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    Der flexible Rudi

    _AAA6916_1Die Geschichte des Berufspolitikers Rudi Benedikter. Oder: Was man alles tut, um ein bezahltes Pöstchen zu ergattern. 

    Was man nicht alles tut, um ein bezahltes Pöstchen zu ergattern.

    Rudi Benedikter sitzt seit über zwei Jahrzehnten im Bozner Gemeinderat. Eine politische Ewigkeit.

    Obwohl er es zigmal versucht hat: Der große Sprung in den Landtag blieb ihm bislang versagt.

    Und so musste der politisch sehr ambitionierte Rechtsanwalt eben mit dem Stadtparlament Vorlieb nehmen. In die Stadtregierung schaffte er es  nicht. Als Präsident des Gemeinderates aber verdiente sich Benedikter ein paar Tausender im Monat dazu. Doch in der laufenden Amtsperiode war für auf dem Präsidentensessel kein Platz.

    Benedikter wurde nur „Beauftragter für den Virgl“.

    Als solcher war er ein Schatten-Assessor ohne Macht, ohne Budget– und ohne Entschädigung.

    Was Rudi Benedikter in den vergangenen Jahren als Beauftragter für den Virgl auf den Weg gebracht hat, weiß nur er selbst.

    Überhaupt ist Benedikter ein Meister in Sachen Flexibilität.

    Zu Beginn der Amtsperiode war er ein Fan des Benko-Projektes, jetzt ist er dagegen.

    Vor wenigen Wochen noch wollte er auf der Liste der SVP für den Gemeinderat kandidieren. Damit wäre ihm ein (bezahlter) Posten so gut wie sicher gewesen.

    In der SVP war der Widerstand aber zu groß, man wollte den eitlen Rudi nicht, weil er vier Jahre lang eine Nervensäge ist – und vor den Wahlen plötzlich herwärts schaut.

    Mit den Grünen wollte Rudi Benedikter nicht mehr ins Rennen gehen, weil diese – nach dem Bruch zwischen Gigi Spagnolli und der Grünen-Spitze – der künftigen Stadtregierung wohl nicht mehr angehören werden.

    Was macht der clevere Rudi B.?

    Er kandidiert auf einer Stadtliste, er gräbt sein altes „Projekt Bozen“ wieder aus.

    Mehr als ein Projekt Bozen ist es ein Projekt Rudi B.

    Das Kalkül Benedikters: Er sichert sich, mit etwas Glück, einen Sitz im Stadtparlament. Den Bürgermeisterkandidaten Spagnolli unterstützend steht er dann – im Unterschied zu seinen ehemaligen Weggefährten bei den Grünen – in der ersten Reihe, wenn es nach der Wahl darum geht, die Pöstchen zu verteilen.

    Rudi Benedikter stellt seine Liste am Freitag vor.

     

     

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    Kommentare (30)

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    • Hubert

      Ja, wenn die Wähler so dumm sind und diese ewigen Absahner wählen…., na dann nur Mut!

    • Tiroler

      Hat er wohl von der helene Artioli gelernt

    • Muse

      Weg mit den alten Berufspolitikern, neue Gesichter wählen. Keiner soll öfter als 2x hintereinander auf demselben Sessel sitzen. Das ist die einzige Gewähr, dass ein Großteil der schrägen Allianzen und krummen Geschäfte eingedämmt werden können.

    • Thomas Egger

      Ja, ja, wer Partei oder Liste wechselt ist halt ein „Opportunist“, ein „Wendehals“ oder bestenfalls „flexibel“. Wer hingegen stets brav innerhalb derselben Partei werkelt, zwar öfter Meinung wechselt aber sich dort elegant nach oben schleimt, wer sich nie weit aus dem Fenster lehnt, ja, der ist wohl ein guter, edler Charakter…..

      • Susi Q

        @Thomas Egger
        Andere Inkompetente versuchen halt, wenn sie es in der eigenen Partei nicht geschafft irgendwo anders im
        Deckmantel einer anderen Partei, mit Arschkriechen nach oben zu kommen.

      • Andreas

        Es geht eher um Glaubwürdigkeit und dass man immer den Eindruck hat, dass es den Wechslern nicht um die Sache, sondern um einen Posten geht, wie Frau Artioli eindrücklich bewiesen hat.

        Die Problematik bei Idealisten und klugen Köpfen sehe ich darin, dass es eigentlich unmöglich ist alle Thesen einer Partei zu vertreten, da Parteien aus opportunistischen Gründen einigen Blödsinn verbreiten, wobei bei diesem Thema die Freiheitlichen als Beispiel verwendet werden könnten.
        Gut, bei denen hab ich eher den Eindruck sie glauben ihre teilweise recht bescheidenen Aussagen sogar noch, so wie jetzt wo STF, Pöder und sie sich irgendwie zum Wohle Südtirols vereinen wollen.
        Ich bin zwar immer noch der Meinung, dass 2 Kranke noch keinen Gesunden ergeben, aber man wird ja sehen 🙂

        • Karin B.

