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    Der letzte Wille

    Im Vinschgau wurde ein Pilotprojekt zum Thema Patientenverfügung gestartet. Die Patientenautonomie soll gestärkt werden.

    Auf Initiative der Ärztegemeinschaft Latsch unter Toni Pizzecco wurde in Zusammenarbeit mit dem Landesethikkomitee, den Hausärzten und den Gesundheitssprengeln des Mittel- und Obervinschgau das Pilotprojekt „Aktive Kampagne Patientenverfügung: Bewusst entscheiden“ auf den Weg gebracht.

    Schwerpunkte des Projekts sind die aktive Information der Patienten, ein umfassendes Beratungsangebot und Vorlagen zum Erstellen und Aufbewahren einer Patientenverfügung. „Was soll mit mir geschehen, wenn ich als Patient am Lebensende nicht mehr selbst entscheiden kann? Das ist eine sehr wichtige und persönliche Frage“, unterstützt Gesundheitslandesrätin Martha Stocker die Initiative des Landesethikkomitees. „Ich freue mich über das erfolgreiche Pilotprojekt und die große Unterstützung durch die Ärzte im Vinschgau.“

    Mit der Patientenverfügung können Menschen vorab entscheiden, welche medizinischen Behandlungen im Fall einer schweren, unheilbaren Krankheit oder eines Unfalls mit irreversibler Gehirnschädigung durchgeführt werden sollen, wenn sie selbst ihre Wünsche nicht mehr äußern können (z.B. im Wachkoma).

    Bildschirmfoto 2015-03-18 um 14.57.35Das Landesethikkomitee im Ressort für Gesundheit arbeitet bereits seit mehreren Jahren am Konzept „Gesundheitliche Vorsorgeplanung und Patientenverfügung“ zur Stärkung der Patientenautonomie am Lebensende.

    Das Pilotprojekt mit den Hausärztinnen und Hausärzten im Vinschgau ist europaweit eines der ersten Projekte, welches die praktische Umsetzung dieses Konzepts für ein größeres Gebiet vorsieht und soll weiter ausgedehnt werden.

    Bei einem Treffen im Krankenhaus Schlanders wurde das Pilotprojekt auch den Krankenhausärzten, Rettungssanitätern, dem Pflegedienst und Mitarbeitern der Altersheime vorgestellt. „Mit diesem Treffen sind nun alle medizinischen Dienste in unserer Talschaft zum Projekt informiert und können die Menschen beraten, das ist eine Vernetzung mit Vorzeigecharakter zu diesem wichtigen Thema“, so der Initiator Toni Pizzecco.

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    Kommentare (5)

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    • Ortho

      Bitte auch in Bozen, Super

    • Graf von Tilly

      Das Problem ist nur, dass das Landesethikkomitee sogar die Ernährung mittels Magensonde (auch bekannt als „künstliche Ernährung“) als „medizinische Behandlung“ ansieht, wodurch die Möglichkeit eröffnet werden soll, einen schwerkranken Patienten verhungern und verdursten zu lassen. Was daran „ethisch“ sein soll, hat noch niemand verstanden!

      Bei solchen Entscheidungen müssten die Mitglieder des Landesethikkomitees es konsequenterweise auch als medizinische Selbstbehandlung ansehen, wenn sie ein Vanillegipfele verdrücken.

    • buergerin

      Sie haben von der Themaik wohl nichts verstanden. Wieviele sterbende Menschen haben Sie erlebt?
      Sehen Sie.
      Also schweigen Sie.

      • Graf von Tilly

        Dem stimme ich zu, das Landesethikkomitee hat die Thematik nicht richtig erfasst, denn hätten sie schon verhungernde Menschen gesehen, würden sie schweigen, anstatt Unsinn zu verzapfen.

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