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    Der beleidigte LH

    Der beleidigte LH

    Dem LH ist die Verleihung des „Goldenen Lugenbeitls“ in den falschen Schlund geraten. Jetzt fliegen zwischen Arno Kompatscher und dem Dachverband die Fetzen. 

    Hat der Landeshauptmann keinen Humor?

    Offenbar nicht.

    Auf die Nachricht, dass ihm der Dachverband für Natur- und Umweltschutz den „Goldenen Lugenbeitl“ verliehen habe, reagierte Arno Kompatscher mit der Aussage, man solle sachlich diskutieren statt diffamieren. Er empfand die Verleihung des Lugenbeitls also als ehrabschneidend.

    Auf den Vorwurf der Diffamierung reagiert jetzt der Dachverband.

    Klauspeter Dissinger und Andreas Riedl schreiben:

    Klauspeter Dissinger

    Klauspeter Dissinger

    Mit dem Vorwurf der Diffamierung unterstellt LH Kompatscher dem Dachverband für Natur- und Umweltschutz die gezielte Verleumdung seiner Person. Wer hat denn mehrfach im Landtagswahlkampf das neue Konzept für den Flugplatz Bozen mit einer Volksabstimmung verknüpft?

    Wenn LH Kompatscher schon eine Sachdebatte will, dann soll er der Bevölkerung endlich reinen Wein einschenken und sagen, dass die Pistenverlängerung vor allem auf die Adaptierung des Flugplatzes für den Airbus A319 hinausläuft. Wenn in Bozen Süd Düsenflugzeuge starten und landen, wird ein weiteres Versprechen gebrochen.

    Andreas Riedl

    Andreas Riedl

    Es war sicherlich nicht der Dachverband für Natur- und Umweltschutz, der im Zusammenhang mit der Verlängerung der Landepiste am Bozner Flugplatz im Landtagswahlkampf immer wieder von einer Volksabstimmung sprach.

    Entweder haben also alle anderen die Aussagen Kompatschers falsch verstanden oder interpretiert – oder LH Kompatscher erinnert sich nicht mehr so genau, was er diesbezüglich gesagt hat.

    Einig sind wir uns mit dem LH, wenn er eine Sachdebatte fordert.

    Dann müssen aber auch alle Fakten auf den Tisch als Ausgangslage für eine Diskussion und nicht als bereits getroffene Entscheidung im ,stillen Kämmerlein’. Das neue Konzept verfolgt nämlich wieder die Pläne der Flugplatzbefürworter aus dem Jahre 2007.

    Im Zuge der Mediation wurde der Ausbau für den Airbus A319, einer Maschine mit 120 bis 150 Sitzen, die heute zu den Standardflotten aller kontinental operierenden Fluglinien gehört, debattiert. Eine klare Entscheidung in der Mediation war, auf Düsenflugzeuge dieses Typs zu verzichten. Wenn aber zusätzlich Flüge nach Norden angeboten werden sollen und halbwegs ernste Betreiber diese Linien anbieten, wird man um diese Typen von Flugzeugen nicht herumkommen. Kommen diese jetzt über die Hintertür des neuen Konzeptes? Sollte dem so sein, wird sich die Lärm- und Abgasbelastung in der Anflugschneise drastisch erhöhen. Und nebenbei ist auch das Versprechen aus der Mediation gebrochen.

    Zum Thema gebrochene Versprechen gehört auch die Aussage, dass sich das Land Südtirol nicht in den Rekurs gegen die Verlängerung vor dem Staatsrat einlassen würde.

    Prompt ließ sich aber die ABD, eine 100%-ige Inhouse-Gesellschaft des Landes in den Rekurs ein.

    LH Kompatscher sollte sich zum Thema Flugplatz bewusst werden, dass seine Kunden nicht nur die Wirtschaft, sondern die gesamte Südtiroler Bevölkerung sind. Und die Bevölkerung hat sich 2009 mehr als deutlich gegen jedweden Ausbau und gegen weitere Verschwendung der Steuergelder für diese sinnlose Infrastruktur ausgesprochen. Ist dies der Grund, warum er plötzlich nichts mehr von einer Volksabstimmung wissen will?“

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    Kommentare (58)

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