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    Das 10-Milliarden-Projekt

    Bildschirmfoto 2015-03-19 um 20.35.42Mit dem Tunnelanschlag für den Hauptstollen des BBT wurde am Donnerstag in der Nähe von Innsbruck die entscheidende Phase für die künftige alpenquerende Verkehrsverbindung zwischen Italien und Nordeuropa eingeläutet. 

    „Das Projekt ist für die Umwelt und Wirtschaft von großer Bedeutung“, so LH Arno Kompatscher, „aber auch die Tiroler Landesteile rücken dadurch wieder etwas näher zusammen.“

    Der Bau des 64 Kilometer langen Brenner-Basis-Tunnels (BBT) ist das Kernstück des Skandinavien-Mittelmeer Korridors, und nach seiner Fertigstellung wird es der längste Eisenbahntunnel der Welt. Neben den Hauptleuten von Tirol, Südtirol un Trentino, Günther Platter, Arno Kompatscher und Ugo Rossi, nahmen daher auch hochrangige Gäste aus ganz Europa, wie die EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc, der EU-Koordinator Pat Cox und die Verkehrsminister der Alpenländer in Innsbruck am Empfang zum offiziellen Tunnelanschlag für den Hauptstollen teil.

    „Die Bedeutung dieses Projektes liegt nicht nur auf europäischer Ebene, sondern gilt besonders auch für Südtirol, Tirol und das Trentino“, hob Landeshauptmann Arno Kompatscher bei dem Empfang vor der Hofburg hervor. „Es handelt sich um eine innovative, umweltfreundliche und grenzüberschreitende Schienenverbindung, die neben der wirtschaftlichen Relevanz auch ein wichtiges verbindendes Element in Europa sein wird“, lobte Landeshauptmann Kompatscher das Projekt.

    Arno Kompatscher, EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc, LH Günther Platter und EU-Koordinator Pat Cox

    Arno Kompatscher, EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc, LH Günther Platter und EU-Koordinator Pat Cox

    Tirols Landeshauptmann Platter erklärte seinerseits: „Die alpenquerenden Verkehrsverbindungen sind maßgeblich für die wirtschaftliche Entwicklung und den sozialen Zusammenhalt der nördlichen und südlichen Länder sowie der Alpenregionen. Tirol ist nicht nur das Herz Europas, sondern steht heute auch im Mittelpunkt der europäischen Verkehrspolitik.“

    Willkommen hießen die beiden Landeshauptmänner Platter und Kompatscher auch insgesamt 35 Bürgermeister aus den Ortschaften entlang der Brennerachse. „Der BBT ist ein Meilenstein für eine zukunftsgerichtete Entwicklung des Güterverkehrs, aber auch des Personennahverkehrs“, sagte Kompatscher, „er schafft eine wichtige Verbindung für und mit Europa und bedeutet den weiteren Abbau von Grenzen.“ Der BBT werde eine maßgebliche Entlastung für die Bevölkerung von Tirol und Südtirol darstellen. Allerdings müsse die EU noch notwendige Begleitmaßnahmen schaffen, damit der Tunnel auch entsprechend genützt wird. „Hier herrscht in wahrsten Sinne des Wortes höchste Eisenbahn“, mahnte Platter.

    Durch den Bau des BBT würden Wirtschaftsimpulse für die ganze Region gesetzt, hieß es.

    Laut Landeshauptmann Platter wird sich die Bruttowertschöpfung auf 15 Milliarden Euro belaufen.

    Davon verbliebe fast ein Drittel in Tirol und Südtirol, und im Rahmen der gesamten Bauzeit des BBT würden über 150.000 neue Jahresarbeitsplätze geschaffen, so Platter.

    Der Bau soll bis zum Jahre 2026 realisiert werden. Die prognostizierten Gesamtkosten belaufen sich derzeit auf rund zehn Milliarden Euro. Davon werden 50 Prozent der Planungskosten und 40 Prozent der Baukosten von der EU kofinanziert und der Rest je zur Hälfte von Österreich und Italien getragen.

