Du befindest dich hier: Home » Südtirol » Sparen für die Kinder

    Sparen für die Kinder

    Sparen für die Kinder

    Das neue AFI-Barometer: Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit wird weniger pessimistisch eingeschätzt als noch vor einem Jahr. Und: Schlechte Zeiten für Sparer.

    Am Donnerstag wurde die siebte Ausgabe des AFI-Barometers vorgestellt. Das Stimmungsbild der Südtiroler Arbeitnehmer entspricht in etwa jenem vor 12 Monaten. Eine Ausnahme bilden die Arbeitsmarktindikatoren, die sich weiter aufgehellt haben. Schwierig haben es Südtirols Arbeitnehmer derzeit als Sparer, denn der Zins ist nahezu ausradiert. Verbesserte Rahmenbedingungen für Unternehmen lassen auf mehr Investitionen und Arbeitsplätze hoffen.

    Im Jahr 2015 schreitet die Wirtschaftsentwicklung in den Ländern der Europäischen Union insgesamt schleppend voran (Wirtschaftswachstum: +1,2%). Die Weltkonjunktur wird vor allem von den USA angetrieben (+3,6%). Die Erdölpreise bleiben über das gesamte erste Halbjahr 2015 niedrig. Der Euro-Raum taucht vorübergehend in eine Phase der „technischen Deflation“ ein. Der schwache Euro gibt dem Export in Zielmärkte außerhalb des Euro-Raums deutlichen Auftrieb.

    Stimmung der Südtiroler Arbeitnehmer wie vor 12 Monaten

    Das Stimmungsbild der Südtiroler Arbeitnehmer ähnelt mit wenigen Ausnahmen jenem vor einem Jahr. Aufgehellt haben sich die Perspektiven am Arbeitsmarkt. Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit wird weniger pessimistisch eingeschätzt als noch zu Beginn 2014, dasselbe gilt für das Risiko, den eigenen Arbeitsplatz zu verlieren. Anhaltend differenziert bleibt die Situation innerhalb der Arbeitnehmerschaft in Bezug auf die Sparfähigkeit.

    Die Hälfte der Befragten ist zuversichtlich, Geld auf die hohe Kante legen zu können, während die andere Hälfte davon ausgeht, dass dies nicht möglich sein wird. 38% der Südtiroler Arbeitnehmer geben an, dass sie nur mit Schwierigkeiten über die Runden kommen, weil das Geld nicht bis ans Monatsende reicht. Trotz dieser Schwierigkeiten bleibt ein Wirtschaftswachstum für die Südtiroler Wirtschaft von 1% im Jahr 2015 in Reichweite. „Die Energiekosten sind gesunken, der schwache Euro begünstigt den Export, der Zinssatz für Kredite ist besonders attraktiv und die von der Landesregierung beschlossene IRAP-Entlastung im Ausmaß von 88 Mio. Euro führt den Unternehmen frisches Geld zu. Jetzt warten wir auf Investitionen und Arbeitsplätze“, so der Kommentar von AFI-Direktor Stefan Perini.

    Gute Zeiten für Investoren, schwierige für Sparer

    Bildschirmfoto 2015-01-22 um 12.27.40Der Zinssatz ist eine Medaille mit zwei Seiten. Zeiten niedriger Zinsen sind gut für Investoren und schlecht für Sparer. Positiv hervorzuheben ist, dass die Kreditvergabe an Unternehmen in den letzten Jahresmonaten 2014 wieder angesprungen ist. Demgegenüber müssen sich Sparer derzeit mit äußerst niedrigen Zinsen begnügen. Berücksichtigt man, dass die aktuelle Inflationsrate in Südtirol 0,8% beträgt, so müssen Sparer beispielsweise italienischen Staatsanleihen mit einer Laufzeiten von mindestens einem Jahr wählen, nur um den Wertverlust durch die Inflation auszugleichen.

