiroler doch feststellen und auch einbringen, wo doch eine Meinungsfreiheit besteht, von der Sie ja bekanntlich durch das Flugblatt ja auch Gebrauch gemacht haben.

              Ich wünsche den Kontrahenten nur so viel, mögen sich die GemeindebürgerInnen ein Urteil bilden für die Wahl am 10. Mai.

    • Luis

      Bravo Herr Unterkircher auf gehts !!!

    • Gebi Mai

      Eine Wahl ohne Auswahl fällt nicht einmal unter den Begriff Scheinwahl.
      Da waren die Apparatschiks im Osten, vor 40 Jahren schon einfallsreicher.

    • Mag. Philipp Überbacher

      Sehr geehrter Herr Garuda!

      Herzlich willkommen im Disput!

      Den Menschen ist die Wahrheit zumutbar, hat bekanntlich Ingeborg Bachmann geschrieben.
      Wenn hier ein Mut-bürger auftritt und den Wählern und Wählerinnen der Gemeinde Natz- Schabs durch kluges Recherchieren und jahrelanges Dokumentieren – oder sind ihnen etwas die Gerichtsspesen der Gemeindeverwaltung von Natz Schabs, genauestens angeführt im Gemeindeblatt in den lezten Jahren entgangen?????- in Form eines zugegeben einfachen Flugblattes zukommen lässt, die Wahrheit auf den Punkt bringt und so zur Aufklärung von Ungereimtheiten in der Gemeindeverwaltung der letzten Jahre beiträgt, zudem noch den Mut hat gegen eine Übermacht von SVP Grande von Natz und Viums als David den Kampf gegen Goliath aufzunehmen, dann kann eigentlich nur noch von so einer Persönlichkeit der Hut gezogen werden und gesagt werden: Gott sei Dank, gibt es noch Bürger, die sich das antun.

      Sehr geehrter Herr Garuda. Also treten sie ernsthaft mit ihrem Gesicht und ihrem Namen fair in den Diskussionsprozess, verstecken sie sich nicht feige hinter Pseudonymen und werden sich endlich auch reif für die hart erkämpfte Demokratie unserer Tiroler Vorfahren.
      Alles andere ist reine Zeitvergeudung.
      mfg. Mag. Überbacher

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