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    Panik im Schulhof

    Panik im Schulhof

    Eine Mitteilung an die Schülereltern sorgte in Prad für Aufregung: Der Direktor warnte vor mutmaßlichen Dealern, die Kinder mit Süßigkeiten ködern.

    von Lisi Lang

    Ein Brief aus der Schule bedeutet oft nichts Gutes.

    Letzte Woche ging bei den Eltern der Kinder, die eine Schule im Schulsprengel Prad besuchen, ein etwas ungewöhnlicher Brief des Direktors ein. Im fünfzeiligen Brief fordert Schuldirektor Alexander Chiusole von den Eltern verstärkte Achtsamkeit. Die Eltern sollten ihre Kinder darauf hinweisen, nicht mit fremden Personen mitzugehen und auch keine Süßigkeiten von diesen anzunehmen.

    Im Brief schreibt der Direktor:

    Liebe Eltern,

    wir als Schule wurden von den Carabinieri von Prad informiert, dass letzthin Kinder von Unbekannten Süßigkeiten angeboten wurden. Aus diesem Grund bitten wir Sie, Ihre Kinder verstärkt darauf hinzuweisen, dass sie von Fremden nichts annehmen und aus keinem Grund mit ihnen mitgehen dürfen. Es ist sinnvoll immer wieder mit Kindern über dieses Thema zu sprechen. Sollten Sie von Ihren Kindern über derartige Vorkommnisse hören, bitten wir Sie, sich umgehend an die Carabinieri zu wenden.

    Die Direktion des SSP Prad

    Direktor Alexander Chiusole

    Der TAGESZEITUNG wurde der Brief zugespielt, mit der Frage, was wohl passiert und wie schlimm es wirklich sei. Ein Anruf beim Direktor des Schulsprengels bestätigt die Echtheit des Briefes. „Wir haben diese Mitteilung an die Eltern geschickt, sind damit aber wahrscheinlich übers Ziel hinausgeschossen“, erklärt Schuldirektor Alexander Chiusole.

    „Dass man nicht mit Fremden mitgehen und nichts annehmen soll, hieß es zu meiner Schulzeit schon immer“, sagt Alexander Chiusole.

    Dass der Brief eine solche Aufregung auslösen würde, war dem Direktor nicht klar. „Wir wollten die Eltern in Kenntnis setzten und haben vielleicht ein bisschen zu schnell entschieden. Wahrscheinlich hätte man es auch in den Klassenzimmern ansprechen, die Mittelung den Kindern diktieren und es so regeln können“, sagt Alexander Chiusole.

    Im Nachhinein spricht der Direktor von einer „harmlosen Angelegenheit“ – und verweist auf die Carabinieri.

    Bei den Carabinieri heißt es, Eltern hätten Meldung erstattet, „dass fremde Menschen vor der Schule Süßes an die Kinder verteilten“.

    Da es sich um einen Fall handle, bei dem es um Minderjährige gehe, dürfen die Carabinieri in Prad keine Auskunft geben.

     

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