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    Verspielte Millionen

    Verspielte Millionen

    Die andere Medaille der Spielsucht: Jährlich fließen rund 40 Millionen Euro an Glücksspiel-Steuern in den Landeshaushalt. 

    Für den Südtiroler Landeshaushalt ist das Glücksspiel ein durchaus lohnendes Geschäft. Jährlich fließen rund 40 Millionen Euro aus den Glücksspiel-Steuern des Staates in den Landeshaushalt.

    Darauf verweist der Landtagsabgeordnete der BürgerUnion, Andreas Pöder.

    Seit 2012 sind die Steuereinnahmen aus dem Glücksspiel in Südtirol deutlich angestiegen. Waren es 2012 noch knapp unter 30 Millionen, so waren es 2013 bereits 40 Millionen – und auch für 2014 waren fast 40 Millionen Einnahmen prognostiziert.

    Andreas Pöder

    Andreas Pöder

    Im Jahr 2015 rechnet das Land immerhin noch mit 37 Millionen Euro Rückflüssen vom Staat aus den Glücksspiel-Steuern.

    Andreas Pöder hat nun einen Gesetzentwurf eingebracht, mit dem neue Maßnahmen gegen die Flut der Spielautomaten und gegen die Spielsucht getroffen werden sollen.

    Zuallererst sieht der Gesetzentwurf die Einführung des Höchstsatzes der IRAP-Steuer für jene Betriebe vor, die Spielautomaten aufgestellt haben.

    „Wer allerdings bereits aufgestellte Spielautomaten nachweislich entfernt, soll für zwei Jahre mit einer Steuerverringerung belohnt werden“, so Pöder.

    „Mit der Steuererhöhung für jene, die Spielautomaten aufgestellt haben sollen künftig zusätzliche Maßnahmen gegen die Spielsucht und zur Bewältigung der Spielsucht finanziert werden und wer sich dazu entscheidet, die bereits aufgestellten Glücksspielgeräte zu entfernen, soll eine zeitlich befristete Entlastung erhalten.“

    Seit 2010 gilt ein Abstand von Schulen, Krankenhäusern und Sozialsprengeln von 300 Metern, innerhalb dieses Radius dürfen keine Spielhallen errichtet oder Spielautomaten aufgestellt werden.

    Diese Regelung hat durchaus zu einer Eindämmung des Phänomens beigetragen.

    Pöder sieht in seinem Gesetzentwurf die Ausdehnung des 300-Meter-Abstandes auf einen halben Kilometer vor und gleichzeitig soll dieser Abstand künftig auch von Bushaltestellen und Zugbahnhöfen eingehalten werden müssen.

    „Natürlich wäre es sinnvoll, wenn man diese unseligen Glücksspielhallen und Slot-Maschinen einfach verbieten könnte“, so Pöder.. Aber hier schiebt der Staat durch seine Untätigkeit einen Riegel vor. Immerhin kassiert der Staat mit dem Glücksspiel über 10 Milliarden Euro an Steuern im Jahr. Letztlich sind diese Zahlen aber ein Nullsummenspiel, denn der Schaden der durch das Glücksspiel angerichtet wird ist höher und fällt bei der Behandlung von Kranken deutlich höher ins Gewicht, als der Staat für einen Spielsüchtigen an Steuern kassiert hat.“

     

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    Kommentare (12)

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    • Karin B.

      Darüber könnten die SVP – Parteiknechte im Forum ankämpfen und „schreiben“. Die Landesregierung bereichert sich damit als Adabei?!

