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Philipps Baustellen

Philipps Baustellen

Die Abgeordneten und Gewerkschafter blicken argwöhnisch auf Philipp Achammers Bildungsgesetz. Wo der Landesrat zurzeit die größten Baustellen vorfindet.

von Matthias Kofler

Der Vorschlag kam von Myriam Atz-Tammerle: „Der Landesrat hat uns damals total überrumpelt mit seinem Gesetzentwurf“, sagt die Abgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit.

Philipp Achammer hatte im Dezember den Entwurf für ein neues Bildungsgesetz vorgelegt. Das Problem: Nur drei Tage nach Veröffentlichung des Gesetzestexts kam der Entwurf schon zur Behandlung in die Gesetzgebungskommission.

Der Landesrat musste den aufgebrachten Kollegen also irgendwie entgegenkommen. Deshalb hatte der Gesetzgebungsausschuss beschlossen, die Gewerkschaften und Vereine zu einer Anhörung einzuladen, noch bevor der Entwurf in das Plenum des Landtags kommt.

Die Anhörung fand am Donnerstag statt. „Die Vorbehalte, die die Gewerkschafter bei dem Treffen äußerten, haben mich in meiner Haltung bestätigt“, sagt Brigitte Foppa.

Insgesamt weist der Gesetzentwurf drei große Baustellen auf.

So war bislang offen, ob die italienischen Lehrer für die Aufnahme in den Schulbetrieb künftig einen Zweisprachigkeitsnachweis vorlegen müssen. Im Entwurf ist die Rede von „requisiti speciali“, also von Sondervoraussetzungen.

Landesrat Christian Tommasini betonte aber, dass die Landesregierung damit nicht den Zweisprachigkeitsnachweis meine. Vielmehr gehe es um die Kenntnis der Geschichte und der Autonomie des Landes, welche die Lehrer, die aus anderen Regionen nach Südtirol kommen, nachweisen müssten.

Für Myriam Atz-Tammerle eine durchaus begrüßenswerte Lösung. Wenn hingegen jeder in Südtirol arbeitende Lehrer zweisprachig sein müsse, dann sei die Gefahr groß, dass es bald gemischtsprachige Schulen in Südtirol geben werde. Und das wäre dann ein Nachteil für die deutsche Sprachgruppe.

„Wir erleben das auch tagtäglich in den Restaurants: Wenn an einem Tisch ein Italiener mit neun Deutschen sitzt, fangen die Deutschen an, Italienisch zu reden“, so die Abgeordnete.

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