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    Der Kompromiss

    Der Kompromiss

    Der Landtag hat am Freitagabend das Bildungsomnibusgesetz verabschiedet. Die Reaktionen von Landesrat Philipp Achammer und Schulamtsleiter Peter Höllrigl.

    Der Landtag hat am Freitagabend das Bildungsomnibusgesetz verabschiedet. Maßnahmen zur Erhöhung der didaktischen Kontinuität, Bestimmungen zur Anerkennung außerschulischen Lernens in Musikschule, Sportvereinen und außerschulischen Organisationen sowie ein verändertes Ranglistensystem zur unbefristeten und befristeten Aufnahme des Lehrpersonals sind die Schwerpunkte des neuen Gesetzes.

    „Ziel der neuen Ranglistenregelung ist es, die bisherige Unterteilung in Gruppen zu beenden, um in eine durchgängige Reihung zu gelangen. Die Schwierigkeit bestand insbesondere darin, einen Übergang von der bestehenden Rangliste in das neue System zu schaffen“, so Landesrat Philipp Achammer, der den Gesetzentwurf gemeinsam mit Landesrat Christian Tommasini und Landesrat Florian Mussner vorgelegt hatte.

    Durch ein Reißverschlusssystem sowie durch weitere abmildernde Maßnahmen sei es gelungen, den Übergang vom alten in das neue System zu vereinfachen und Widersprüche in den bestehenden Ranglisten aufzulösen. „Diese Übergangslösung ist ohne Zweifel ein Kompromiss. Die neue Rangliste jedoch ist eine langfristig haltbare Lösung, die von allen Seiten auch als solche positiv anerkannt wird“, betont auch Ressortdirektor und Schulamtsleiter Peter Höllrigl.

    Das neue Bildungsgesetz enthält auch eine Reihe von Maßnahmen, um die didaktische Kontinuität zu unterstützen und zu fördern. Ein Drittel der Lehraufträge – das sind 2000 von insgesamt 7500 Lehrerstellen im deutschsprachigen Bereich – wird jährlich neu vergeben. Diese Zahl gelte es zu verringern. Durch verschiedene Maßnahmen, die im Gesetz verankert wurden, soll zu mehr didaktischer Kontinuität beigetragen werden, erklärt Landesrat Achammer.

    Dazu zählen unter anderem die Erhöhung des Landeszusatzstellenplanes, wodurch 175 neue unbefristete Stellen geschaffen werden, eine größere Möglichkeit zur Dienstbestätigung für befristet angestellte Lehrpersonen mit Lehrbefähigung sowie die Mehrjährigkeit von verschiedenen Maßnahmen wie beispielsweise der Abschluss mehrjähriger Verträge.

    Landesrat Philipp Achammer bezeichnet die Anerkennung von Bildungsguthaben als Brückenschlag zwischen Bildungspartnern. Durch die Anerkennung werde weder schulisches Lernen ausgelagert, noch außerschulisches Lernen verschult, stellt der Landesrat klar.

    Die Anerkennung bringe Chancen und Potentiale in der Zusammenarbeit zwischen Schule und außerschulischen Partnern. Konkret sieht das Gesetz in der Unterstufe eine verpflichtende Anerkennung der Musikschule sowie eine mögliche Anerkennung von Sport und weiteren außerschulischen Tätigkeiten, in der Oberstufe hingegen eine Möglichkeit zur Anerkennung der Musikschule, sowie eine mögliche Anerkennung von Sport und weiteren außerschulischen Tätigkeiten vor.

    Das außerschulische Angebot wird dabei keiner Bewertung unterzogen. Weitere klärende Richtlinien zum Bildungsgesetz werden in den entsprechenden Durchführungsverordnungen der Landesregierung folgen.

    Der Weg zu diesem neuen Bildungsgesetz sei der richtige gewesen, so Landesrat Achammer abschließend überzeugt. Das sei von allen im Landtag vertretenden Parteien auch anerkannt worden. „Perspektiven in der Bildungslandschaft müssen im Dialog miteinander gefunden werden, denn schließlich geht es um den hohen Anspruch, unseren Kindern und Jugendlichen eine qualitativ hochwertige Ausbildung zu gewährleisten“, so Achammer.

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    Kommentare (13)

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    • Andreas

      Die selbsternannte geistige Elite weigert sich einen Zweisprachigkeitsnachweis zu machen.
      Bravo Lehrer, das habt ihr gut gemacht, ihr habt ein ausgezeichnetrs Motiv zum Lästern geliefert und mir stellt sich die Frage wie ihr von Schülern etwas fordern wollt, wenn ihr selbst nicht mal die Mindestanforderung an den Hausmeister erfüllen wollt.

