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    „Strategisch wichtig“

    „Strategisch wichtig“

    SWR-Präsident Philipp Moser bricht eine Lanze für den Bozner Flughafen: Südtirol müsse erreichbar bleiben.

    „Erreichbar und mobil zu sein ist heute ein Grundbedürfnis für alle Südtirolerinnen und Südtiroler. Erreichbarkeit ist aber auch einer der wichtigsten Wettbewerbsfaktoren für unsere Betriebe und muss daher auf allen Ebenen sichergestellt werden“, bringt Philipp Moser, Präsident des Südtiroler Wirtschaftsringes, die Forderung der Wirtschaftstreibenden auf den Punkt.

    Südtirol hat viele Unternehmen, die weltweit operieren und die ständig mobil sein müssen. Der Export von Südtiroler Produkten und Dienstleistungen ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen und hat es gar einigen Südtiroler Betrieben ermöglicht, die letzten Jahre zu überstehen und Arbeitsplätze zu sichern. Die Nächtigungszahlen der deutschen und italienischen Gäste sind rückläufig. Wenn Südtirol nicht nur von diesen abhängig sein will, müssen Gäste aus anderen Nationen angesprochen werden. Diese müssen dann aber auch die Möglichkeit haben, Südtirol schnell zu erreichen. Auch im Bereich der Forschung und Entwicklung ist eine internationale Anbindung ausschlaggebend, um Fachkräfte, Forscher und Wissenschaftler nach Südtirol zu bringen. „Dies sind nur einige Gründe, die für einen Flughafen sprechen“, unterstreicht Moser. „Die Wirtschaft braucht einen funktionierenden Flughafen, der uns eine internationale Anbindung ermöglicht. Wenn sich Südtirol auch weiterhin international behaupten will, müssen wir auch auf dem Luftweg erreichbar sein“.

    Auch die Erreichbarkeit über sichere Straßen und Schiene sind ein wichtiger Wettbewerbsfaktor. Der Handel und die Produktion sind von einem reibungslosen Warentransport abhängig. Doch auch die Südtirolerinnen und Südtiroler können es sich heute nicht mehr leisten, stundenlang im Stau zu stehen. „Die Landesregierung ist aufgefordert, Maßnahmen zu ergreifen, damit alle Verkehrsträger ein modernes Qualitätsniveau erreichen“, so Moser. Dazu gehören die Verlagerung des Transitverkehrs auf die Schiene, die Realisierung des BBT, moderne Mobilitätslösungen und der Bau von Dorf- und Stadtumfahrungen, genauso wie die Vervollständigung des ländlichen Wegenetzes.

    Auch der Zugang ins weltweite Datennetz ist heute nicht mehr wegzudenken. Die kontinuierliche Zunahme an Datenmengen bedingt, dass die Anbindung von Betrieben und privaten Haushalten an das Breitbandnetz so schnell wie möglich vervollständigt werden muss. „Die Südtiroler Landesregierung hat im letzten Jahr einige wichtige Maßnahmen gesetzt. Nun sind aber die Gemeinden gefordert. Es ist wichtig, dass wir mit der Entwicklung Schritt halten“, so Moser, der gleichzeitig die Gemeinden auffordert mit der Planung der Ausführungsarbeiten zu beginnen.

    „Ziel muss es sein, Südtirol zu einem attraktiven, wettbewerbsfähigen Standort zu entwickeln. Nicht nur für unsere Betriebe, sondern für die gesamte Südtiroler Bevölkerung“, so Moser abschließend.

    Der Südtiroler Wirtschaftsring ist der Zusammenschluss der sechs größten Wirtschaftsverbände – Handels- und Dienstleistungsverband, Hoteliers- und Gastwirteverband, Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister, Unternehmerverband Südtirol, Südtiroler Bauernbund und Vereinigung Südtiroler Freiberufler. Im Zuge von vier Veranstaltungen haben Südtirols Wirtschaftstreibende Wünsche und Vorschläge zur Unterstützung der heimischen Wirtschaft geäußert. Eines der wichtigsten Anliegen: eine schnelle Erreichbarkeit garantieren.

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    Kommentare (18)

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    • stefan77

      Wenn der Flughafen soo wichtig für die Südtiroler Wirtschaftstreibenden ist, dann finanziert ihn gefälligst selbst. Der normale Steuerzahler profitiert nicht vom Flughafen.

      • Andreas

        Der normale Steuerzahler profitiert auch nicht von Mietbeihilfen, trotzdem sind sie richtig.

        • Ronny

          Der Meinung bin ich nicht.

