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    „Mehr Wohlstand“

    „Mehr Wohlstand“

    Laut der Handelskammer Bozen könne das Transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP) auch für Südtirols Wirtschaft positive Auswirkungen haben. Größerer Austausch bedeute immer auch eine Zunahme des Wohlstandes in den beteiligten Ländern. ?

    Die EU und die Vereinigten Staaten von Amerika befinden sich gerade in Verhandlungen über die Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (Transatlantic Trade and Investment Partnership – TTIP), die den Warenaustausch zwischen den USA und Europa erleichtern soll.

    HK-Präsident Michl Ebner

    HK-Präsident Michl Ebner

    Die Handelskammer Bozen steht diesbezüglichen Erleichterungen grundsätzlich positiv gegenüber. „Mehr Austausch bedeutet in der Wirtschaft mehr Wohlstand für alle Beteiligten“, betont Handelskammerpräsident Michl Ebner und ergänzt: „Wenn nun dieser Austausch mit den USA erleichtert werden soll, dann begrüßen wir das.“

    Für Südtirols Wirtschaft stellen die USA einen nicht zu unterschätzenden Handelspartner dar.

    Der Import von amerikanischer Ware nach Südtirol betrug im Jahr 2014 29 Millionen Euro und es wurden Waren im Wert von über 147 Millionen von Südtirol in die USA exportiert, darunter vor allem Lebensmittel, Metallprodukte, Transportmittel und Maschinen.

    „Den Befürchtungen von Gegnern des Abkommens, wonach die europäischen Märkte nach der Verabschiedung des Abkommens einer Warenflut aus Übersee ausgesetzt seien bzw. europäische Produktionsstandards durch amerikanische Importe unterwandert würden, kann mithilfe einer umsichtigen Verhandlungsstrategie verbunden mit einer transparenten Informationspolitik entgegengewirkt werden“, ist Ebner überzeugt.

    Das Abkommen kann dazu dienen, europäische geografische Ursprungsbezeichnungen, wie sie in Südtirol etwa beim Speck, beim Wein, bei den Äpfeln und beim Stilfser Käse in Gebrauch sind, auch auf dem amerikanischen Markt zu schützen.

    Momentan gibt es diesbezüglich noch keine Regelung, weshalb es für amerikanische Betriebe theoretisch möglich wäre, ein Produkt zum Beispiel unter dem Namen „Südtiroler Wein“ in den USA markenrechtlich zu schützen und so das Original vom amerikanischen Markt zu verdrängen.

    Michl Ebner: „TTIP kann solche Praktiken verhindern. Der Südtiroler EU-Abgeordnete Herbert Dorfmann ist im Umweltausschuss ständiger Berichterstatter zum TTIP und damit zu den Themen Lebensmittelsicherheit und Kennzeichnung, er hält uns über die Verhandlungen auf dem Laufenden.“

     

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    Kommentare (12)

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    • mabuse

      warten wir mal ab – wenn fleisch, getreide etc. viel billiger eingefuehrt werden in suedtirol als unsere wirtschaft produzieren kann, wer dann als 1. schreit – wir suedtiroler wollen immer nur exportieren aber NIE jemand anderes an unseren kuchen naschen lassen – auch wir der naechste schritt von genmanipulierten produkten sein….. schoenreden bringt nichts herr ebner!!

    • Hamster Klaus

      Herr Ebner als ehemaliger Europaparlamentarier kann über Geheimverhandlungen berichten. Wenn dieses Abkommen für die Bevölkerung Europas nur vorteilhaft sein soll, warum wird im Geheimen verhandelt??
      Es geht nicht nur um Produkte und Waren. Es geht um Standards der Rechtssprechung und vieles mehr.
      Wer blind für TTIP stimmt, dem ist womöglich vieles egal. Dorfmann soll zumindest im Bereich Landwirtschaft auf die negativen Folgen hinweisen, anstatt sich selbst kindisch zu freuen, wenn er ein Iphone, um ein paar Prozent vielleicht, vielleicht billiger erwerben kann.
      Die HK unter Ebner ist nicht tragbar.

    • teftulli

      Herr Ebner verfolgt anscheinend nicht die Berichte Deutscher Medien,
      demnach TTIP nur bedingt gutes verheißt.
      Aber er meint sicher, mit mehr Wohlstand, sich und seinesgleichen,
      auf Kosten uns Mittelständler.
      Wenn man da an die Klauseln mit den einklagbaren Investionssicherheiten und den privaten Schiedsgerichten denkt.

    • Hamster Klaus

      Hat irgend ein Svp – Mitglied, Dorfmann, Ebner, … über den wichtigen Klauseln berichtet? Über die vielen negativen und diktatorischen „Knebelklauseln“ im TTIP?

    • .......

      Jetzt theoretisch könnte man die offensichtlichen Verräter perfekt pflücken, und am Waltherplatz ein Feuer machen. Darf man aber nicht.

