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    Gift – Zwei Arten von Trauer

    Ulrich Mattes und Dagmar Manzel: Sie verharrt in ihrer Trauer. Er versucht, darüber hinwegzukommen. (Foto: Arno Declair)

    Ulrich Mattes und Dagmar Manzel: Sie verharrt in ihrer Trauer. Er versucht, darüber hinwegzukommen. (Foto: Arno Declair)

    Vater, Mutter, Kind – nichts davon ist übriggeblieben. Der Sohn ist tot, die Eltern getrennt. Jahre später kommen ER und SIE zumindest in Worten einander wieder näher.

    Ein Mann und eine Frau treffen sich in einer Friedhofshalle. Gift soll aus einer nahegelegenen Fabrik ausgetreten sein und etliche Gräber müssen verlegt werden. Auch das Grab des Sohnes der beiden, der bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Das ist lange her. Genauso wie der Silvesterabend 1999, als die beiden sang- und klanglos auseinandergingen. Seitdem haben sie sich nicht mehr gesehen. In der Friedhofshalle betrachten die Frau und der Mann nun ihr eigenes umgebettetes Leben. Was ist aus ihr und ihm geworden? Wer hat sich was vorzuwerfen? Sie verharrt in ihrer Trauer. Er versucht, darüber hinwegzukommen, ein neues Leben anzufangen. Sie ist damals geblieben, er ist gegangen. Zwischen Abrechnung und Annäherung, Trost und Trauer, Zärtlichkeit und Härte schwankt diese Wiederbegegnung als Fortsetzung einer Beziehungsgeschichte, die noch lange nicht abgeschlossen ist.

    Die 1965 in den Niederlanden geborene Autorin Lot Vekemans wurde für ihre Stücke vielfach ausgezeichnet. Für „Gift“ erhielt sie den „Taalunie Toneelschrijfprijs“. Filmregisseur und Grimme-Preisträger Christian Schwochow (u. a. „Der Turm“) gab mit dieser Inszenierung sein erfolgreiches Theaterdebüt. Auf der Bühne stehen Ulrich Mattes und Dagmar Manzel, die für Ihre Rolle in „Gift“ 2014 den Theaterpreis „Faust“ in der Kategorie „Darsteller“ erhielt.

    Die Gastspiele „Gift“ des Deutschen Theaters Berlin finden am 21. Jänner im Bozner Waltherhaus und am 22. Jänner im Meraner Stadttheater statt. Kostenlose Einführungen um 19.15 Uhr. Karten im Südtiroler Kulturinstitut, Infos unter 0471 313800, im Internet: www.kulturinstitut.org

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