    Die Personenzüge werden mit bis zu 250 km/h und die Güterzüge mit 120 bis 160 km/h durch die Alpen fahren. Die Reisezeit von Innsbruck nach Bozen verkürzt sich somit von derzeit zwei Stunden auf 45 Minuten, und die Beförderungszeit von Gütern wird von gegenwärtig drei Stunden auf die Hälfte reduziert.

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    Kommentare (23)

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    • Andreas

      Sehr gutes Projekt.
      In 50 Jahren wird niemand mehr verstehen, warum jemand dagegen sein konnte, so wie z.B. bei der Mebo.
      Viele großen Bauten wurden bei ihrer Entstehung kritisiert und als Geldverschwendung abgetan, doch trotzdem läuft die halbe Welt zum Eifelturm, zu den Pyramiden oder zum Petersdom.

      Die Kosten werden sich verdoppel oder verdreifachen, was aber egal ist, viele Menschen haben Arbeit.
      Wenn man so lange keinen Krieg hat, gibts halt sonst nicht mehr soviel zu bauen. 🙂

      • Gregor Beikircher

        @Andreas
        Immer wird behauptet, dass es eine große Gegnerschaft gegen die mebo gegeben habe. Das ist nur die halbe Wahrheit und eine halbe Wahrheit ist auch eine Lüge. Die Gegnerschaft hat es vor allem gegen die vierspurige Mebo gegeben, gegen eine zweispurige Mebo (die man später hätte ausbauen können) hatte fast niemand etwas dagegen. Auch gegen einen Scheiteltunnel von Steinach nach Sterzing mit mehrenen kleinen Umfahrungstunnels an der weiteren Strecke und einer rigorosen Verlagerung der Waren von der Straße auf die Schiene hat kaum jemand etwas dagegen. Das hatte ich bereits 1985 vorgeschlagen. So wie es aber jetzt kommt, wo man immer noch frei stellt, wo die Ware trasportiet wird, Straße oder Schiene, wird es kaum Umlagerungen geben, weil der Transport im BBT immens teuer sein wird und dieser 2026 noch lange nicht fertig sein wird, abgesehen davon, dass von den langen Zulaufstrecken bis Salurn bis heute nicht einmal ein Maximalprojekt existiert.

        • Andreas

          Der Transport auf der Schiene ist momentan teuer, wobei teuer relativ ist.
          Es würde reichen den Transport mit Lastwagen durch extrem hohe Straßennutzungsgebühren zu belasten und der Zugtransport wäre von einen Moment auf den anderen günstig.
          Transport sollte grundsätzlich viel teurer werden um den Unsinn, jeden Mist um die halbe Welt zu schippern, zu vermeiden.

          Ob der jetzt 5 Jahre früher oder später fertig wird ist nicht entscheidend, wenn man bedenkt wieviele Jahre er genutzt werden wird.
          Beim Dom von Köln haben sie auch über 300 Jahre gebraucht.

          • Bernhard

            Recht viel Ahnung vom Transportwesen hast du wohl nicht, oder?
            Der BBT ist ein Milliardengrab, irgendwelche Politiker wollten sich mit diesem unsinnigen Grossprojekt ein Denkmal setzen, weiter nichts. Wie soll ein BBT funktionieren, wenn die Bahn nicht funktioniert? Wir wissen, wie die Bahn in Italien, also leider auch bei uns in Sùdtirol, funktioniert, nàmlich gar nicht! Oder kannst mir erklàren, warum ein Containertransport von Triest nach Hamburg 2 Wochen mit dem Zug unterwegs ist?? Mit dem LKW ist in 1 1/2 Tagen alles erledigt. Glaubst du, die Kunden akzeptieren so eine lange Lieferzeit? Dann lebst du in einer ander Welt, tut mir leid! Es gibt keine Alternative zum LKW-Verkehr, daran wird auch dieser unsinnige Tunnel nichts àndern. Typisches Geschwàtz von Leuten, die von der Matereie keine Ahnung haben. Genauso wie die Politiker, die diesen Blòdsinn beschlossen haben. Blablabla…und keine Ahnung von der Wirklichkeit!

