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    Der letzte Kommunist

    hammer-sichel-david-augschellerEr ist zweisprachig aufgewachsen, seit jeher sehr links und als einziger Meraner Politiker für den ost-west-Club eingetreten, als dieser noch in der Schmuddelecke stand. Nun bastelt David Augscheller mit anderen an einer neuen Liste für die Stadt.

    von Karin Gamper

    Dass ihn die „Liste Rösch“ nicht haben wollte, hat David Augscheller zur Kenntnis genommen. Verwundert hat ihn und seine Mitstreiter lediglich, wie schnell die Absage erfolgt ist: „Wir hatten gar nicht die Gelegenheit uns genauer zu unterhalten und unsere Unterstützung anzubieten, da kam auch schon die Abfuhr“, sagt der einzige Rifondazione-Comunista-Mandatar im Meraner Rathaus. Über den Hintergrund kann er nur Mutmaßungen anstellen: „Möglicherweise haben die Grünen und Paul Rösch befürchtet, dass sie durch eine Zusammenarbeit mit uns ihre Wähler vergraulen“.

    David Augscheller ist Kommunist mit Leib und Seele. Was sich immer noch anhört wie ein Schimpfwort, trägt er mit Stolz zur Schau. David Augscheller, geboren 1969 in Sterzing und als Sohn einer sizilianischen Mutter und eines Südtiroler Vaters in mehreren Welten beheimatet, war immer schon sehr links und sehr politisch. Er war hauptamtlicher Mitarbeiter der Südtiroler Hochschülerschaft, Gewerkschafter, seit 2006 sitzt der Deutsch- und Geschichtelehrer im Meraner Gemeinderat.

    Bei den Neuwahlen im Mai werden David Augscheller und eine Gruppe Gleichgesinnter mit einer eigenen Liste antreten. „Die Tendenz geht italienweit dahin, die linken Kräfte zu bündeln“, erklärt Augscheller. Der Name steht mit Ökosoziale Linke schon fest, das Logo ebenfalls. Es wird darauf ein roter Kreis zu sehen sein. Auf Hammer und Sichel hat man bewusst verzichtet.

    Mit auf der Liste stehen SEL-nahe Kandidaten, Leute, die mit anderen Parteien unzufrieden sind sowie bislang unbeschriebene Blätter. „Eine kunterbunte Mischung“, wie David Augscheller betont. Wer als Bürgermeister-Kandidat antritt, wird in den nächsten Tagen entschieden.

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    Kommentare (34)

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    • Armin

      Als Lehrer wohl unterfordert…Ein Handwerksgeselle hat nicht die Kraft und Zeit noch in die Politik zu gehn

    • Gigolo

      Kommunisten – nein Danke!

    • hh

      Da bin ich froh, dass meine Kinder einen anderen Geschichtslehrer haben.

    • barfusler

      Jedenfalls interessant wie schnell allgemein auf Abwehr geschaltet wird, wenn das Wort Kommunist fällt. Begründen können es die wenigsten.

      Ich möchte mir aber gerne anhören was Herr Augscheller so alles zu sagen hat.

      Das rate ich zudem auch all jenen, die täglich ihre Wut an der SVP auslassen.

      • Andreas

        Also ich fand die lustige linke Truppe aus Griechenland anfangs gut.
        Was Varoufakis und Tsipras aber in den letzten Tagen abgeliefert haben ist mehr grenzwertig.

        • barfusler

          grenzwertig finde ich auch die deutsch Berichterstattung im allgemeinen und konkret über Tsipras

          • Andreas

            Kommt immer auf das Medium an, auf welches Du Dich beziehst.
            Varoufakis kommt doch um einiges schlechter weg als Tsipras oder täusch ich mich da? Es war doch Varoufakis, welcher einen Brief an die Bundesregierung geschrieben hat um sich zu beschweren, dass Schäuble nicht nett mit ihm war 🙂

            Andere Staaten gehen mit den Griechen viel härter um als die Deutschen und wenn die Griechen in dieser selbstherrlichen Art weitermachen, stehen sie bald mit heruntergelassenen Hosen alleine da.

            • Vingscher

              Zum Thema ein genialer Kommentar von Wolfgang Kubicki:

              „Es ist ein Treppenwitz der Geschichte, dass sich Herr Varoufakis, dieser „Kojak für Arme“, darüber beschwert, dass der Bundesfinanzminister ihn nicht ernst nimmt. Er führt sich auf wie Rumpelstilzchen und hat zur Lösung der griechischen Probleme – außer, dass er an fremder Leute Geld heran will – nichts beizutragen. Die komplette Schizophrenie der griechischen Links-Rechts-Regierung zeigt sich darin, dass sie für die Versäumnisse der Vorgängerregierungen nicht haftbar gemacht werden will, gleichzeitig aber von dem heutigen Deutschland verlangt, für angeblich noch offene Verpflichtungen aus der Nazi-Zeit einstehen zu müssen.“der Geschichte, dass sich Herr Varoufakis, dieser „Kojak für Arme“, darüber beschwert, dass der Bundesfinanzminister ihn nicht ernst nimmt. Er führt sich auf wie Rumpelstilzchen und hat zur Lösung der griechischen Probleme – außer, dass er an fremder Leute Geld heran will – nichts beizutragen. Die komplette Schizophrenie der griechischen Links-Rechts-Regierung zeigt sich darin, dass sie für die Versäumnisse der Vorgängerregierungen nicht haftbar gemacht werden will, gleichzeitig aber von dem heutigen Deutschland verlangt, für angeblich noch offene Verpflichtungen aus der Nazi-Zeit einstehen zu müssen.“

          • Karin B.

