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    So hot er’s gsegn…

    Neuseeland: „Ich wollte dieses magische Gefühl, das das Land versprüht, festhalten.“

    Neuseeland: „Ich wollte dieses magische Gefühl, das das Land versprüht, festhalten.“

    Neuseeland klingt nach „Herr der Ringe“, kühlen Seen und nach abenteuerlicher Ferne. Stefan Plank präsentiert im Jazzkeller Brixen seine ganz persönlichen Reisemitbringsel.

    Von Judith Rubatscher

    Wer den Aufgang zum zweiten Stock im Jazzkeller „3fiori“ Brixen nicht kennt, muss schon nachfragen. Eine schmale Hintertreppe führt zur Fotoausstellung „So hon i´s gsechn..“ von Stefan Plank. Klein aber fein ist der Rahmen, in dem der Fotograf Eindrücke von seinem einjährigen Aufenthalt in Neuseeland und Vietnam teilt. Die Auswahl der Bilder zeigt zum einen die Natur der Pazifikinsel, zum anderen Portraits des vietnamesischen Bergvolks „Hmong“. Gewählt hat er die gemütliche Location ganz bewusst. „Da es ja meine erste Ausstellung ist, fand ich die Idee ganz passend, in einem tollen Café auszustellen“, erklärt der Künstler. „Dort können die Gäste gemütlich bei einer Tasse Kaffee, oder einem Bier die Fotos anschauen und sich zudem hinsetzen und in Ruhe das Ambiente genießen.“ Der gebürtige Brixner ist seit seinem 15. Lebensjahr als Koch tätig. Es war ein alter Traum, einmal für längere Zeit zu verreisen und im Ausland zu arbeiten. Als ein Jobangebot aus Neuseeland eintrudelte, war es für ihn und seine Freundin kein schwerer Schritt, die Koffer zu packen und loszuziehen in Richtung Abenteuer. Der kleine Inselstaat Neuseeland liegt im Südpazifik, ungefähr 2.000km von der australianischen Ostküste entfernt. Die zu weiten Teilen unberührte Natur hat die Insel besonders ihrer isolierten Lage und der dünnen Bevölkerungsdichte zu verdanken. Den Spitznamen „grüne Insel“ trägt Neuseeland also nicht umsonst.

    „Ich wollte Neuseeland eigenständig erkunden, mir mein eigenes Bild machen. Sofort begeisterte mich die unglaubliche Vielfalt der Natur, die unbeschreibliche Farbwirkung, welche durch das nahe liegende Ozonloch intensiviert wurde. Ich finde die Natur in Neuseeland so vielseitig und beeindruckend. Ich wollte dieses magische Gefühl, dass das Land versprüht, festhalten. Von den Gebirgszügen bis zu dem phosphoreszierendem Plankton, dem dort lebendem Bergpapagei und den eingeführten Wildtieren.“

    Stefan Plank: Ich wollte Neuseeland eigenständig erkunden, mir mein eigenes Bild machen.

    Stefan Plank: Ich wollte Neuseeland eigenständig erkunden, mir mein eigenes Bild machen.

    Dieses Ziel scheint Plank erreicht zu haben. Stoische Ruhe strömt dem Betrachter aus den Landschaftsbildern entgegen. Beinahe zu verlieren scheint er sich in den ruhigen Naturaufnahmen von Flora und Fauna. Spannend war für den Fotografen auch die Begegnung mit der einheimischen Bevölkerung, den sogenannten „Kiwis“. „Sie sind ein sehr aufgeschlossenes Volk. Immer freundlich und hilfsbereit und sehr gelassen, manchmal ein bisschen zu gelassen, vor allem was die Arbeitsmoral betrifft. Gesprächsthema Nr. 1 ist der Rugby und viele laufen tatsächlich immer barfuß durch die Gegend. Sehr wichtig ist ihnen ihre Freizeit im Freien zu verbringen: Fischen, Rad fahren, Wandern, und das ‚Gartln’ nicht zu vergessen.“ Dass man sich auf einer Insel befinde, merke man allerdings schnell, erzählt Plank. „Das Interesse der Bevölkerung am Weltgeschehen steht hier eher im Hintergrund und man fühlt sich ziemlich isoliert.“ Dass es so viele reiselustige Jugendliche auf die Kiwi-Insel zieht, ist für den Fotografen gut verständlich. Zum einen sei es wohl das gute Erlernen der englischen Sprache, dass für viele die Insel so attraktiv mache. „Besonders aber spiegelt Neuseeland ein gewisses Freiheitsgefühl wider: auf der anderen Seite der Welt zu sein, auf einem dünn besiedeltem, schönen Land ein Auto zu kaufen und in die Wildnis zu fahren, zu zelten und unter dem unglaublichen Sternenhimmel Neuseelands zu liegen. Das klingt einfach verlockend.“ Zudem, so meint er, sei es für viele heimatliebenden Südtiroler wohl auch beruhigen, die Berge in der Nähe zu wissen, sozusagen ein Stück Heimat in der exotischen Fremde. „Die Berge findet man in Neuseeland einen Katzensprung vom Meer entfernt. Aber natürlich vermisst man dann dort auf einer Berghütte ein gutes Gulasch mit Knödel.“

    Die Ausstellung läuft noch bis 31. März und lohnt einen Abstecher für den Weltenbummler. Wer allerdings unter akutem Reisefieber leidet und in nächster Zeit keinen Urlaub in Aussicht hat, sollte einen Bogen um die Ausstellung machen.

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