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    Das Comeback

    innichen judManfred Jud will in Innichen mit einem kleinen Edelweiß antreten und damit dem amtierenden Bürgermeister Werner Tschurtschenthaler Konkurrenz machen.

    von Silke Hinterwaldner

    „Es gibt eine beachtliche Gruppe von Leuten“, sagt Manfred Jud, „die Interesse an der Gemeindepolitik haben. Aber sie haben Probleme mit der Gemeindeverwaltung und mit der Landesleitung der Partei.“

    Um Manfred Jud ist es in den vergangenen Jahren still geworden. Aber er ist vielen bestimmt noch als aufstrebender Jungpolitiker in Erinnerung. 2003 hat der Jungbauer vom Innichberg für den Landtag kandidiert und dafür einen originellen Wahlkampf mit einem Doppeldecker-Bus gestartet. Damals hat er zwar viele Stimmen bekommen, aber es hat trotzdem nicht ganz gereicht. Zwei Jahre später wollte Jud Bürgermeister von Innichen werden, aber dann meldete sich Josef Passler zurück und verlängerte seine Amtszeit um weitere fünf Jahre.

    Dann hörte man von Manfred Jud nicht mehr viel. Er kandidierte zwar 2008 noch einmal für den Landtag, legte aber nur noch wenig Herzblut an den Tag und landete auf den hinteren Rängen der SVP-Liste.

    Jetzt aber meldet er sich zurück und wie gewohnt mit außergewöhnlichen Ideen. Weil die SVP als große Sammelpartei nicht mehr dem entspräche, was die Menschen sich erwarten, will Manfred Jud für Innichen ein kleines Edelweiß gründen. „Die Leute fühlen sich schlecht behandelt, vor allem wenn es um das Krankenhaus in Innichen geht. Und auch im Rathaus von Innichen hat die SVP viel Porzellan zerschlagen“, sagt er. Aber: Einmal SVPler, immer SVPler. Die Menschen seien zwar unzufrieden, aber im Herzen der SVP treu geblieben. Deshalb die Idee mit dem kleinen Edelweiß. „Bald“, sagt Jud, „werden wir einen Antrag an die SVP-Ortsgruppe stellen, „und wir gehen stark davon aus, dass unser Antrag angenommen wird.“ Einen Plan B gibt es nicht.

    Fragt man bei Gottfried Leiter, SVP-Ortsobmann von Innichen nach, ob er von einem kleinen Edelweiß wisse, sagt er: „Wir haben noch keinen Antrag erhalten, weder mündlich noch schriftlich. Aber die Gerüchte halten sich hartnäckig.“ Nur solange kein Ansuchen vorliegt, sieht der SVP-Ortsobmann auch keinen Handlungsbedarf.

    Noch ist die Situation für die SVP in Innichen absolut überschaubar. Werner Tschurtschenthaler, amtierender Bürgermeister, ist derzeit einziger Kandidat für dieses Amt, damit erübrigen sich auch Vorwahlen für die Volkspartei. Für Manfred Jud und sein kleines Edelweiß steht indes fest, dass sie ganz bestimmt einen Bürgermeister-Kandidaten ins Rennen schicken werden. Es gilt abzuwarten, wie die SVP Innichen mit diesen Entwicklungen umgeht.

    Ein anderer, der 2005 Bürgermeister von Innichen werden wollte, ist Herbert Watschinger. Der SVP-Arbeitnehmer galt als Favorit, aber er zog sich zurück, weil er nicht gegen Passler antreten wollte. Nun wartete Innichen seit Monaten darauf, dass sich Watschinger zurückmeldete, um eine Kandidatur gegen Werner Tschurtschenthaler anzukündigen.

    LESEN SIE IN DER PRINT-AUSGABE:

    * Was Herbert Watschinger vorhat.

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    Kommentare (10)

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    • K.L.

      Kann mich noch erinnern, wie ich im Jahr 2003 vom aufstrebenden Jungpolitiker eine SMS kurz vor dem Wahlsonntag mit Inhalt „Iatz schlogs 13. Manfred Jud wählen“ erhalten habe, obwohl ich meine Handynummer nur Freunde hatten. Diese Verletzung meiner Privatsphäre hat mich riesig geärgert und als ich per Email bei unserem jetzt „MöchtegernBürgermeisterwerden“ nachgefragt habe, war die Antwort so was wie: Habe nur Telefonnummern aus öffentlichen Verzeichnissen verwendet.
      Schade, dass das in meinem Fall absolut nicht der Wahrheit entsprach. Deshalb: Mein lieber Herr Jud, gewisse Sachen bleiben in Erinnerung und ein Eingestehen des Fehlers samt Entschuldigung und alles wäre in Ordnung gewesen. Aber ihre Reaktion damals hat auch heute noch Auswirkungen auf mein Wahlverhalten Ihnen gegenüber.

    • Hamster Klaus

      Meine Erfahrung ist einmal svp, nie wieder svp. Das mit dem kleinen Edelweiß, ist ein billiger Trick weiter alles beim alten zu belassen.
      Besser die Oppositionsparteien stärken und sich von den svp Filz und Betrügereien zu verabschieden. So sehe halt ich es.

    • Karin B.

      Eines der vielen Täuschungsmanöver mit den Parteizeichen Edelweiß? Wechseln die Wähler vom großen Edelweiß zum kleinen hin und her? Zum Regieren vereinen sich die zwei wieder?
      Ob die Wähler die Wahlstrategie der Svp durchschauen oder nicht, wird sich zeigen. Vielleicht werden bald Bezirkslisten mit verschiedenen svp Edelweißsymbolen ins Leben gerufen.

    • Gaucho

      Gott sei Dank tut sich endlich etwas.
      Dieser hilflose, verschwenderische Ausschuss war ein einziger Alptraum.
      Hoffentlich meldet sich noch eine andere Partei.
      Denn nach den Entäuschungen mit dem großem Edelweiss hat man auch wenig Vertrauen in ein kleines Edelweiss.

    • pauli

      wird woll jedo begreifen ols do gleich scheiss koan edelweiss wählen ischs beste

    • bitte noch ein ideenwettbewerb

      Hop Manni du schaffst es!!!

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