            Unter dem Titel „Hilfe für Griechenland“ wurden primär Banken in Deutschland, Frankreich, u.s.w. gerettet. Die „Schuldenlasten“ wurden auf die Steuerzahler und Sparer umgewälzt.
            Das € – System der Banken und Kriminellen wurde gestärkt.

            • Franz

              Karin B
              Primär hat man zwar die Banken gerettet, aber hätte man die Banken nicht gerettet hätten die Bankkunden ihre ganzen Bankeinlagen bzw. Guthaben verloren, dies nur zur Richtigstellung.
              Ganz davon abgesehen was diese Clown von Tsipras und Varoufakis jeden Tag an einen total dummen Schwachsinn von sich geben..Jeden Tag einen neuen Erpressungsversuch anstatt ein konstruktives Programm vor zu legen
              Typisches Beispiel, wozu solche populistischer Schwachsinn führt. Notgedrungen werden Tsipras und Varoufakis wieder auf den Boden der Tatsachen zurückkehren müssen.

            • Karin B.

              Damit kommt die EU auch auf den Boden korrupten „Finanztatsachen“ um Draghi, Junker, …, zurück.
              Die Eu eine fehlgeleitete Wirtschaftslobby, wird bald auseinander brechen bevor sie je wirklich zusammen kommen kann. Die Amis freuen sich und Putin hat einen weiteren Verdündeten am Balkan und Mittelmeer.

    • Frage?

      Komisch, in Österreich war die ÖKSOZIALE MARKTWIRTSCHAFT die Wortprägung eines ehemaligen Bundeskanzlerkanditaten der ÖVP!

      ÖVP (baugleich mit SVP) soll kommunistisch sein?

    • Frage?

      Weiterbildung für die Redaktion:

      ÖKOSOZIAL? Begriff cirka 35 Jahre!!!!!! alt.

      http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96kosoziale_Marktwirtschaft

      • Frage?

        Darin ist unter anderem nachzulesen:

        …………… Deutlich bezieht sich die Österreichischen Volkspartei (ÖVP), mit Josef Riegler, österreichischer Landwirtschaftsminister und späterer Vizekanzler, und Franz Fischler, nachfolgender Landwirtschaftsminister und zeitweise EU-Kommissar für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, auf die Ökosoziale Marktwirtschaft.

        • Frage?

          oder auch:

          Geprägt wurde der Begriff im Österreich der 1980er, als nach der Zwentendorf-Volksabstimmung 1978 und noch mehr den Ereignissen der Besetzung der Hainburger Au 1984 und dem Konrad-Lorenz-Volksbegehren 1985, und einem breiten neuen Umweltbewußtsein der Bevölkerung, eine Neuorientierung der Paradigmen erarbeitete wurde, die bis heute die Grundlage der Energie-, Wirtschafts- und Umweltpolitik Österreichs bilden. Der seinerzeitige Umweltschutzsprecher Walter Heinzinger sprach (zwei Monate nach Hainburg) auf einer Umweltschutzenquete im Rahmen des Forum 90 der ÖVP von der „sozialen Marktwirtschaft auf ihrem Weg in eine öko-soziale Marktwirtschaft.

    • Guenther

      Mir sind sozialistische Kommunisten teilweise bedeutend lieber wie diese ausbeuterischen auf sogenannte westliche Werte ausgelegte politische Bewegungen.
      Sprich Ausbeutung der ärmeren, der Ressourcen zur Wahrung der eigenen persönlichen Interessen.

    • Paolo

      Bravo David, wenigstens jemand der Mut beweist und ein langjähriges Durchhaltevermögen besitzt. Auf dir ist wenigstens Verlass! Bin auf deiner Seite.

    • HORST

      Im Zweifel links. Ich wünsche dem Herrn Augscheller viel Erfolg!
      Das Kapitalistische System muss gehörig Reguliert werden, denn SO:

      http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/loehne-und-gehaelter-gewinner-und-verlierer-2014-a-1023148.html

      geht es ganz bestimmt nicht lange mehr gut. Die Geschichte hat es oft genug gezeigt, nur leider haben wir Menschen ein schönes Kurzzeitgedächtnis.

    • Erwin M.

      Hut ab vor Augscheller für seinen konsequenten Weg! Wir haben genug Wendehälse im Lande!

    • Alter Egon

      Also wenn ich mir die Kommentare hier so durchlese, würd ich mir das mit der Errichtung der Diktatur des Proletariats noch mal überlegen Herr Augscheller, hasta siempre 😉

    • ander

      wieso gibt es eigentlich keine Schònwetterpartei?
      viele intelligente Wàhler wùrden diese ankreizln, weil die wùrde sich ja um dauerhaft gutes Wetter bemùhn.

    • romanok66

      Weiter so, David, wenn wir noch in Meran wohnen würden, würden wir dich wieder wählen. Alles Gute! Romano

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