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    Todgefärbtes Haar

    Todgefärbtes Haar

    Die Naturfriseurin Beatrice Raas spricht im Tageszeitung-Interview über die Gefahrenstoffe in Haarfärbemitteln und darüber, was man beim Kauf von Shampoo unbedingt beachten sollte.

    Tageszeitung: Frau Raas, wie giftig sind Haarfärbemittel?

    Beatrice Raas: Wir können nicht pauschal sagen, dass alle Haarfärbemittel giftig und krebserregend sind. Aber ich würde auf jeden Fall sagen, dass diese Mittel quer durch die Bank bedenklich sind. Verschiedene Inhaltsstoffe können Allergien hervorrufen und teilweise auch Karzinogen bildend, also krebserregend, wirken.

    Viele Frauen färben ihre Haare ständig. Wie sehr schädigt dies das Haar?

    Diese chemisch-synthetischen Stoffe schädigen das Haar sehr. Wenn man diese Haare unter ein Mikroskop legt sieht man, dass die Struktur der Haare verändert wird. Diesen Mitteln werden aber wiederum Stoffe beigemischt, die das Haar glätten und geschmeidig machen. Chemisch behandeltes Haar ist einfach nur totes Haar.

    Wer ist für eine allergische Reaktion verantwortlich? Der Frisuer oder die Produktionsfirma, die ein zweifelhaftes Produkt auf den Markt bringt?

    Die Firmen haben sich in diesem Punkt sehr gut geschützt. Wenn etwas passieren sollte, würde es hart auf hart kommen. Aber wenn der Friseur Verletzungen an der Kopfhaut bemerkt oder über Allergien Bescheid weiß, darf er ein Mittel nicht anwenden.

    Auch viele Friseure reagieren im Laufe ihrer Arbeitszeit allergisch auf gewisse Produkte…

    Das stimmt. Wenn man jeden Tag mit diesen Produkten arbeitet, setzt man sich ihnen jeden Tag aus. Fast alle Friseure verwenden Handschuhe, um sich vor den Stoffen zu schützen, aber man nimmt die Stoffe auch über die Atemwege auf, was zu Allergien führen kann. Daher haben viele Produzenten die Haarfärbemittel für Friseure etwas geringer konzentriert.

    Immer wieder werden Farben von den Produktionsfirmen aus dem Sortiment gestrichen. Warum?

    Uns Friseuren werden neue Produkte auf Messen oder von Vertretern angeboten. Aber oft treten die Folgen und Probleme erst später auf und das Produkt wird wieder vom Markt genommen. Die Wahrheit, warum es aber vom Markt kommt verschweigt man uns oft. Unsere Kunden sind daher schon fast Versuchskaninchen.

    Sind auch in Reinigungs- und Pflegeprodukten schädigende Substanzen enthalten?

    Ja, weil viele Produkte auch umweltschädigende Substanzen enthalten, die später nicht abgebaut werden können. In einigen Shampoos können oft Stoffe nachgewiesen werden, die normal in Garagenbodenreinigern zu finden sind. Synthetische Duftstoffe können auch Auslöser von Kopfschmerzen sein.

    Wie kann man sein Haar richtig schützen?

    Die Pflege fängt schon beim Haare waschen an. Man sollte auf ein mildes Shampoo zurückgreifen und auch bei Balsam darauf achten, dass gewisse Stoffe nicht enthalten sind.

    Wie kann man erkennen, ob ein Produkt gesund oder schädlich ist?

    Es gibt eine Check-Liste, welche Inhaltsstoffe man vermeiden sollte. Lauryl und Laureth Sulfate, Penilendiamine, PEG und eph-Verbindungen, sowie Stoffe, die mit Zahlen gekennzeichnet sind, wie centeareth-33 beispielsweise.

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