            • Andreas

              Es gab mal Leute die meinten es gibt keine Alternative zu Pferden.

              Das mit dem Akzeptieren der Lieferzeiten hat mit den Kosten zu tun.
              Wenn ich jetzt einen Sattel abends in Verona laden lassen kann und der am nächsten Vormittag in München für 800 -1.000 Euro ablädt, dann ist klar, dass der LKW verwendet wird. Wenn die Kosten bei 4.000 Euro wären, würden die meisten Kunden aber ein paar Tege später akzeptieren, sofern es sich nicht um verderbliche Ware handelt.
              Oder sie würden früher bestellen um den gewünschten Termin halten zu können.

              Keine Ahnung aus welcher Branche Du bist, nehme an Transport, Du solltest aber berücksichtigen dass Menschen sehr einfallsreich werden, wenn sie gezwungen sind Lösungen zu findenn.
              Alle sagten das geht nicht, da kam einer, der wusste das nicht und hat es gemacht 🙂

            • christian waschgler

              Der BBT wird am Verkehrsaufkommen auf der Autobahn gar nichts ändern. Die Bahn ist viel zu langsam, ich kann nur bestätigen was Bernhard schreibt. Die Befürworter sollten beispielsweise einmal versuchen mit der Bahn etwas von Ulm nach Bruneck zu schicken – sie werden lange warten müssen und es wird teuer werden. Investitionen in die Bahn sind überholt. Umweltfreundlicher ist die Bahn bestimmt nicht. In Deutschland wird gerade einmal 4 % des Energieverbrauchs aus sauberer Wasserkraft produziert, die 96 restlichen % verteilen sich auch Kohle, Gas, Öl und in sehr geringen Ausmass aus Atomstrom, Wind – und Solarkraft. Ausserdem zeigt sich immer wieder an den Chemieunfällen bei der Bahn wie sorglos hier gearbeitet wird.

          • Gregor Beikircher

            @Andreas
            Über die wirklichen Geschehnisse zum BBT werden wir sowieso häufig belogen. Man kann all diesen Berichterstattern keinen Glauben mehr schenken. War mehrere Jahre bis zu seinem Tod mit dem österreichischen Chefingenieur Ing. Neuner in persönlichem Kontak. Er bevorzugt den Scheiteltunnel zwischen Sterzing und Steinach bzw. eine Untertunnelung der Stubaier Alpen in Verbindung mit einer direkten Strecke München-Garmisch-Inntal-Passeier-Meran. Wäre weit kürzer, einfacher und kostengünstiger zu bauen gewesen und schneller sowieso.

            • Andreas

              Welche Geschehnisse meinen Sie?
              Ich halte den Tunnel für zukunftsweisend und klar wäre es besser, wenn nicht jeder Beteiligte versuchen würde irgendwo Geld abzuzapfen. Wenn sich dies vermeiden ließe wäre es gut, wenn nicht, was soll´s, in 50 Jahren redet keiner mehr davon.

              Welche Verbindung die bessere wäre, kann ich nicht beurteilen, jedenfals ist es richtig, dass gebaut wird und damit die Möglichkeit geschaffen wird, den Transport mehr auf die Schiene zu verlagern.

          • Karin B.

            Viele Kommentare des svParteiknechtes sind entbehrlich. Viele Leser im Forum können darauf verzichten, weil sich der svParteiknecht bei vielen Themen nicht auskennt.

    • bh ausziehen sofort

      Ich zitiere Georg Trakls Werk Grodek: Die ungeborenen Enkel!

    • Goggl

      Der BBT sollte schon seit 40 od. 50 Jahren sein! Wie viele Krebskranke, Allergien und Herzerkrankungen haben wir dem Transitverkehr zu verdanken? Solange das Wipp- und das Eisacktal sowie das Unterland mit CO2 vollgepumpt wird, wird dort ein gesundes Leben kaum möglich sein.

      Wieso werden niemals die Krebsstatistiken entlang der Brennerautobahn veröffentlicht?

