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    Herr Merkwürden

    Herr Merkwürden

    Der Pfarrer von Mühlwald hat 150.000 Euro aus der Kirchenkasse abgezwackt und das Geld einer Frau geschenkt. Jetzt haben die Pfarrgemeinderäte vor Gericht ausgesagt.

    von Thomas Vikoler

    An Maria Himmelfahrt 2012 machte Anton Auer, Pfarrer von Mühlwald, nach der Messe ein Geständnis: Er habe 150.000 Euro aus der Kirchenkasse einer bedürftigen Frau geschenkt. Im Herbst sagte Pfarrer Auer am Landesgericht Bozen als Zeuge aus.

    Staatsanwalt Axel Bisignano wirft den beiden Angeklagten, Luca Ienna und Stella Gabrielli, einem Nomadenehepaar, Erpressung vor. Sie sollen den Mühlwalder Pfarrer zwischen 2003 und 2012 regelmäßig unter Druck gesetzt und zur Zahlung von größeren Geldbeträgen gezwungen haben.

    Womit er unter Druck gesetzt worden war, das wollte der Pfarrer bei seiner Zeugenaussage nicht im Detail verraten.

    Er bestätigte allerdings, dass ein Teil der 150.000 aus einer Schenkung einer älteren Frau an die Pfarre Mühlwald stammten. Sie seien für die Restaurierung eines Kirchleins bestimmt gewesen.

    Dazu wurden vergangene Woche am Landesgericht drei aktuelle bzw. frühere Vorsitzende des Pfarrgemeinderates befragt.

    Ihre Auskunft an das Gericht:

    Der Pfarrer sei bei der Finanzgebarung „sehr selbstständig“ gewesen und habe den Pfarrgemeinderat kaum eingebunden. Deshalb habe man von den Zahlungen an die angeblich bedürftige Frau „nichts mitbekommen“.

    Der Prozess gegen Luca Ienna und Stella Gabrielli wird im Mai fortgesetzt.

     

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    Kommentare (77)

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    • martin

      Kommen jetzt die ganzen Kirchenskandale auf?

    • xy

      Was hat er dafür bekommen, dass sie ihn Erpressen konnten, Sex???..

      • Graf von Tilly

        Die verdorbenen Gestalten in diesem Forum sollten nicht immer von sich auf andere schließen! Ich wünsche dir, xy, dass du irgendwann die nötige Reife erlangen wirst, zu verstehen, dass sich nicht alles im Leben nur um Sex dreht.

        • Ulla

          Im normalen Leben vielleicht nicht, aber im kirchlichen??? ist Sex doch alltägliches Hauptthema, seit je her, verbunden natürlich mit allen möglichen Skandalen weltweit.

          • Graf von Tilly

            Diese Aussage beweist nur, dass du weder vom katholischen Glauben noch vom Leben der Kirche eine Ahnung hast.

            • Ulla

              Natürlich, das war noch nicht alles, die Kirche interessiert sich im Besonderen für Immobilien, für Bargeld, für Kunstgegenstände jeder Art, für Steuerprivilegien, und grundsätzlich gedeiht sie mit ihren leeren Versprechungen dort, wo es den Leuten schlecht geht. Sie lebt von den Schuldgefühlen, die sie den Leuten einredet, deshalb gehört der Religionsunterricht in den öffentlichen Schulen gestrichen. Übrigens, ein Kirchenaustritt ist eine echte Befreiung.

            • Graf von Tilly

              Als Katholik hat man mehr vom Leben! Aber wenn du mit weniger zufrieden bist, dann ist das deine Sache.

            • Ulla

              Einbildung ist auch eine Bildung, du geborener Erbsünder, das ist der Mehrwert der Katholiken.

            • Graf von Tilly

              Ich glaube nicht, dass du die Erbsünde dadurch loswirst, indem du sie bestreitest. Die Folgen der Erbsünde hast du schließlich auch zu tragen: Krankheiten und Tod.

            • Ulla

              Vielleicht kannst du deine Oma noch zum Fürchten bringen, du arme Seele!

            • Graf von Tilly

              Liebe Ulla, früher oder später wirst auch du das Zeitliche segnen, unabhängig davon, ob du Oma bist oder nicht.

            • Ulla

              Armer, frecher Tilly, Religionen sind Hirngespinste fehlgeleiteter menschlicher Vorstellungsvermögen, die sich im sozialen Körper (der Gesellschaft also) oft als tumorartige Erkrankung ausbreiten und deshalb über eine Art Sozialhygiene zu bekämpfen wären. Der Tod hingegen ist Teil der Natur und hat mit den Religionen absolut nichts zu tun.

            • Graf von Tilly

              Liebe Ulla, die Frage ist: Gibt es Gott?