          Wie viele Opportunisten sammeln sich in und um die Sammelpartei, um die SVP – Regierung die jedes Jahr Milliarden Euro verteilt, den Entscheidungsleitstellen der SVP – Regierung, uvm.
          Der Opposition stehen keine Milliarden „Futtertröge“, kaum Regierungssessel, …, keine Macht zur Verfügung, außer parlamentarische Anfragen. Einzig und allein eine bescheidene politische Kontrolle mit sehr geringen personellen und finanziellen Mitteln. Umso wichtiger ist es, dass sich die Wähler bewusst werden, dass Macht Kontrolle braucht.
          Wenn im Bozner Gemeinderat ständig innerhalb weniger Tage, Wochen, …, die Listen, Listenverbindungen, …, von Link bis Rechts neu vermengt werden, ist es bestimmt keine Überraschung, dass sich Oppositionspolitiker ständig neu orientieren müssen.

          • Andreas

            Bankenpius und Bombenulli sind trotz ihres sinnlosen Politikerlebens doch wirklich nicht zu kurz gekommen.

            • Karin B.

              Dass ein svParteiknecht in seiner diktatorischen Überheblichkeit nicht verstehen mag wie wichtig die Opposition für die svp selber ist, lässt wirklich nichts Gutes erahnen.
              Thema: Der flexible Rudi und nicht der überhebliche svParteiknecht.

            • Susanna

              zwei Kranke ergeben keinen Gesunden, herrlich 🙂

            • Karin B.

              Viele Kommentare des svParteiknechtes sind entbehrlich. Viele Leser im Forum können darauf verzichten, weil sich der svParteiknecht bei vielen Themen nicht auskennt.

      • H.m.

        Etwas Wahres ist wohl dran am Kommentar des Thomas Egger. Eine interessante Frage hätte ich an ihn: Wen wählen Sie den jetzt in Sterzing?

    • THEMA

      Hoffentlich wird er nicht noch Beauftragter für das Bahnhofsviertel. Sonst nimmt es wahrscheinlich das gleiche Ende wie der Virgl.

    • Gunti

      Wenn man ihn nicht mehr haben will, einfach nicht mehr wählen….

    • Demosthenes

      Man mag zu Rudi Benedikter stehen, wie man will.
      Die Denkweise jedoch, dass Mann/Frau gefälligst bei SVP oder Grünen zu sein hat, da nur dort konstruktive Politik gemacht wird, ist lächerlich und arrogant!

      Er sitzt über 20 Jahre lang im Gemeinderat von Bozen, länger als jeder Andere, wird also von einem Gutteil der Bozner immer wieder gewählt.
      Dieser Umstand stachelt die Neider natürlich an.

    • Susi Q

      Aus diesem bankrotten Gemeindeparlament, mit seinen bankrotten Parteien wie Grüne, SVP, Fratelli d’Italia, Forza Bolzano, Forza Italia und wie sie sonst noch alle heißen mögen, wird auch in Zukunft nicht mehr viel Fruchtbares kommen. Besetzt mit solchen Opportunisten und „Chamäleon-Typen“, die ständig ihre Meinung ändern und ihr Mäntelchen nach dem Wind hängen. Heute so und morgen anders.
      Für mich die einzige Alternative Movimento 5 Stelle 

    • Alfons Zanardi

      Ziemlich gehässiger und unsachlicher Artikel, das klingt eher wie eine persönliche Retourkutsche eines – offenbar – unbekannten Journalisten. Der Autor/in sollte so etwas namentlich kennzeichnen.

    • Kurt W.

      Meines Wissens hat Rudi B. immer den Mitte-Links Bürgermeister untertützt und ist immer mit Projekt Bozen angetreten. Von dem her stimmt genau das Gegenteil von dem, was der Artikelschreiber behauptet. Dass bei der TZ die Recherche nicht erfunden wurde, sollte hinlänglich bekannt sein…

    • Bob

      ich warte immer noch geduldig auf das Projekt Virgl –

      • Batman

        Hey Bob mal langsam und nicht so hastig, zuerst kommt das Projekt Bozen und dann erst das Projekt Virgl oder habe ich die Reihenfolge jetzt nicht richtig verstanden?

      • Wicki

        Zuerst kommt Benko mit seinen „Freunden“ zum wiederholten Male nach Bozen, um zu beteuern, dass er viele Verbindungen auch zu „korrupten“ Politikern hat und nicht nur eine Verbindung auf den Virgl anstrebt.

    • hh

      Ich fürchte mich jetzt schon von der Wahlpropaganda, die tonnenweise in meinem Briefkasten landet. Plòtzlich wissen alle Kandidaten wie ich heisse und wo ich wohne. Komisch. Und nach den Wahlen grüsst kaum noch einer wenn man ihn trifft. Noch komischer………

    • Batman

      Wicky Achso zuerst kommt die „Benko-Marende“, dann das „Projekt-Bozen“ und dann das „Projekt Virgl“.
      Sind wir zur Marende auch eingeladen oder dürfen wir nur bei der Show im Palais Menz dabei sein?

    • Georg

      Ja, der Rudi Benedikter hat es schon immer verstanden, bestimmten Strömungen in den Rücken zu fallen, wenn sie ihn nicht die vorderen Plätze besetzen ließen oder wenn die Gefahr bestand, dass an Stelle von ihm jemand anderer bevorzugt werden könnte.

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