    • Puschtrabui

      Die italienische Regierung schiebt das vor sich her…. oder anders gesagt die Mafia will nicht dass sich was ändert und die Politik ist Diener der Herren aus Mafia, oder viele Politiker stecken selbst in diesen Kreisen fest, sonst hätten sie letztes Jahr nicht einen hohen Milliardenbetrag einfach denen als Condono geschenkt und das lohnende Geschäft darf ruhig weitergehen auf Kosten der Bürger! Also wenn wir ohne Spielautomaten besser wegkommen und viele Krankenspesen sparen würden, wieso ändert sich nicht gleich was…. wenn die Politiker wollen geht so ein Gesetz in Windeseile durch, in Rom und auch in Bozen…. man siehe die Politikerrentengesetze…. das geht über Nacht 🙂

    • Puschtrabui

      Die Rentengesetze gehen über Nacht …. solche Gesetze der Spielsuchtbekämpfung liegen Jahrelang bei der Regierung herum und es tut sich nichts, klar die Mafia würde nichts verdienen und die ist ja eng verstrickt in Italien mit der Politik, oder wieso geht da nichts weiter, wenn eh damit auf lange Frist gespart würde? Achja die Spielmafia unterstützt mit Parteispendengelder die Parteien…. und deswegen haben sie diese Woche das Gesetz gestürzt das Partei Spenden vor den Wahlen offenlegen soll und limitieren…. aufgewacht und das Volk sieht tatenlos zu und wählt immer die gleichen Mafiabrüder!

    • Mike

      wieviel hat das Land für die Suchtprävention bereitgestellt?
      waren es 1 oder 1,5 Prozent von dem was mit Glückspiel eingenommen wurde?
      Wieviel nimmt der Staat oder das Land mit Internetspielen ein? Ich wette gar nichts!

      Ich würde mir so eine Einnahmequelle nicht entgehen lassen. Deppen die ihr Geld verspielen, wird es immer geben.

    • Unternehmer

      Wenn man bedenkt dass ca. 700 Mio. Euro allein in Südtirol verspielt werden, dann sind diese 37 Mio. öff. Einnahmen sehr wenig. Wenn diese 700 Mio. in den täglichen Konsum fließen würden, würden zum einem Arbeitsplätze geschaffen und es würden ca. 150 Mio. an MwSt. fällig. Bei 90% wären das dann ca. 135 Mio. Abgesehen von der Spielsucht selbst, ist jeder verspielte Euro somit ein Verlust für die Wirtschaft, für die Arbeitsplätze und für die öffentlichen Kassen.

    • cif

      @Unternehmer so ist es. Alle Geldspielautomaten gehören verboten, das
      Suchtpotential ist nachweislich bei diesen Automaten am grössten. Wer spielen will, soll nach Innsbruck fahren!

    • Franz

      cit
      Spielautomaten sind in der Tat gefährlich.
      Aber wer heute spielen will, braucht nicht nach Innsbruck zu fahren der braucht nicht einmal mehr aus dem Haus zu gehen, das ist noch wesentlich gefährlicher. Da gibt es überhaupt keine Kontrolle.

    • Franz

      Puschtrabui
      So ist es , der Staat die Regierung Letta hat den Glückspielunternehmen einen Skonto gemacht und den Betrag von 90 Millirden € auf 2.5 Millirden € reduziert später wurde dieser Betrag auf 600 Millionen € reduziert.
      Letta und Co haben in diesen Jahren von der „Stiftung VedrO‘“ denen unter anderem auch die Glückspielunternehmen angehören ordentliche Gelder erhalten Siehe > LINK. >
      http://www.giornalettismo.com/archives/1179933/le-iene-enrico-letta-e-i-fondi-ottenuti-dalle-lobby-del-gioco-dazzardo/

    • Bernd

      Pöder & Co will sämtliche Automaten entfernen. Dies ist zur Zeit populär, bringt Sympathien und viele Wählerstimmen ein.
      Aber: Heute ist jedes Glückspiel auch mittels Smartphone oder am PC ganz einfach möglich (viele online Plattformen sind komplett illegal oder der Rechtsitz befindet sich im Ausland z.B. Malta, wobei dem Staat viele Steuereinnahmen entgehen ).
      Frage: Welchen Sinn macht es, wenn man vom Staat kontrolliertes Glücksspiel komplett verbietet – zweifelhaftes und oft illegales online-Glückspiel aber toleriert?

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