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    Das Kammerlander-Urteil

    Zwei Jahre bedingte Haft und ein Jahr Führerschein-Entzug. So lautet das Vergleichs-Urteil für den Extrembergsteiger Hans Kammerlander zum Unfall auf der Uttenheimer Geraden. Kammerlander will selbst einen Teil des Schmerzensgeldes an die Angehörigen zahlen.

    von Thomas Vikoler

    In Italien sind Beschuldigte im Gegensatz zu vielen anderen Ländern nicht verpflichtet, zu einer Gerichtsverhandlung zu erscheinen. Auch nicht zum Abschluss eines gerichtlichen Vergleichs. Und deshalb war es nicht verwunderlich, dass Hans Kammerlander am Donnerstag nicht am Landesgericht Bozen erschienen ist.

    Sein Anwalt Peter Paul Brugger hat für ihn, ausgestattet mit einer entsprechenden Vollmacht, einen Deal geschlossen.

    Wie bereits von der TAGESZEITUNG angekündigt, hatten sich Staatsanwältin Daniela Pol und Anwalt Brugger auf eine Haftstrafe von zwei Jahren bedingt für Kammerlander geeinigt. Richter Emilio Schönsberg hielt dieses Strafmaß gestern für angemessen. Ohne dem Drittel

    Strafnachlass wegen der Strafzumessung läge die Strafe bei drei Jahren. Die Tatbestände der fahrlässigen Tötung und des Alkohols am Steuer wurden als fortgesetzt eingestuft, der erschwerende Umstand (die Verletzung der Straßenverkehrsordnung) und die allgemein mildernden Umstände (keine Vorstrafe) heben sich gegenseitig auf.

    Für den Extrembergsteiger hat dieses Urteil keine unmittelbaren Folgen. Kein Gefängnis, kein Antrag auf Ableistung der Haft im Sozialdienst. Sollte aber eine weitere Haftstrafe dazu kommen, hätte Kammerlander seinen Bewährungsbonus bereits aufgebraucht.

    Vergleichsweise milde fiel die Nebenstrafe aus: Ein Jahr Führerscheinentzug. Die Höchststrafe liegt hier bei zwei Jahren, für Richter Schönsberg reicht aber die Hälfte.

    Und das zu einem Unfall, bei dem der 21-jährige René Eppacher aus Rein in Taufers getötet und mehrere Personen verletzt wurden. Dass Kammerlander den Unfall verursacht hat und unter Alkoholeinfluss stand, ist aufgrund eines Gutachtens der Staatsanwaltschaft und eine Bluttests nach dem Unfall eindeutig erwiesen.

    Deshalb war für Kammerlander der einzig gangbare Weg, um halbwegs heil aus dem Strafverfahren auszusteigen.

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    Kommentare (21)

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    • Andreas

      Durch sein Verhalten nach dem Unfall eigentlich nur mehr verachtenswert.

    • südtirolfan

      Bravo, Herr Kammerlander; auf zu neuen Ufern.

      Nach dem Urteil bin ich froh, Südtirol seit Jahren den Rücken gekehrt zu
      haben. Dort möchte ich nicht begraben sein!

    • guy fawkes

      Bevor hier wieder die üblichen „Auge-um-Auge-Vergeltungs-Rache-Justiz-Verfechter“ auf den Plan kommen, sollte schon festgehalten werden, dass die strafmildernden Umstände (vor Allem „nicht vorbestraft“) für alle Angeklagten gelten (mit oder ohne teuren Anwalt) und nicht nur für sogenannte Promi’s.

    • Hoppla

      Ja, der Kammerlander zahlt selbst ein Teil des Schmerzengeld… Lächerlich, nach ein Jahr ist er nichtmal imstande gewesen sich bei den Opfer der anderen Autos zu melden…! Und von Auszahlungen nichtmal zu reden, nur Anwälte die sich dagegn wehren. Naja und von Land erhält er jährlich 50000 Euro als Werbeträger, es gibt wenig Worte zu einen solchen Urteil… Ich frag mich warum es eigentlich Richter braucht bei so manchen Leute… Herr Kammerlander , Sie haben auch nach den Unfall viel falsch gemacht… Einmal nachfragen , wie es den betroffenen Unfallopfer geht , wäre wohl nicht zuviel gewesen…

    • Show must go on

      Dem Hans ist das sicher egal, der macht lieber Vorträge in Deutschland.
      Glauben sie nicht, dann lesen sie das hier:

      http://www.freiepresse.de/SPORT/Die-Faszination-der-Zweithoechsten-artikel9100847.php

      Einfach schei..egal!

