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    Der Lehrlingspakt

    Bildschirmfoto 2015-01-23 um 17.59.19Mit dem „Lehrlingspakt“ ziehen Land und Sozialpartnergremien gemeinsam an einem Strang, um die Lehre zu stärken.

    Jugendliche, die gerne über eine Lehre einen Beruf erlernen, aber keine Lehrstelle finden, gibt es in Südtirol letzthin immer mehr. Mit dem von LR Philipp Achammer angeregten „Lehrlingspakt“ ziehen Land und Sozialpartnergremien gemeinsam an einem Strang, um die Lehre zu stärken.

    Der Auftakt mit LR Achammer und LRin Martha Stocker dazu war am Freitag in der Handelskammer in Bozen.

    „Von 2004 bis 2013 sind die Verträge der traditionellen Lehre um 27,1 Prozent zurückgegangen; vor allem minderjährige Jugendliche haben zunehmend Schwierigkeiten, eine Lehrstelle zu finden“ sagte Bildungslandesrat Achammer. Dies sei besorgniserregend, denn die Lehre biete einen direkten Einstieg in die Arbeitswelt, so der Landesrat. Wenn dies nicht möglich sei, müssten Jugendliche bis sie 18 Jahre alt seien, eine Vollzeitschule besuchen, da sie in der Bildungspflicht seien, so Achammer. „Wir müssen es den Jugendlichen ermöglichen, Ausbildung und Bildungspflicht miteinander zu vereinen“, betonte Arbeitslandsrätin Stocker.

    „Das Gut der Lehre, die ein Garant für eine gute Eingliederung von Jugendlichen in den Arbeitsmarkt ist, darf uns nicht abhanden kommen“, unterstrich Stocker. „Die traditionelle Lehre ist ein Erfolgsmodell, um das wir staatsweit beneidet werden, deshalb gilt es nun, die Situation zu analysieren und gemeinsam ein Maßnahmenpakt zu schnüren, um diese Ausbildungsform für die Zukunft nicht nur zu erhalten, sondern zu festigen und auszubauen“, betonte Achammer.

    Um für diese Jugendlichen wieder mehr Lehrstellen zur Verfügung zu stellen, hat sich die Landesregierung Ende 2014 dafür ausgesprochen, einen „Lehrlingspakt“ zu initiieren. Ziel des Paktes ist es, gemeinsam mit den Sozialpartnern konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um die Rahmenbedingungen für die Lehre zu verbessern. „Hier sind Detaildaten wichtig, um Ansatzmöglichkeiten zu finden“, unterstrich Stocker und verwies darauf, dass die traditionelle Lehre ein ländliches Phänomen sei, und dass die Lehre vor allem in den nicht klassischen Bereichen zurückgegangen sei.

    Die Vertreter von rund 20 Organisationen (Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften) haben am Freitag ihre Stellungnahmen zur traditionellen Lehre eingebracht. Die Möglichkeit dieser Ausbildungsform solle beibehalten werden, so der gemeinsame Tenor der Vertreter der Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften. Nach einer Analyse der Ist-Situation werden in den kommenden Wochen Besprechungen und Workshops erfolgen, um im Rahmen des „Ausbildungspakts“ konkrete Maßnahmen zum Erhalt der traditionellen Lehre zu setzen

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    Kommentare (4)

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    • Hamster Klaus

      Dasselbe Bild in allen Ressorts? Ratlosigkeit, Inkompetenz und kaum Konzepte. Das „großspurige“ Gerede der Svp – Pd – Regierungen weichen zu spät der Ernüchterung?

    • Hartmann

      Da wird es wohl wieder Beiträge oder Zuwendungen an Betriebe geben, damit sie Lehrlinge aufnehmen. Dabei wäre den Betrieben weit mehr geholfen, wenn sie gut ausgebildete Lehrlinge bekämen. Aber hier versagt das Schulsystem und die Duale Berufsausbildung, wo längst nicht mehr Bildungsinhalte vermittelt werden. Die Verantwortung dafür trägt weniger die Lehrerschaft als vielmehr die Landespolitik und vor allem unser Schulsystem. Also: Lehrlinge vermitteln nur um des vermittelns willen ist falsch und belastet das Budget. Das müsste eigentlich SWR – Präsident Pan auch so sehen. Aber wenn indirekte Wirtschaftsbeiträge fließen, dann sind die Rahmenbedingunen für die Wirtschaft ja wieder in Ordnung . Jahrzehntelang wurde eine solche subventionierte Plan-Wirtschaft betrieben und damit spielt die Südtiroler Wirtschaft mit ihren dominanten, führerkultmäßig organisierten Verbänden dem Wirtschaftskommunismus in die Hand, den sie selbst verteufeln! Gute Nacht, Südtirol!

    • Beitlschneider

      Für mich sind die bürokratischen Hindernisse und Auflagen Schuld für die Misere dafür, dass die Betriebe bei der Aufnahme von Lehrlingen zurückhaltend sind. Aber die Wirtschaft muss sich selbst an die Nase fassen, denn die Auflagen für Arbeitssicherheit usw. hat sie mitentschieden.

    • Hamster Klaus

      Die Gesetze und Vorschriften wären zu „entrümpeln“. Im Staat Italien eine Unmöglichkeit.

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