    „Dabei ist Wertbeständigkeit das wichtigste Kriterium, das die Arbeitnehmer zugrunde legen, wenn sie ihr Erspartes anlegen“, bestätigt Irene Conte, die im Institut das AFI-Barometer koordiniert. 70% geben die Sicherheit, das investierte Kapital nicht zu verlieren, als eines von zwei Kriterien bei der Wahl der Anlageform an. Am zweiwichtigsten (62%) ist Südtirols Arbeitnehmern die Liquidität, also die unmittelbare Verfügbarkeit des Ersparten, wenn es die Notwendigkeit erfordert. Die langfristige Rendite wird von 48% der Befragten ins Auge gefasst. Nur 15% der Südtiroler Arbeitnehmern messen der kurzfristigen Rendite eine große Bedeutung zu.

    Der Hauptgrund fürs Sparen sind die Kinder.

    61% der Befragten geben dies entweder als wichtigsten oder zweitwichtigsten Grund an. 51% sparen, um unvorhergesehenen Ereignisse besser begegnen zu können, wie beispielsweise den Verlust des Arbeitsplatzes.

    Die Vorsorge fürs Alter wird von 44% als Grund angegeben, das Sparen fürs Eigenheim von 41%. Die Prioritäten ändern sich im Lebensverlauf: Die Jungen geben als wichtigsten Grund das Eigenheim an, die Alterskategorie 30-49 Jahre die Kinder, die Über-50-Jährigen die Vorsorge fürs Alter.

     

     

    Clip to Evernote

    Kommentare (7)

    Lesen Sie die Nutzerbedingungen

    • christian waschgler

      Es wäre schön wenn man für die Kinder oder Enkel etwas sparen könnte. Aber bevor es dazu kommt hat der Staat seine Finger im Spiel und stiehlt alles. Falls doch noch ein paar „Kröten“ übrig bleiben und man legt ein Sparbuch an dann ist es diesem „Staat“ nicht zu niederträchtig die paar „Kröten“ auch noch zu besteuern. Diese skrupellose korrupte Diebesbande bestiehlt also schon kleine Kinder

    • high

      Berücksichtigt man, dass die aktuelle Inflationsrate in Südtirol 0,8% beträgt, so müssen Sparer beispielsweise italienischen Staatsanleihen mit einer Laufzeiten von mindestens einem Jahr wählen, nur um den Wertverlust durch die Inflation auszugleichen. Im Gegenteil. Wenn ich Staatsanleihen mit 1jaehriger Laufzeit kaufe dann bekomme ich einen Negativzins!!!

    • waxo

      „Jetzt warten wir auf Investitionen und Arbeitsplätze“, so der Kommentar von AFI-Direktor Stefan Perini“.
      Wunderbar. Andere sollen schaffen, andere warten……
      Genau das dürfte eines der Probleme in unserem Land sein. Wo ist der Unternehmergeist geblieben?

    • bodenhaftung

      Die Bankberater, auf das Dilemma des Sparens angesprochen, und dass das Geld besser unter der Matratze aufgehoben wäre,: „aber da könnten Einbrecher kommen“.
      Also bestätigen die Experten: das Geld auf der Bank wird weniger.

      Deswegen: Ab in den Tresor.Ausgeben, Leben genießen.

    • Hamster Klaus

      Der EZB Chef Draghi und Ex – Mitarbeiter von Goldman hat angekündigt in den nächsten Jahren den Banken und den Finanzinstitutionen mehr als 1.000 Milliarden Euros an Steuergeldern zur Verfügung zu stellen. Die Frage ob Draghi gegen die „Geschäftsordnungen“ und die Prinzipien des Euros verstößt sollte erlaubt sein.
      Also laut Darghi: „Wer spart wird enteignet“.

    • christian waschgler

      Dies Billion ist nur bedrucktes Spielgeld ohne jeglichen Wert – es ist gleich viel wert wie ein ungedeckter Scheck.

    Kommentar abgeben

    Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

    2013 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl - Alle Rechte vorbehalten. Impressum | AGB | Kontakt

    Nach oben scrollen