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    Der Fremdgeher

    nussbaumer sdfDer RAI-Moderator und Redakteur Jimmy Nussbaumer flirtet heftigst mit dem Privatsender SDF. Doch die Vertragsverhandlungen könnten scheitern – weil der RAI-Mann finanziell sehr hoch gepokert hat. Die Hintergründe.

    von Artur Oberhofer

    Man war sich offenbar sehr, sehr nahegekommen.

    Das belegt ein Schreiben, das Jimmy Nussbaumer Mitte Dezember vergangenen Jahres an den „lieben Sepp“ gerichtet hat.

    Der „liebe Sepp“ wäre Josef Unterholzner, seines Zeichens erfolgreicher Unternehmer („Autotest“) und Mehrheitseigner des Südtiroler Privatfernsehsenders SDF. In dem Schreiben, das der TAGESZEITUNG vorliegt, kündigt Jimmy Nussbaumer an, „umgehend den schnellstmöglichen Ausstieg bei RAI Südtirol erwirken“ zu wollen.

    Eines der bekanntesten Gesichter von RAI Südtirol flirtet also ganz toll und heftig mit dem Privatsender SDF. Doch in den vergangenen Tagen mehrten sich die Hinweise dafür, dass Jimmy Nussbaumer doch nicht Chef- und Programmdirektor des Privatsenders SDF wird.

    Der Grund: Die finanziellen Forderungen des RAI-Mannes sind – so heißt es hinter vorgehaltener Hand bei SDF – „jenseits von Gut und Böse.“ Nussbaumer habe wohl zu hoch gepokert, ja hasardiert.

    Die TAGESZEITUNG kennt die Details.

    Jimmy Nussbaumer, der auf Anfrage der TAGESZEITUNG Verhandlungen mit dem Privatsender SDF und allfällige Abwanderungsgedanken bestritt, hat höchstselbst ein Promemoria über sein Gespräch mit Josef Unterholzner erstellt.

    Dieses Papier liegt der TAGESZEITUNG vor. Und dass es Gespräche zwischen den SDF-Besitzern und Jimmy Nussbaumer gegeben habe, wird beim Sender informell bestätigt.

    Demnach war vereinbart worden, dass Jimmy Nussbaumer RAI Südtirol verlässt, um bei SDF Chefredakteur mit zusätzlicher Funktion eines Programmdirektors zu werden (im Promemoria ist von einer Einstufung als „caporedattore con mansione aggiunta di direttore“ die Rede).

    Jimmy Nussbaumer hätte demnach alle Macht im SDF-Haus auf sich vereint:

    Er wäre für die Konzeption neuer Programminhalte zuständig gewesen. Als Beispiel nennt Jimmy Nussbaumer in seinem Promemoria eine Reportage-Serie über das Ehrenamt mit dem Titel „Im Einsatz für Südtirol“, für die er angeblich 200.000 Euro je Hauptsponsor aufgetrieben hätte.

    Er hätte den Sender in der Öffentlichkeit, vor der Presse und in den Verhandlungen mit der Politik vertreten. So schreibt Jimmy Nussbaumer sehr selbstbewusst, dass er mit dem Landeshauptmann eine „10%-Finanzierung für SDF/Vb33 verglichen mit der RAI-Land-Konvention ausverhandelt“ hätte.

    Mit anderen Worten:

    Als Chef von SDF hätte sich Jimmy Nussbaumer beim Landeshautpmann dafür stark gemacht, dass dieser dem Sender ein Zehntel des Budgets von RAI Südtirol zuweist – immerhin wären das 2 Millionen Euro.

    Mehr noch: Jimmy Nussbaumer hätte seinem Noch-Arbeitgeber, der RAI, den Kampf angesagt.

    In Nussbaumers Schreiben heißt es wörtlich:

    „Ausbau und Modernisierung der Technologie, des Studiobaus, der Ausrüstung bei Kamera und Schnitt, Live-Technologie (AVI-West), aber vor allem bei der Videografik (…), um die Konkurrenz beim Erscheinungsbild zu überholen. Meine Projektion von 3.000.000 Euro ist über Jahre gedacht und verursacht praktisch keine Folgekosten …“

    Sprich: Jimmy Nussbaumer hatte den Besitzern von SDF vorgeschlagen, drei Millionen Euro in die Technik zu investieren. Insider schütteln über solche Konzeptvorschläge nur den Kopf.

    Auch in Bezug auf die Mitarbeiter hatte Jimmy Nussbaumer bereits klare Vorstellungen.

    So wollte er Magdalena Steiner zur Nachrichten-Chefin ernennen, er regte die Verpflichtung von „redaktionellen Projekt-Mitarbeitern“ an, zum Beispiel Lisa Maria Kager von barfuss.tv. Er kündigte Verhandlungen mit Alex Ploner an, um – so heißt es in Jimmy Nussbaumers Promemoria – den ehemaligen „Südtirol-heute“-Mann „für gezielte Sendungen zu verpflichten.“ Und auch mit der Verpflichtung von Alex Lechner von Servus TV, die von den SDF-Machern offenbar geplant ist, zeigte sich Jimmy the Chief „einverstanden“.

    Nicht genug.

    Auch in privater Sache wollte Jimmy Nussbaumer die Schäfchen ins Trockene bringen. Und es ging dabei nicht nur um ein fürstliches Gehalt.

    * LESEN SIE IN DER PRINT-AUSGABE

    * Wie Jimmy Nussbaumer den SDF-Machern seine „Marke“ verkaufen wollte.

    * Und: Welche Jahresgage sich der RAI-Mann vorgestellt hatte.

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