            • Susanna

              Ob es Gott gibt? Chi se ne frega?

              Was, wenn es Gott gibt? Was, wenn es ihn nicht gibt? Mal abgesehen davon, dass es sich sowieso nicht beweisen lässt, was würde es uns bringen, wenn wir Gewissheit darüber hätten? Hätte es irgendwelche Auswirkungen? Würde die Welt dadurch gerechter oder besser?
              Nein, also who cares?
              Voltair meinte:“Wenn es Gott nicht gäbe, müsste man ihn erfinden“ und hatte recht damit, ein imaginärer Freund, schadet nicht, das Problem damit: was Sekten (Katholizismus, Islam etc.) aus dem Glauben an Gott machen und wie sie ihn für ihre Zwecke missbrauchen. Spannender als die Frage, ob es Gott gibt oder nicht, finde ich die Frage: welche Folgen hat derGlaube an Gott und welchen Preis bezahlt die Menschheit dafür?
              Der Glaube an Gott, in Religionen verpackt, hat den Menschen Kriege, Unterdrückung und Elend beschert. Er erweist sich als Hemmschuh des Forschritts und als Feind des humanistischen Weltbilds.

            • Graf von Tilly

              „Was, wenn es Gott gibt?“ ist sicher ein guter Ansatz – ich hoffe, dass du diese Frage auch einer Beantwortung zuführen kannst. Vielleicht hilft dir dafür die „Pascalsche Wette“.

            • Susanna

              Interessant, danke für den Tipp.

    • Luigi

      Je mehr Licht man in die Kirchengeschichte bringt, desto dunkler wird’s.
      (Heinrich Wiesner, dt. Aphoristiker, 1925-)

    • Maria

      Wer nichts weiß, muß alles glauben.
      (Marie von Ebner-Eschenbach, österr. Erzählerin, 1830-1916)

      • Graf von Tilly

        Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden. (Unser Herr Jesus Christus)

        • Noldi

          Lass dich auslachen, mit deinem kindsköpfigen Nachgeplappere, Ministrant.

          • Graf von Tilly

            Wenn du zwischen zitieren und nachplappern keinen Unterschied kennst, dann hast du bereits mehr über dein Bildungsniveau verraten als dir lieb sein kann.

            • martin

              Zitat ist, wenn man sicher weiß, dass etwas von einer bestimmten Person gesagt worden ist.
              Das kann man bei Jesus wohl nicht behaupten 🙂

            • Graf von Tilly

              Warum kann man das bei Jesus deiner Meinung nach nicht behaupten?

            • martin

              Keine Zeitzeugen vorhanden. Du müsstest den Satz einleiten mit: „Jesus soll gesagt haben….“ Oder „Überlieferungen zufolge soll Jesus …“

            • Graf von Tilly

              Du glaubst also, dass es keine Augenzeugen (das sind Zeitzeugen) gegeben habe, die Jesus gesehen oder gehört haben. Wie kommst du zu dieser schrägen Auffassung?

            • Franz

              martin da stimmt nicht es gibt sie doch.
              Der Tunfisch ist Zeitzeuge.
              Denn, als Jesus mit seinen Boot aufs Meer hinaus fuhr, hat ein Fisch Jesus in den Zeh gebissen, worauf Jesus sagte, das darfst du nicht tun Fisch, seitdem heißt dieser Fisch -Tunfisch.

            • Franz

              das stimmt nicht….

            • Graf von Tilly

              Franz, wenn man schon misslungene Witze erzählen möchte, sollte man wenigstens der Sprache mächtig sein: „Tunfisch“ schreibt man mit „h“, also „Thunfisch“.

    • Puschtra

      Hatte der Herr Pfarrer ein ganz natürliches Männer- Bedürfnis?
      Nur zur Information an andere keusche Brüder: Einige Schritte jenseits des Brenners kann man ganz heimlich für viel weniger Geld das Keuschheits-Gelöbnis vergessen und die unterdrückte Lust genussvoll ausleben.

    • martin

      150.000€ Spendengeld verwenden um Erpressungen zu tilgen sind starker Tobak. Warum nicht zur Polizei gehen uns Anzeigen?
      Priester sind nur Menschen und das Zölibat längst überholt. Eine gute Gelegenheit mit diesen Sachen aufzuräumen.
      Lasst die Pfarrer heiraten. Auch gleichgeschlechtlich!

