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    Das Laurin-Urteil

    Der ehemalige Sitz der Laurin-Stiftung in der Bindergasse in Bozen

    Der ehemalige Sitz der Laurin-Stiftung in der Bindergasse in Bozen

    Vier Vertreter der rechtslastigen Laurin-Stiftung sind am Donnerstag am Oberlandesgericht Bozen wegen illegaler Bankentätigkeit verurteilt worden.

    von Thomas Vikoler

    In erster Instanz waren die vier Angeklagten vom Vorwurf der illegalen Bankentätigkeit freigesprochen worden.

    Am Donnerstag der Paukenschlag:

    Am Oberlandesgericht in Bozen sind Erhard Hartung und Peter Kienesberger, zwei ehemalige Südtirol-Aktivisten,  zu jeweils 6 Monaten Haft verurteilt worden.

    Die beiden Mitangeklagten, die Mitarbeiter der Laurin-Stiftung Walter Stirner und Karl Lobis, wurden zu vier Monaten Haft verurteilt.

    Der Hintergrund:

    Es ging in diesem  Verfahren um den Vorwurf der illegalen Bankentätigkeit, bzw. um den Rest, was von der ehemals großen Ermittlung gegen die Tätigkeit der rechtslastigen Laurin-Stiftung in Südtirol übrigblieb. Ursprünglich war Oberstaatsanwalt Guido Rispoli von „staatsfeindlichen Aktivitäten“ nach dem Anselmi-Gesetz durch Exponenten der Laurin-Stiftung ausgegangen und führte höchstpersönlich eine Hausdurchsuchung in Kienesbergers Nürnberger Wohnung durch.

    Immerhin bewirkte Rispoli damit, dass die reiche Laurin-Stiftung (Stiftungsvermögen: 41 Millionen Euro) später dem italienischen Fiskus wegen hinterzogener Steuern 1,65 Millionen Euro nachzahlte. Die eigentliche „Strafe“ in der gesamten Causa.

    In erster Instanz waren die vier Angeklagten vom Vorwurf  der illegalen Bankentätigkeit freigesprochen worden.

    Die Laurin-Stiftung hatte über ihr Büro in der Bindergasse Nr. 27 an bedürftige Südtiroler innerhalb von zehn Jahren insgesamt 6,1 Millionen Euro an Darlehen vermittelt. Es waren dies Kredite an Bedürftige, auch für einen Kredit der Freiheitlichen bürgte die Stiftung.

    DIE HINTERGRÜNDE LESEN SIE AM FREITAG IN DER PRINT-AUSGABE.

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    Kommentare (15)

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    • rosi

      Die Stiftung hat nichts schlimmes gemacht.
      Warum ermittelt Rispoli nicht gegen die Parlamentarier?Ist Ihm dieser Brocken zu heiss?

    • Criticion

      Wäre das Urteil gleich ausgefallen, wenn italienische Bürger durch die Stiftung unterstützt worden wären? Sicher. La legge é uguale per tutti.

    • rosi

      He, Welches Gesetz und von wem für wem gemacht ?
      Renzi wurde gerade freigesprochen.

    • Harald

      Die Laurin-Stiftung hat vielen bedürftigen Südtirolern geholfen. Es wäre schön, wenn dies die Medien auch mal hervorheben würden, anstatt es höchstens im letzten Nebensatz zu erwähnen.

      Ist Hilfe leisten jetzt auch schon eine kriminelle Tätigkeit?

    • tom

      ein rein politisches urteil…

      hut ab vor richterin carla scheidle..

      sie hatte in 1. instanz den mut, alle angeklagten freizusprechen.

    • rosi

      Warum sollte es verboten sein,jemand Geld zu leihen? Die haben nur geholfen,im Gegensatz zu den hiesigen Banken und Institutionen.

    • Morello

      Stille Hilfe. Kam auch aus diesen „erlesenen“ Kreisen.

    • Werner Neubauer

      ………Haft für selbstlose Nothilfe!
      Wo sind jetzt jene Politiker, die sich noch genau vor einem Jahr über den Freispruch freuten und diesen auch als gerechtfertigt sahen.
      Es ist eine große Schweinerei, dass gute Taten an den Menschen mit Verurteilungen enden. Ein Schelm, wer hier nicht an politische Einflussnahme denkt. Irgendwie erinnert dieses Urteil an jenes, dass einen italienischen Feinkostverkäufer traf, der einem Obdachlosen eine Wurstsemmel schenkte und weil er dafür keinen Kassa Bon vorweisen konnte, so wie die Laurinstiftung angezeigt und verurteilt wurde.
      Wir leben in einer ganz, ganz armen Welt.

      • Susanna

        Ach wie rührend, den Werner Neubauer, einen FPÖler vom äußersten rechten Rand, erinnert dieses Urteil also an die Geschichte eines Obdachlosen, kein Wunder, ist die FPÖ und ihr hiesige Schwesterpartei doch dafür bekannt, sich vor allem für Sozial-Schwächere einzusetzen, euer Umgang mit Bettlern und Obdachlosen ist ja auch wirklich beispielhaft, Herr Neubauer sparen Sie sich doch bitte diese blöde Geplapper, Sie müssen uns nichts vormachen, ihr Ruf eilt Ihnen voraus…

    • Woll. Pertinger

      Es gibt „illegale Bankentätigkeit“, die im Verleihen von Geld an Bedürftige besteht. Dafür wird man zu Haftstrafen verurteilt wird. Es gibt auch „legale Bankentätigkeit“, siehe Sparkasse, wo man für die Produktion eines 250-Millionen-Euro-Defizites mit einer schönen Abfertigung belohnt wird.

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