        • Stefan77

          Das System der Mietbeihilfen wäre dringend zu überdenken. Zurzeit profitieren davon einzig die Vermieter. Die Mietbeihilfen sind in der aktuellen Form weniger eine Hilfe für die Mieter sondern vielmehr eine Unterstützung der Vermieter. Die Abschaffung dieser Beihilfen würde vielleicht zu billigeren Mietpreisen führen.
          Aber das Thema ist der Flughafen. Also wie viel Mio. Euro sollen noch beim Fenster hinaus geworfen werden, genügen die 100 Mio. etwa noch nicht? Worin besteht der Mehrwert dieser Infrastruktur? Wie kann der normale Steuerzahler vom Flughafen profitieren? Warum wurde das Versprechen Durnwalders nicht Realität (ein kleiner Flughafen welcher sich selbst trägt)? Warum wird der eindeutige Wille des Volkes ignoriert?

        • Hamster Klaus

          Wie wäre es beim Thema Flugplatz zu bleiben?

      • Einereiner

        Eine Verlängerung der Piste ist unnütz. Solange ihr in Bozen kein Instrumentenlandesystem im Nordanflug baut, wird Bozen nicht funktionieren.
        Philipp Moser, frag doch mal die Techniker, warum keines gebaut wird!

    • Gregory

      Fahrt ruhig mit euren größeren Fliegern und eurem Budget an den Berg. Von mir kriegt ihr nichts dafür außer die von mir gestohlene Steuer. Gestohlen deswegen, weil ihr immer einen Teil der Steuereinnahme ohne meine Einwiligung am Flughafen verbrennt. Ich werde beim ersten Absturz euch nicht einmal mehr eine Träne weinen. 😉

    • Kassandra

      Wenn jeder bestimmen könnte für welche Projekte genau sein Steuergeld zweckgebunden wird, dann würde nie etwas realisiert werden. Da können wir einmal mit dem Staat anfangen, wo da nämlich das Geld landet, fragt man besser nicht nach.
      Die Interessengruppen sind eben unterschiedlich, idealerweise sollten alle einmal berücksichtigt werden. Der Wähler kann hier über die Volksvertreter, die er wählt, Einfluss nehmen. Kompatscher wird sich aber hüten eine Volksabstimmung abzuhalten, die Bauchentscheidungen, die zu nichts führen haben ihn sicher eines Besseren belehrt. Da müssen schon Experten ran.

    • Rasputin

      Südtirol ist eine Insel im weiten endlosen Pazifik deshalb braucht es unbedingt den Flughafen da man sonst nicht erreichbar ist. Für wie dumm halten uns einige Funktionäre und der Handelskammerfuzzi !

    • Jürgen

      Den Flughafen in Bozen braucht es sicher, denn die Hoteliers werden bald selber Privatflugzeuge anschaffen, nachdem mit dem Porsche Cayenne inzwischen schon der Oberkellner fährt.

    • Max

      Die Nächtigungszahlen mit den Flughafen zu verbinden ist, meiner Meinung, NONSENS! das sind auch ein großer Teil der SMG-Mitarbeiter der Meinung.
      Inoffiziell (nach Info einer Freundin die dort arbeitet)
      das Pustertal ist jetzt schon Distanzmäßig gleich an einen Flughafen angebunden (innsbruck) … mit den ganzen jährlich verbrennten Geld könnte man eine GRATIS Flughafentransfer nach Venedig / Verona / Bozen / Innsbruck / München finanzieren. Das wäre eine Werbung!!!
      ES GIBT IMMER MEHRERE LÖSUNGEN UND NIE EINE EINZIGE! Sollten Sie als Unternehmern, Herr Moser, wissen!

      • Andreas

        Es gibt einige Hoteliere, welche noch nicht an den Fluggästen interessiert sind.
        Die sollen gefälligst ihren Hintern heben und sich mal selbst etwas bemühen, bevor man ihnen den Transport ihrer Gäste finanziert.
        Die 3,5 Millionen können wir verkraften, so schlecht gehts uns nicht.

    • Guenther

      Der Bozner Flughafen gehört geschlossen. Ein für alle mal. Südtirol ist keine Weltstadt.
      stattdessen soll Innsbruck angeflogen werden, und von dort kann man mit den Öfffis oder dem Taxi weiterfahren.

    • Steff

      KOSTENVERURSACHERPRINZIP
      schon mal gehört???

      Wenn eine Maschine mit nur einem Onorevole von Bozen nach Rom fliegt und sonst niemand mitfliegt, dann kostet der Flug halt 5.000,- € oder 10.000,-€.

      Der (schlechtbezahlte) Onorevole kriegt einen Beitrag von 100,- € (keine anderen Beiträge) den Rest muss er selber bezahlen. Dann wird der Flugplatz in 1 Woche geschlossen, wetten!

    • Hamster Klaus

      Wenn der Flugplatz wirklich so lukrativ und wichtig wäre, würde ihn eine private Firma finanzieren und betreiben. Derzeit werden Steuergelder bereit gestellt für, ein defizitäres Freizeitvergnügen weniger Leute.
      Der Wirtschaftsring sollte die Wirtschaftlichkeit des Flugplatzes erklären und nicht Wünsche äußern. Der Wirtschaftsstandort Südtirol wird mit dem Flugplatz kaum merklich attraktiver. Mit den 150 Millionen Euro hätten attraktivere Investitionen getätigt werden können.

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