      • Ulrike Gurschler

        @ Andreas
        Ich sehe keinen Zusammenhang zwischen Ihrem Kommentar und dem Artikel! Aber wie ich bereits in anderen Kommentaren von Ihnen lesen konnte, geht es Ihnen wohl eher um ständige Provokation, wobei Sie keine Berufsgruppe auszulassen scheinen.

        • Andreas

          Sie haben Recht, mit dem Artikel hat es wenig zu tun, außer dass es um die Schule geht.
          Das Thema der Zweisprachigkeit war aber Thema des Leitartikels von Tribus am Samstag in der gedruckten Ausgabe und ich war recht überrascht, dass Lehrer/innen nicht mal einen Zweisprachigkeitsnachweis haben müssen, da sie sich weigern.

      • Hera

        Hast du mal rumgefragt, wie viele einen Zweisprachigkeitsnachweis besitzen? Nein, ansonsten würdest hier nicht derart polemisieren.

    • irmi

      Ihr? Alle Lehrer? Hier verallgemeinert man wieder mal. Schlimmer ist – was die Tageszeitung in ihrem Bericht nicht schreibt – dass Lehramtskandidatinnen von österreichischen Unis 11 (!!!) Jahre lang ihre Vorrangstellung behalten dürfen. Wer braucht 11 Jahre für ein Lehramtsstudium? Mehr als die doppelte Studienzeit.

    • Batman

      Die Schule ist selbst Teil eines Gesamtsystems, des Staates. Dieses
      Gesamtsystem nahm Paul Goodman im 
      3. Teil von „New Reformation“ –
      LEGITIMACY- in den Blick. Das 
      Verhängnis der Schule stellt sich 
      heraus als nur ein Fall unter vielen
      Fällen des Verhängnisses verstaatlichter Gesellschaften. Da der
      Staat nicht Bund ist, nicht Gilde, nicht
      freie Assoziation, da der Staat nicht aus Übereinkunft oder Vertrag entsteht, sondern aus Gewalt, kann 
      staatlich Organisiertes keine Selbstständigkeit enthalten. Die Organisation selbstständig handelnder
      Menschen muss sich fortgesetzt aus freiem Übereinkommen erneuern. Jede
      staatliche Organisation überformt eine
      eventuell zugestandene Selbstständigkeit durch deren Teilhabe 
      am Gewaltzusammenhang. Der Staat 
      gewährt Selbstständigkeit wie die spielende Katze der Maus Bewegungsfreiheit lässt.
      Diese Aussage, die wohl jeder für diktatorische Systeme gelten ließe, macht Goodman auch und gerade für das demokratische Amerika geltend. Der 
      Gewaltzusammenhang ist aus dem unmittelbaren Erfahrungsbereich der meisten Bürger entfernt und kann darum um so unbeschadeter vollzogen werden. Die Lähmung von Initiative und Engagement, die der Gewaltzusammenhang nach sich zieht, erscheint dann als naturgegeben, als im Trend der Geschichte liegend, als im Menschen begründet, als Fehler des einzelnen. Goodmans gestalttherapeutische Aussagen beziehen sich zum großen Teil auf die Analyse der krankmachenden Auswirkungen, die der Gewaltzusammenhang auf das Individuum hat. Das Geheimnis des demokratischen Gewaltzusammenhangs ist Monopolisierung und Zentralisierung 
      Auf der Angebotsseite machen Monopolisierung und Zentralisierung aus den selbsständigen PROFESSIONALS Befehlsempfänger. Aus Unabhängigkeit wird Unterwürfigkeit, aus Stolz wird Ängstlichkeit, aus der Berufsehre wird Jobmentalität. Aus Berufstätigen wird Personal. Auf der Nachfrageseite kreieren Monopolisierung und Zentralisierung falsche Interessen. Wer-um im Bereich der Ausbildung zu bleiben- einen unter das Verhängnis geratenen Beruf auszuüben anstrebt, orientiert sich praktischerweise nicht an den Erfordernissen, die sich in Aneignung und neu zu erarbeitenden eigenen Deutung des betreffenden Berufs ergeben, sondern an der Erreichung von Diplomen, Lizenzen, Approbationen, Zulassungen. Diese Orientierung an den willkürlichen von außen gesetzten Regeln produziert selbst erneut die Nachfrage nach entstellten PROFESSIONALS, etwa Lehrer, Ausbilder, Trainer. Denn man will schließlich den Abschluss erreichen oder die Zulassung erhalten, und darum verlangt man als Ausbilder, dass er auf dem schnellsten und einfachsten Wege
      dahin führen möge.
      Im Fall der Schule ist sowohl Monopolisierung als auch ihr direkter Gewaltzusammenhang noch relativ deutlich zu erkennen. Darum fügt sich die Pädagogik- einschließlich der modischen Gestaltpädagogik- ihrer verschleiernden Rolle, solange sie sich, wie gegenwärtig, dagegen sträubt, überhaupt die Staats- und Gewaltfrage zu diskutieren.
      • Mit der Schule hat der Staat eine gesellschaftliche Funktion erobert, sich selbst meist die einzige Lizenz zur Erfüllung der Funktion vorbehalten oder jedenfalls die strikte Kontrolle über ihre Erfüllung. Schon dieser Akt ist zweifellos ein Gewaltakt.
      • Ein zweiter offener Gewaltakt besteht in der Schulpflicht. Sie geht sogar über Monopolisierung hinaus, denn sie stellt einen Annahmezwang für eine Dienstleistung her. Einen solchen Annahmezwang gibt es auch im Therapiebereich, z. B. bei der Zwangsbehandlung von 
      „Schizophrenie“ oder „Suchtkrankheiten“
      – beides eher Polizeibegriffe als Begriffe einer der Menschlichkeit verpflichteten Psychotherapie.
      • Der dritte, etwas verdecktere Gewaltakt ist die Finanzierung der Schule über Steuern. Aber ein wenig Nachdenken zeigt sofort, dass Steuern notwendigerweise einen Gewaltzusammenhang herstellen. Denn um freiwillige Beiträge handelt es sich offenbar nicht.

