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    „Interessante Nische“

    „Interessante Nische“

    Stein- und Beerenobst sind für viele Südtiroler Betriebe eine interessante Ergänzung und Alternative. Auf einer Tagung ging es auch um die Kirschessigfliege.

    Die 28. Stein- und Beerenobsttagung ist am Freitag in Terlan über die Bühne gegangen. Landesrat Arnold Schuler bezeichnete in seinem Grußwort an die 200 Teilnehmenden den Stein- und Beerenobstanbau als interessante Nische für Südtirols Landwirtschaft.

    Die Tagungsvorträge widmeten sich dem Bio-Kirschenanbau, der Edelkastanie sowie praktischen Maßnahmen gegen die Kirschessigfliege.

    „Stein- und Beerenobst sind für unsere Betriebe eine interessante Ergänzung und Alternative. Zudem bieten sie die Chance, regionale Kreisläufe zu stärken“, sagte Landesrat Arnold Schuler in seinem Grußwort.

    Die Tagung in Terlan

    Die Tagung in Terlan

    Mit dem Versuchszentrum Laimburg stünde zudem eine überregional gefragte Kompetenzeinrichtung zur Verfügung, die etwa bei der Forschung zur Kirschessigfliege international gefragt sei, so der Landwirtschaftlandesrat.

    Landesrat Schuler berichtete über die neuen Förderrichtlinien, die unter anderem eine Mindestfläche von 2.000 Quadratmetern (bisher 1.000) vorschreiben, gleichzeitig die Bindung der Förderung an den empfohlenen Sortenkatalog aufheben. Gefördert wird der Anbau weiterhin nur außerhalb des klassischen Obst- und Weinbaugebiets.

    Ein Schwerpuntkthema war die Kirschessigfliege, zu deren Bekämpfung sich engmaschige Netze bewährt haben.

    Im Vorjahr 2014 hat sich die Kirschessigfliege als große Herausforderung für den Stein- und Beerenobstanbau erwiesen. Bereits Anfang Juni konnten erste Eiablagen beobachtet werden, wodurch der Aufbau der Population sehr früh begonnen hat. Zur Bekämpfung wurden neben den Versuchen mit Pflanzenschutzmitteln auch alternative Strategien getestet. Dabei hat sich insbesondere das allseitige Einhausen der Anlagen mit engmaschigen Netzen als Vorbeugungsmaßnahme bewährt.

    LR Arnold Schuler

    LR Arnold Schuler

    Wie Erhebungen des Südtiroler Beratungsrings für Obst- und Weinbau sowie des Versuchszentrums Laimburg zeigen, haben die Netze einen Befall durch den Schädling weitgehend verhindern können. Doch müssen die Netze dabei konsequent geschlossen bleiben.

    Als Nischenkultur mit Tradition wurde die Edelkastanie bezeichnet. Schätzungen zufolge verfügt Südtirol zwischen 400 und 600 Hektar an Kastanienhainen. Damit stellt die Edelkastanie nach Apfel und Wein die drittwichtigste Dauerkultur in Südtirol dar. Tatsächlich genießt die Kastanie in der Bevölkerung eine hohe Wertschätzung und wird vor allem frisch – in gebratener Form – verzehrt, was sie zu einem interessanten Nischenprodukt macht. Insbesondere steile Lagen eignen sich für die Anlage von Kastanienhainen, da diese Kultur weniger Arbeitsaufwand als andere erfordert. Kastanien wachsen nur auf Silikatböden und brauchen ausreichend Wasser.

    Die gefährlichste Krankheit der Edelkastanie ist der Kastanienrindenkrebs. Die Erntemenge je Hektar kann – je nach Intensität der Pflege – zwischen 2.000 und 4.000 Kilogramm pro Hektar erreichen. Die erzielten Erlöse liegen zwischen vier und sechs Euro pro Kilo. Mit rund 300 Tonnen Erntemenge erreicht Südtirol rund ein halbes Prozent der italienischen Kastanienproduktion von insgesamt 60.000 Tonnen.

    Eine interessante Nische stellt der Bio-Kirschenanbau dar. Die Nachfrage nach Bio-Kirschen ist vorhanden, auch wenn derzeit nur rund fünf Prozent der 90 Hektar Anbaufläche biologisch bewirtschaftet werden. Doch ist ein biologischer Kirschenanbau möglich, wenn man auf Regenschutz achtet, die Anlage mit Netzen gegen Schädlinge wie die Kirschessigfliege einhaust, und einen gezielten Pflanzenschutz anwendet.

    Über wichtige Neuerungen im Bereich des Pflanzenschutzes informierte abschließend Roland Zelger vom Versuchszentrum Laimburg. Er wies dabei unter anderem auf die neuen Abstandsregeln und die Weiterbildungspflicht für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln hin.

    Die Tagung wurde vom Versuchszentrum Laimburg in Zusammenarbeit mit der EGMA Vilpian, der Landesabteilung für die Land-, forst- und hauswirtschaftliche Schulbildung, der MEG Martell sowie dem Südtiroler Beratungsring für Obst- und Weinbau und dem Beratungsring Berglandwirtschaft organisiert.

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