    • saustall_kritiker

      Das mit dem Zölibat ist eine reine Erfindung der katholischen Bürokraten im Vatikan. In allen anderen christlichen Religionen (Evangelische, Orthodoxe), gibt es das nicht und Pfarrer können genauso heiraten wie andere christliche Mitbürger auch. Dort hat genannte Bürokratie halt nicht ihr Unwesen getrieben. Hoffentlich gelingt es Papst Franziskus, mit dem scheinheiligen Getue des vatikanischen Senionenklubs definitiv aufzuräumen. Zeit wärs.
      Jeder, der mal in Griechenland war, hat die verheirateten Priester auf den Dorfplätzen gesehen. Und Angela Merkel, die wie es immer heißt, mächtigste Frau der Welt, ist ja auch eine Pfarrerstochter. 🙂

      • Graf von Tilly

        Dann müssen aber Christus und seine Apostel die ersten „Bürokraten im Vatikan“ gewesen sein!

        Und ob die Welt ohne Angela Merkel wirklich ärmer dran wäre, das darf wenigstens bezweifelt werden.

        • saustall_kritiker

          Ich hoffe nur, Papst Franziskus stirbt nicht auch eines allzufrühen und unerklärlichen Todes wie Johannes Paul, der erste. Wir erinnern uns an den gütigen Papst aus dem Veneto (vor dem Woytila), der ganz plötzlich und auf nie ganz geklärte Weise, schon nach zwei Monaten Papstsein, aus dem Leben geschieden ist. Denn Papst Franziskus nimmt den christlichen Auftrag Ernst, vom ersten Augenblick seines Papstseins an, als er alle mit einem erfrischenden „buona sera“ begrüßte und damit schon viel Bürokratenstaub vom Petersplatz und von den Räumlichkeiten dahinter weggefegt hat.

        • Medi

          Der Vatikan ist die Warze im Gesicht der Kirche.
          (Paulus Gordon)

    • ?

      Graf von Tilly,
      ich bin mir nicht sicher, sollte ich Dich beneiden, oder bedauern.
      So ein richtiger Glaube ist sicher was Tolles und erleichtert sicher so Manches im Leben.

      Dafür aber Hirn und Logik komplett über Bord zu werfen, das ist für mich aber wieder weniger erstrebenswert…

      Nichtsdestotrotz, schönen Abend…

      P.S.: Bin sicher auch etwas verbittert, da meine Eltern sehr stark gläubig waren, und beide als „Belohnung“ jahrelang durch schwere Krankheiten gelitten haben und früh verstorben sind…

    • martin

      Tilly ist das beste Beispiel, warum immer weniger Leute in die Kirche gehen. So ein Fanatismus ist nicht mehr zeitgemäß und kann höchstens Radikale begeistern.

    • ander

      den“scheinbar“Grof do Tiily habt Ihr aufgestachelt, des muss oder isch einer wie der Phal.

    • Fidelio

      « Ich beschwöre euch, meine Brüder, bleibt der Erde treu und glaubt Denen nicht, welche euch von überirdischen Hoffnungen reden! Giftmischer sind es, ob sie es wissen oder nicht. Verächter des Lebens sind es, Absterbende und selber Vergiftete, deren die Erde müde ist: so mögen sie dahinfahren! »
      « Vi scongiuro, fratelli, restate fedeli alla terra e non credete a quelli che vi parlano di sovraterrene speranze! Essi sono degli avvelenatori, che lo sappiano o no. Sono spregiatori della vita, moribondi ed essi stessi avvelenati, dei quali la terra è stanca: se ne vadano pure! »
      (Friedrich Nietzsche. Proemio di Zarathustra – §3)

      • Graf von Tilly

        Nietzsche ist tot – es ist ihm offensichtlich nicht gelungen, der Erde treu zu bleiben und dieses Leben ewig zu leben. Und es wird wohl auch dir nicht gelingen!

        • Fidelio

          Religionen sind Fertighäuser für arme Seelen (Karlheinz Deschner), also etwas für dich Tilly.

          • Graf von Tilly

            Wer Häuser ablehnt und stattdessen lieber unter einer Brücke haust, dem ist nicht mehr zu helfen.

            • Fidelio

              Auf eure sogenannte Hilfe wird besser verzichtet, denn sie führt in die psychische Abhängigkeit, davor hat schon good old father Karl Marx (dt. Philosoph, 1818-1883) gewarnt, als er sagte: Religion ist Opium für das Volk.

            • Graf von Tilly

              Wer Marx als „good old father“ bezeichnet und als Philosoph tituliert, hat sich in einer Diskussion ohnehin selbst disqualifiziert.

            • Susanna

              der Vergleich von Marx hinkt, „Opium ist eine bewusstseins-erweiternde Droge“ 🙂

            • Livia

              Tilly, probier mal dich zu aktualisieren, vielleicht mit der Lektüre von ‚Das Evangelium nach Jesus Christus‘, von Josè Saramago

            • Graf von Tilly

              @Livia: Machst du deine „Aktualisierungen“ immer mit Romanliteratur? Dann kann ja nichts dabei herauskommen.

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