      Aus dem Buch GESTALT BEGREIFEN
      von Stefan Blankertz
      Seite 28-29

    • Nirwana

      Politisch aufgezwungene Zweisprachigkeitspflicht in einem gleichzeitig auch von der Politik geförderten negativen kulturellen Umfeld gegenüber der zweiten Sprache kann auf Dauer keine Erfolgsaussichten haben.
      Nur wenn die Erlernung einer anderen Sprache als Bereicherung des eigenen kulturellen Niveaus empfunden wird und/oder als Entdeckung einer neuen Welt einer neuen Kultur gefühlt wird, kann sich eine Mehrsprachigkeit auf Dauer behaupten, denn diese bedarf eine lebenslange Pflege und der kontinuierliche Gebrauch derselben ist unerlässlich und das geht nur durch eigenes kulturelles Interesse an der Sache. Aufgabe der Politik wäre es dafür ein positives Umfeld zu schaffen, damit eine solche Entwicklung gedeihen kann, das Gegenteil ist aber nach wie vor der Alltag.

    • Erika G.

      Ich kenne das Gesetz noch nicht. Vermute aufgrund von Erfahrungswerten, dass es für alle Beteiligten keine wesentlichen Verbesserungen bringen wird. Es ist eine „PR“ – Aktion des Landesrates getragen von den Medien, die dieses „PR-Angebot“ gerne aufnehmen.

      • Gregory

        Auch ich vermute, dass durch dieses Bildungsgesetz im Schulsystem keine Verbesserung einzieht. Im Gegenteil, es wird wieder mehr Bürokratismus und Verwirrung gestiftet, das Bildungsniveau gesenkt und das Rollenverhältnis Lehrer-Eltern-Schüler immer mehr umgedreht.

    • bodenhaftung

      Wenn die Stunden der Musikschulen anerkannt werden anstatt Wahlpflichtfach, dann fragt man sich, wo die Chancengleichheit der Bildung bleibt: was ist mit den Kindetn, die sich die Musikschule nicht leisten können? Oder die auf der Warteliste bleiben?
      Das Wahlpflichtfach geht in die Gesamtbewertung ein, wie will man die Musikschule bewerten?
      Da hält kein Rekurs.
      Also alles eine pure Werbeaktion des Landesrates, ohne Substanz.
      Die unsinnigen 3 Schulämter, bürokratische Wasserköpfe, die allen das Leben schwer
      machen, einzigartig in Italien, oder die seltsamrn pädagogischen Institute, die nicht mal Lehrbücher zustandebringen, werden nicht angerührt.

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