    • Herrgott

      Ich fordere: Er soll in den Tschumpus!!!

    • Hoppla

      Journalisten der Tageszeitung , bevor ihr manche Sachen an die Öffentlichkeit bringt müsst ihr einfach sicher sein. Die Versicherung hat einen minnimalen Teil bezahlt und wer Kammerlanders Geld erhalten hat steht in der Luft…….

    • tutti

      Schade, ein Gefängnisaufenthalt hätte einem „Kraxeler“ mal zur Besinnung
      kommen lassen.

    • Verwunderlich

      mir tut er leid…

    • Anastasia

      Selber nicht zur Verhandlung zu erscheinen, sagt einiges aus über den Täter!

    • milan

      sehr heikles thema-unfall mit grossen folgen kann jedem passieren,aber alkohol am steuer,ist wieder was anderes,dafür gibt es keine entschuldigung.

    • Kreszenzia

      Einbrecher werden des Landes verwiesen und hier sowas? Was ist Gerechtigkeit?

    • Fidelio

      „Kammerlander will selbst einen Teil des Schmerzensgeldes an die Angehörigen zahlen“ ist im Vorspann zu lesen. Einen Teil? Und den Rest bezahlt wer?

    • Poldi

      Tiat lei fescht trinken, isch gsundt!!

    • schneidige Friida

      Ein solches Urteil ist wirklich beschämend. Ein junger Mensch musste wegen eines veranwortungslosen bsoffener Vollpfoschten sein Leben lassen. Kammerlander scham di.

    • Hannes Troger

      Und noch eins ist Gewiss. Dass sich die Menschen in den Foren nur so freizügig und leider teilweise unter der Gürtellinie äußern, da sie anonym bleiben. Wenn, dann bitte mit richtigen u vollständigen Namen.
      MFG Troger Hannes
      und hoffentlich zieht die Tageszeitung bald Stol nach!

    • Hannes Troger

      Und noch eins ist Gewiss. Dass die Leute in den Foren leider gehässige Kommentare und teilweise auch unter der Gürtellinie nur abgeben, weil sie Anonym bleiben. Wenn dann habt den Mut den richtigen und vollständigen Namen darunter zu schreiben. Hoffentlich zieht hier die Tageszeitung bald Stol nach, denn dort ist es sehr ruhig geworden.
      MFG Troger Hannes

    • Herbert Laubscher

      Der Hans Kammerlander war und ist ein ganz feiner Mensch. Wer ihn kennt, weiß, dass das was ihm da passiert ist, unendlich leid tut. Er hat einen schweren Fehler gemacht und wird damit weiter leben zu müssen ist für ihn sicher auch nicht leicht. Den Menschen, denen er damit sehr geschadet hat, wünsche ich, dass die Zeit auch ihre Wunden heilen möge, sofern das überhaupt möglich ist.

      Und dem Hans Kammerlander wünsche ich auch, dass er mit dem Geschehen ins Reine kommt. Er hat das ja nicht mit Absicht gemacht – Und wer von den bösartigen und bissigen anonymen Kommentarschreiberlingen saß noch nie in seinem Leben mit Alkohol am Steuer?

      Wie war das da noch mit „…der werfe den ersten Stein“.

      MfG Herbert Laubscher

    • Karl Heinz Jochum

      In einem seiner Vorträge habe ich den extrem Bergsteiger Hans Kammersänger persönlich kennen gelernt. Er ist von seiner Person äußerst sympathisch und trotz seiner bergsteigerischen Leistungen überaus bescheiden. Ebenso klar ist aber umgekehrt auch, dass dieser tragische Unfall mit Todesfolge keinesfalls spurlos an Herrn Kammerlander vorbei gegangen ist. Dieser Sachverhalt kann aus den vielen Veröffentlichungen unschwer abgeleitet werden. Ein großer Fehler wie er selber zu verstehen gibt. Selbstverständlich denke ich auch an die betroffenenen des Opfers, die Eltern, Kollegen Freunde und vielen andere. Ihnen wünsche ich viel Kraft, damit sie den schmerzlichen Tod überwinden mögen.
      Man möge aber auch Verständnis haben, wenn ich Herrn Kammerlander bei all seinen weiteren Vorhaben viel Erfolg wünsche.

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