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Der verärgerte Wirt

pu Ossi's Lounge CafeWeil Minderjährige Schnaps getrunken haben, muss Ossi’s Lounge Cafè am Brunecker Gilmplatz zwei Wochen zusperren. Der Barbetreiber ist außer sich und hat gleich Rekurs eingereicht.

von Silke Hinterwaldner 

Langsam bahnt sich das Wochenende an und Ossi’s Lounge Cafè am Brunecker Gilmplatz füllt sich immer schneller mit Gästen. Es ist Donnerstagabend 19.00 Uhr und Ossi und seine Mitarbeiter haben alle Hände voll zu tun, als plötzlich eine Handvoll Carabinieri in voller Montur in der Tür stehen und vom Besitzer allerhand Papiere verlangen. Die Botschaft aber ist bald klar: Ossi’s Lounge Cafè muss zusperren. Um Mitternacht müssen alle Leute draußen sein.

Das Lokal bleibt für 15 Tage geschlossen. So die Verfügung des Quästors.

Erst wollte Ossi Zingerle seinen Augen und Ohren nicht trauen. „Es kann doch nicht sein“, sagt er im Nachhinein, „dass die einfach hereinschneien und zusperren, ohne Vorwarnung, ohne mit mir geredet zu haben, ohne einen Strafbescheid.“

Ossi Zingerle mit einer Bar-Besucherin

Ossi Zingerle mit einer Bar-Besucherin

Vor sechs Jahren hat Zingerle das Lokal am Gilmplatz eröffnet. Und das Geschäft läuft. Trotzdem, sagt der Lokalbetreiber, habe es in der Vergangenheit nie Konflikte mit dem Gesetz gegeben. Keine Schlägereien, keine Drogenprobleme, keine Türsteher, die ständig zu tun haben. Zingerle lobt seine Gäste als besonders vorbildlich. Andere würden ihn darum beneiden.

Bis zu jenem Donnerstagabend vergangene Woche schien die Welt in Ossi’s Lounge Cafè in bester Ordnung. An diesem Tag wurde die Bar gewissermaßen im Eilverfahren geschlossen, weil man dort Minderjährigen Alkohol ausschenken würde.

Der konkrete Anlass: Ein 15-jähriges Mädchen war im November ins Krankenhaus eingeliefert worden.

Sie hat angegeben, in Ossi’s Lounge Cafè die so genannte Schwiegermuttermilch getrunken zu haben. Für alle, die nicht wissen, was das ist: Ein hochprozentiger Kräuterschnaps, der ziemlich schnell Wirkung zeigt und derzeit absolutes In-Getränk ist.

Ossi Zingerle ärgert sich grün und blau, wenn es diese Geschichte erzählen muss. Der Barbetreiber kennt die nächtliche Realität zu genau: Oft genug bringen minderjährige Jugendliche eine Flasche Schnaps selbst mit. Sie bestellen eine Cola und schütten Whiskey hinein. Oder sie lassen einen 18-jährigen Schnaps bestellen, um ihn dann selbst zu trinken. Abgesehen davon ist es in einem gut besuchten Lokal ohnehin schwer möglich, bei allen Besuchern erst das Alter zu checken, bevor man ihnen etwas zu trinken gibt.

All das wissen die Ordnungshüter wohl auch, aber sie haben vergangene Woche in Ossi’s Lounge Cafè ein Exempel statuiert.

Sehr zum Missfallen von Zingerle. „So etwas kann es doch nur in Südtirol geben“, wettert er, „das passiert auch nur in Lokalen, die gut laufen. Ist es Neid? Oder einfach Missgunst?“

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