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    Harte Zeiten

    Harte Zeiten

    Südtirols Sparer haben es zurzeit nicht einfach: Für sichere Geldanlagen gibt es momentan fast keine Zinsen. Investoren stehen hingegen gute Zeiten bevor. 

    von Heinrich Schwarz

    Der Leitzins der Europäischen Zentralbank liegt weiterhin auf dem historischen Tiefstand von 0,05 Prozent. Das heißt, die Geschäftsbanken können sich zu diesem Zinssatz Geld bei der EZB leihen. Damit sollen die Banken angeregt werden, günstige Kredite an Haushalte und Unternehmen zu vergeben, um somit die schwächelnde Wirtschaft anzukurbeln.

    Umgekehrt heißt dies allerdings, dass die Niedrigzinsen an die Sparer weitergegeben werden. Einlagen auf einfachen Bankkonten oder kurzfristige Anlagen werfen kaum noch Gewinne ab. Dabei passiert es in der Regel sogar, dass man durch die Inflation real sogar Geld verliert.

    Die Sparer stehen vor einem regelrechten Dilemma: Will man Geld sicher anlegen, kommt es zum Wertverlust. Zielt man hingegen auf eine hohe Rendite ab, muss man unsichere Anlagen in Kauf nehmen. Denn eine hohe Rendite bedeutet immer auch ein hohes Risiko.

    Das Arbeitsförderungsinstitut hat im aktuellen AFI-Barometer erhoben, auf was Südtirols Arbeitnehmer bei der Geldanlage Wert legen. Für 70 Prozent der Befragten ist Sicherheit das oberste Ziel. 62 Prozent gaben Liquidität an. Sie wollen also immer genug Geld für kurzfristige Ausgaben haben, ohne dabei Schulden machen zu müssen.

    Eine langfristige Rendite ist für 48 Prozent der Arbeitnehmer wichtig – für 15 Prozent hingegen eine kurzfristige Rendite. Unter den vier genannten Zielen konnten die Befragten übrigens zwei auswählen.

    Und aus welchen Gründen wird gespart?

    61 Prozent gaben an, ihr Geld vor allem für die Kinder beiseite zu legen. 51 Prozent argumentierten mit unvorhersehbaren Ereignissen. Hauptsächlich für den Ruhestand sparen 44 Prozent der vom AFI befragten Südtiroler. 41 Prozent gaben den geplanten Hausbau an, wobei wiederum zwei Antworten möglich waren.

    Besonders interessant – und durchaus auch nachvollziehbar – sind die Unterschiede zwischen den Altersklassen. Die 20- bis 29-Jährigen sparen in erster Linie für den Hausbau, die 30- bis 49-Jährigen für den Nachwuchs und die ältere Arbeitnehmer-Generation für einen Lebensabend ohne Geldprobleme.

    Der Sozial- und Arbeits-Landesrätin Martha Stocker geben die Prioritäten der jungen Südtiroler allerdings zu denken: „Dass die Zeiten nicht leicht sind, ist klar. Aber selbst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist es wichtig, über eine Zusatzrente für das Alter vorzusorgen.“

    Weit bessere Umstände als die Sparer haben derzeit die Unternehmen. Sie profitieren von Krediten mit relativ niedrigen Zinsen. Und tatsächlich scheint die Niedrigzinspolitik der EZB Früchte zu tragen. Laut einer Statistik der Banca d’Italia steigt das Kreditvolumen an Unternehmen erstmals seit Jahren wieder an. Die Nachfrage ist also da – und die Banken lockern die vielzitierte Kreditklemme.

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