      Das währe doch mal was liebe TZ.

    • Zenzi

      In Innsbruck landen und starten alle Bitt-für-uns große Flugzeuge, und zwar alle über die Stadt, beim Einflug und beim Ausflug, je nach Wind, nicht hoch über den Dächern der Stadthäuser, von der Theresienstraße gut sichtbar, und kein Tiroler regt sich auf. Bei der Autobahn wird immer von Umwelt debattiert, sind Flugzeuge umweltfreundlicher, oder geht es ums Kassieren?

    • Karin B.

      Wo ist Lupi mit seinen Freunden und Verwandten verblieben?

      • Susi Q.

        Sie sind zum „Rolex-Shopping“!

      • Puschtrabui

        Dieses Projekt ist wie viele andere nur gemacht und von der Politik durchgedrückt worden um dass die bestimmten Lobbies verdienen, wo Steuergelder fliessen ist die Mafia nicht weit, Lupi ist weg und die haben schon entschieden wer der Nachfolger von Lupi werden wird, damit die richtigen Projekte und Geldflüsse nicht versiegen 🙂 Wie war das mit der österreichischen Studie die nie veröffentlicht wurde???

    • Roberto

      Der BBT ist ja nur ein Teilstück des Skandinavien-Mittelmeer Korridors, ergo wenn im Jahr 2026 der Tunnel fertig sein sollte, fehlt ja noch die Verbindung bis nach Verona und im Anbetracht des aktuellen Baufortschrittes dürfte so angesichts der vielen Verzögerungen, die gesamte Strecke ca. im Jahr 2060 fertig sein.
      Wozu braucht dann noch Europa eine Nord-Süd Schienen Verbindung für den Waren Transport, wenn fast alles aus dem nahen und fernen Osten herantransportiert wird, ob jetzt die Flotten der Containerschiffe nach Triest, Genua oder gleich nach Rotterdam, Hamburg, Oslo oder Göteborg fahren spielt doch keine Rolle. Wozu in Triest die Ladung der Containerschiffe löschen um diese auf den Zug zu verlegen und anschließend nach Holland, Deutschland, Norwegen oder Schweden zu fahren?
      Das Vorhaben der Nord-Süd Schienen Verbindung stammt aus den frühen 60-er Jahren, als man in Europa fast alles selber produzierte was man brauchte. Heute sind die Produktionsstätten weit in die Welt ausgelagert und kommen meist nur per Schiff oder Flugzeug nach Europa. Also ist dieses Vorhaben den großen Warentransport von der Straße auf die Schiene zu bringen gescheitert. Eine Verbesserung des Transportwesens würde es geben, wenn die Leerfahrten oder die unnützen Warentransporte gesetzlich von der EU unterbunden wären. Für den Personentransport hätte ein qualitative Verbesserung der aktuellen Schienen Verbindung und die Verwendung von technologisch fortschrittlichen Rollmaterial vollkommen ausgereicht um die Fahrtzeiten und Fahrkomfort zu verbessern. Die Kosten wären wesentlich niedriger ausgefallen.

      • Gregor Beikircher

        Ich gebe „Roberto“ in vielen Aussagen hier Recht. Wenn unsere Politiker gemeinsam mit Nordtirol sich früh genug eingesetzt hätten eine gerechte Transit-Maut einzuführen, so wie die Schweizer und den Umwegverkehr und den Leeverkehr damit eingebremst hätten, dann hätten wir jetzt schon 50% weniger Transit und das sündteure Milliardenloch würde sich in dieser Form erübrigen. Verschiedene andere verkehrstechnische und organisatorische Maßnahmen mit weit geringerem Aufwand hätten die lang hingezogenen Probleme zum Großteil längst schon aufgeräumt und zwar zum vorteil für die Gesundheit und die wirtschaftlichen Belange der Anrainer.

    • Hofnarr

      Es lebe hoch die Glaskugel!!
      Wir wissen schon was morgen sein wird.

    • Hofnarr

      Es lebe hoch die Glaskugel!!
      Wir wissen schon, was morgen sein wird.

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