    • checker

      Also zunächst:
      Es darf nicht im Geheimen verhandelt werden, dass eben nicht diese „Alternativlosen“ Verträge zustande kommen, wie man sie uns schon mit dem Euro aufoktroiert hat.
      Und danach schauts aus, denn einige wichtige Punkte sind unter anderem, dass das Abkommen nicht mehr auflösbar ist, also „ewig Bestand“ bestand haben muss, das allein zeigt schon die Absicht, die die Macher dahinter hegen, und die ist sicher nicht im Sinne des Konsumenten. Klagerecht gegen Staaten ist das nächste, wo man sich fragen muss: Gehts euch noch gut. Kein Wunder, dass die Leute Ängste hegen und ablehnen!!!
      Der Effekt ist wohl eher der umgekehrte wie der von Ebner beschrieben (ich frage mich: Arbeitet er jetzt schon für die grossen Lebensmittelkonzerne?): Massenhaft billige Konkurrenz aus den USA besonders im Agrarsektor, ich glaube nicht, dass dies im Sinne des heimischen Agrarsektors ist. Man schaue bloss nach Mexiko, wo ein solches Abkommen schon jahrelang besteht und im Prinzip nur die grossen Konzerne bevorzugt. Dies brauchen wir GANZ sicher nicht, denn wir haben schon genug Probleme mit Branchenriesen, die nicht nur die Steuern irgendwo anders zahlen sondern auch oft zum Schaden der Allgemeinheit arbeiten.
      Der Ebner wäre wohl am liebsten selber einer dieser grossen „Macker“ in Brüssel. V

      @ Ebner: Ich wünsche Ihm ein fröhliches Je suis Charlie!! Mit der Begründung, dass man mit Namen hinter seinem Kommentar stehen soll, wurden die Benutzernamen in den Kommentaren auf Stop abgeschafft!!! Zu gern würde man die Namen hinter den Kommentaren wissen um gegebenenfalls einen Nachteil für den Betroffenen irgendwie herausschlagen zu können. Nur ein Grund mehr, dieses Käseblatt abzubestellen.
      Einige niveauvollen Politikkommentare sind ihnen wohl irgendwann sauer aufgestossen….

    • Astrid

      vergangene Woche wurde ein bislang geheimes Papier der EU-Kommission veröffentlicht. Es offenbart: TTIP soll einen lang gehegten Traum von Lobbyisten wahr machen. Sie sollen das verbriefte Recht bekommen, mit an Gesetzen zu schreiben. Schon heute verhandeln Kommission und US-Regierung über den Vorschlag zur „Regulatorischen Kooperation“. In diesem kurzen Video erfahren Sie, was das für uns Bürger/innen bedeutet:
      Schon lange versuchen die großen Industrieverbände beiderseits des Atlantiks – Business Europe und American Chamber of Commerce – die Regeln für unser Leben nach ihrem Geschmack zu formen. Demokratie ist da hinderlich. Aber jetzt scheinen sie einen Weg gefunden zu haben: TTIP. Ein völkerrechtlicher Vertrag zwischen den USA und der EU, der mehr Gewicht bekommen könnte als Verfassung und Grundrechtecharta.
      Laut dem Vorschlag sollen EU-Gesetze künftig zunächst von Konzernen und US-Regierung geprüft werden. Was schädlich für den Handel erscheint, was den Interessen der Konzerne zuwider läuft, verschwindet so womöglich in der Schublade, bevor gewählte Abgeordnete und Regierungen davon auch nur erfahren. Wie das funktioniert, zeigt ein Video, das Campact zusammen mit Lobbycontrol, dem Corporate Europe Observatory und weiteren Bündnispartnern finanziert hat:
      Der Widerstand gegen das Abkommen ist gewaltig, kaum noch jemand glaubt daran, dass TTIP während der Amtszeit von US-Präsident Barack Obama abgeschlossen wird. Allerdings könnten US-Konzerne über ihre Niederlassungen in Kanada das schon fertig verhandelte Abkommen CETA nutzen. Deshalb müssen wir jetzt verhindern, dass CETA ratifiziert wird.
      Bereits 1,3 Millionen Menschen haben daher die selbstorganisierte Europäische Bürgerinitiative gegen TTIP und CETA unterzeichnet. Während heute in Brüssel die achte TTIP-Verhandlungsrunde – wie üblich – hinter verschlossenen Türen tagt, macht die Zivilgesellschaft draußen mobil. Vertreter/innen von 180 Organisationen aus Europa und den USA kommen zum bisher größten Strategietreffen, um sich auszutauschen und die Kampagne weiter zu planen.
      Am Mittwoch werden sie ausschwärmen und Europa-Abgeordnete in ihren Büros aufsuchen. Ihre Mission: Den Abgeordneten die Sorgen von uns Bürger/innen in Bezug auf TTIP vor Augen führen. Gleichzeitig wird eine Protestaktion vor dem Kommissionsgebäude Bilder für die Medien bieten. Je mehr Menschen von den Plänen der EU-Kommission erfahren, desto geringer stehen die Chancen, dass Konzerne Zugriff auf unsere Demokratien erhalten.

      Lesen sie mal Herr Ebner- aber mir scheint- sie wissen gar nicht- worum es überhaupt bei TTIP handelt. Es ist eine Schande- daß sie- uns und Südtirol dieses TTIP aufhalsen wollen.

    • Hush

      @ Astrid
      Danke fuer diese Infos. Ja, wir muessen uns wehren wo es nur geht. Kuerzlich war im TV ein Mitglied eines TTIP-Kontrollgremiums zu sehen der davon berichtete, dass er Dokumente zur Einsicht bekam die teilweise geschärzt waren. Tolle Kontrolle! Wenn dieses Abkommen durchgeht wird es in einigen Jahren kaum noch Mittelstands- bzw. Kleinbetriebe geben.

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