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    Neue Gefahrenstufen

    Neue Gefahrenstufen

    In Tirol soll die Lawinengefahrenskala umbenannt werden. Die Warnstufe drei soll von „erheblich“ auf „groß“ erhöht werden.

    Die Lawinengefahr in Tirol bleibt trotz Zeichen leichter Entspannung hoch. LH Günther Platter warnt vor zu viel Risiko und unterstützt die Initiative des Lawinenwarndiensts Tirol, die Warnstufe drei von „erheblich“ auf „groß“ umzubenennen.

    Große Betroffenheit

    Landeshauptmann Günther Platter

    Landeshauptmann Günther Platter

    „Als passionierter Tourengeher machen mich die vielen Lawinenunfällen mit zahlreichen Toten und Verletzten der vergangenen Tage und Wochen sehr betroffen. Ich kann aus eigener Erfahrung nur zu größter Vorsicht auch bei Stufe drei aufrufen. In diesem Winter ist vor allem der schlechte Schneedeckenaufbau ein großes Problem“, appelliert der Landeshauptmann gerade für die Schönwettertage an die WintersportlerInnen, bevorzugt auf den gesicherten Skipisten zu bleiben und kein Risiko einzugehen.

    Neue Bezeichnung für Gefahrenstufen

    Unterstützung zeigt er auch für die Idee des Lawinenwarndiensts Tirol, die Warnstufe drei auf der Lawinengefahrenskala von „erheblich“ auf „groß“ umzubenennen. „Die Benennung der Lawinengefahrenstufe drei mit ‚erheblich‘ ist  – wie uns gerade dieser Winter zeigt – zu einem Problem geworden“, erklärt Rudi Mair, Leiter des Lawinenwarndiensts Tirol. Sein neuer Vorschlag lautet deshalb:

    Warnstufe      alt          neu

    1          gering            gering

    2          mäßig            mäßig

    3          erheblich      groß

    4          groß               sehr groß

    5          sehr groß       extrem

    LH Platter sieht bessere Warnung

    „Die neue Regelung würde gerade der Gefahrenstufe drei mehr ‚Warncharakter‘ geben“, findet LH Günther Platter. Auch für die Stufe fünf würde der Hinweis ‚extrem‘ noch besser passen. Der Lawinenwarndienst Tirol wird den Vorschlag zur internationalen Umsetzung einer neuen Lawinengefahrenskala bei der Tagung der österreichischen Lawinenwarndienste im Mai 2015 in Bozen, beim Kongress „Recht und Lawine“ Anfang Juni 2015 in Davos sowie bei der „Internationalen Tagung der Lawinenwarndienste“ Mitte Juni in Rom einbringen.

    Dichtestes Messnetz weltweit

    „Tirol verfügt über das dichteste, hochalpine, meteorologische und nivologische Messnetz weltweit. 170 automatische Wetterstationen liefern die Daten, die auch öffentlich und kostenlos unter www.lawine.at/tirol eingesehen werden können. Zusätzlich werden alle eingelangten oder selbst erstellten Schneeprofile in diese Analyse miteinbezogen. Damit ist unser Lawinenwarndienst weltweit führend. Ich kann zu diesem Service und Expertenwissen zum Wohle der Bevölkerung und unserer Gäste nur gratulieren“, betont LH Günther Platter weiter

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    Kommentare (7)

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    • Robert

      Hat man diesen Vorschlag auch mit den Lawinen abgesprochen? Ich verlass mich auf mein Schneeprofil und meine gut 30 jährige Erfahrung.

      • sogeatsnet

        Sagt dir deine Erfahrung auch, wie oft oder wann du haarscharf an einem Lawinenunglück vorbeigeschrammt bist? 😉
        Nur so aus persönlicher Neugier – wie oft während einer Skitour gräbst du ein Schneeprofil?

    • Roberto

      ………….weiters würde ich den Versicherungsunternehmen eine Klausel vorschlagen, dass ab der Gefahren Stufe 3 keine Entschädigungen mehr ausgezahlt werden und die so entstandenen Kosten für Rettung oder Bergung an die Betroffenen abzuwälzen sind.

    • Troger Hannes

      Ich finde den Vorschlag des Lawinenwarndienstes zur Neubenennung der Lawinenwarnstufen gut.
      Meiner Meinung nach sollte aber nicht der Name von der Gefahrenstufe 3 geändert werden, da sich hiermit nur der Name ändert.
      Ich persönlich glaube, dass das Problem eher darin liegt, dass die Gefahrenstufe 3 genau in der Mitte einer 5 teiligen Warnstufe liegt und es einen Unterschied macht, ob es einen, wie im Volksmund, scharfen oder milden Dreier hat. Denn bei Warnstufe 5 wird hoffentlich niemand an eine Skitour oder Variantenfahren denken. Solche extrem Ereignisse gibt es zum Glück äußerst selten und sollten dann im LLB zusätzlich erwähnt werden.
      Daher sollte meiner Meinung darüber diskutiert werden, die Warnstufen auf einer Vierstellige Skala zu erneuern.

      MFG Troger Hannes

    • pérvasion

      „In Tirol soll die Lawinengefahrenskala umbenannt werden.“

      Stimmt nicht und steht auch im Widerspruch zum Artikel. Das Land Tirol bzw. sein Lawinenwarndienst werden den Vorschlag einbringen, die Skala auf internationaler Ebene umzubenennen. Der Alleingang eines Bundeslandes hätte auch wenig Sinn.

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