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    Eingebildete Kranke

    Eingebildete Kranke

    Doktor Google ist in Südtirols Arztpraxen allgegenwärtig: Wer sich krank fühlt, zieht immer öfter das Internet zu Rate und stellt sich selbst eine Diagnose. Einen Therapievorschlag liefert das Netz natürlich gleich dazu.

    von Karin Köhl

    Patienten wenden sich heutzutage nicht mehr nur mit ihren Beschwerden und Fragen an einen Arzt. Im selben Atemzug mit den Problemen, die sie vorbringen, nennen sie immer öfter auch eine Diagnose und manchmal sogar einen Therapievorschlag.

    Woher sie ihre Wissen haben?

    Meist gegoogelt oder in einem der unzähligen Internetforen gefunden, die sich mit allen nur erdenklichen Krankheiten beschäftigen.

    „Doktor Google ist bei den Gesprächen mit den Patienten sicher oft mit dabei“, vermutet Adolf Engl, Präsident der Südtiroler Gesellschaft für Allgemeinmedizin SAkAM. „Wie viele Patienten wirklich das Internet zu Rate ziehen, kann man nicht so genau sagen, vor allem, weil sie das nicht gerne offen zugeben.“

    Aus diesem Grund und weil man mit dem mittlerweile allgegenwärtigen Phänomen besser umgehen will, hat SAkAM im Herbst vom Meinungsforschungsinstitut Apollis eine repräsentative Umfrage durchführen lassen, die von der Stiftung Südtiroler Sparkasse finanziert wurde.

    „Wir wollten wissen, wo sich unsere Patienten die Informationen herholen und wie viele Glauben sie diesen schenken“, erklärt Engl. Die Ergebnisse sind für den Arzt aussagekräftig. Ein Punkt überrascht und beruhigt ihn allerdings: „Auch wenn sich viele mittlerweile Infos im Netz holen, vertrauen sie ihrem Bauchgefühl und den Ärzten immer noch mehr.“

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    Kommentare (7)

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    • michl

      Mache ich selbst auch,hat immer gut funktioniert,zudem konnte ich dadurch klarstellen das mein Nierenleiden von jenem Medikament gekommen ist das sie mir verschrieben hatten.Und sie mir als „bedenklos“ gepriesen hatten.
      Der Arzt war damals auch nicht begeistert über meine Nachforschungen.

    • Andreas

      Die Götter in weiß sehen sich in ihrer Allmacht bedroht, obwohl es sicherlich Patienten gibt, welche es übertreiben.

      Die wissenschaftliche Medizin sollte sich aber etwas mehr mit der Alternativmedizin auseinandersetzen und diese nicht als Werk des Teufels ansehen.
      Manche Ärzte sind sehr offen dafür, manche leben aber immer noch im Glauben, dass sie die Weissheit für sich gepachtet haben.
      Sie brauchen sie nicht zu praktizieren, doch wenigstens akzeptieren, dass wenn sie an ihre Grenzen kommen, und das geht manchmal recht schnell, der Patient sich Alternativen sucht.
      Wobei Homöopathie keine bzw. nur ein wirksames Placebo ist 🙂

    • mrs.hood

      Wenn man als Kranker mit mehreren Monaten Wartezeit rechnen muss, dann ist es nicht verwunderlich, dass man sich im Internet umschaut!!

    • Max

      Da mag es zwar auch einige problematische Aspekte geben, aber im Großen und Ganzen steht das Internet für mehr Mündigkeit der Menschen/Patienten, vor allem in Anbetracht davon, dass es gute aber auch genügend weniger gute Ärzte gibt, deren Urteil gegenüber sich die Patienten nun nicht mehr so ausgesetzt sehen müssen wie das früher oft genug der Fall war.

    • Franz

      Nicht nur, dass sich die Götter in weiß ihrer Allmacht bedroht fühlen, was sie noch mehr fürchten, die Vorteile bzw. die Prämien der Pharmaindustrie bei
      dementsprechenden Verschreibungen zu verlieren.
      Außerdem braucht es ja Versuchskaninchen, nach dem Moto, Operation gelungen, Patient tot.
      Wie öfters von Ärzten bestätigt der Umsatz in Abteilungen von Krankenhäusern muss stimmen, wird das vorgegeben Ziel nicht erreicht , wird die Abteilung bzw. das Krankenhaus geschlossen . Da wird schon mal operiert, wenn es auch nicht nötig gewesen wäre.

    • checker

      Einerseits kann man schon nützliche Informationen aus dem Netz holen, andererseits wird auch viel Müll geschrieben, über- oder -untertrieben, eine richtige Interpretation überfordert aber die meisten dann doch, denke ich.
      Im Zweifelsfall wird man dann halt doch dem Arzt vertrauen, sonst bräuchte es den Beruf ja nicht, Erfahrung stellt ein sehr wichtiges Element dar, und das hat ein guter Arzt. Über alternative Methoden kann man immer noch sprechen.
      Ich sehe das Thema so ähnlich wie Diät, FItness, Training, auch da gibt es unzählige Foren und Infos im Netz, die Herausforderung besteht aber darin, dass Wesentliche herauszufinden. Immer wieder gibt es auch da Moden, Trends die häufig einfach nicht funkionieren und total überbewertet sind. Das unterscheidet dann auch den Profi vom Pfuscher: Er kann eine Info aufgrund des Wissens und vor allem der praktischen Erfahrung einschätzen. Und auf das kommt es an: praktische Erfahrung!! Die WElt ist voll von Klugscheissern, die immer alles besser wissen, aber am Ende dann nichts bewirkt haben, und denen sollte man dann auf jeden Falle nicht vertrauen.

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