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Der Duft des Geldes

fischnaller katarManuel Fischnaller hat seinen Manager gewechselt. Sein neuer Berater Gabriele Tubaldo ist nicht nur ein enger Vertrauter des mächtigsten Spielervermittlers Mino Raiola – er hat auch beste Kontakte in die reichsten Ligen der Welt.

Manuel Fischnaller weiß sehr wohl, dass der nächste Vertrag, den er unterzeichnen wird, der wichtigste sein könnte. „Ich bin 23 Jahre alt, jetzt muss ich die richtigen Entscheidungen treffen“, erklärte der Profi vor wenigen Wochen im TAGESZEITUNG-Interview.

Gerade weil es in den nächsten Wochen und Monaten gilt, die „richtigen Entscheidungen“ zu treffen, hat Manuel Fischnaller den Manager gewechselt. Vor wenigen Wochen trennte sich der Signater Profi von seinem bisherigen Berater Giuseppe Galli. Jetzt wird Manuel Fischnaller von Gabriele Tubaldo betreut und gemanagt. Tubaldo arbeitet in Verona und ist einer der engsten Mitarbeiter von Mino Raiola, dem wohl mächtigsten Spielberater Europas, der Kaliber wie Zlatan Ibrahimovic oder Mario Balotelli unter Vertrag hat.

Ausschlaggebend für diese Entscheidung war der Umstand, das Giuseppe Galli sich faktisch nur auf den italienischen Markt bzw. auf italienischen Profi-Ligen konzentriert. Anders Gabriele Tubaldo. Der neue Manager von Manuel Fischnaller ist in das Netzwerk von Mino Raiola eingebunden und kann als Türöffner in die verschiedensten europäischen Fußballligen fungieren: Spanien, Deutschland, England, Frankreich, Holland.

Nicht nur!

Gabriele Tubaldo pflegt außerdem engste Kontakte zu Clubs in Japan, China und in Katar. Es sind dies jene Länder, in denen durchschnittliche Spieler derzeit Traumgagen kassieren können.

Katar-Nationalspieler Montezine (Foto: esporte Futebol.br)

Katar-Nationalspieler Montezine (Foto: esporte Futebol.br)

Ein konkretes Beispiel: Der brasilianische Mittelfeldspieler Fábio César Montezine, Jahrgang 1979, kam in der Saison 2002/2003 nach Neapel. Der SSC Neapel spielte damals in der Serie B. Montezine erzielte in 77 Spielen zwar 7 Tore, schaffte aber den Durchbruch nicht. 2005 wechselte er zu Avellino.

Nach dem Jahr in Avellino stellte der Manager den brasilianischen Spieler vor die Alternative: Er fragte ihn, ob er sein Glück weiter in der italienischen Serie B versuchen – oder ob er Geld verdienen wolle.

Montezine entschied sich fürs Geld-Verdienen: Seit 2005 spielt der Brasilianer in Katar, zuerst bei Al-Arab, dann beim Al-Rayyan Sport-Club, seit 2008 ist er sogar für die Nationalmannschaft von Katar spielberechtigt. Die Scheichs haben den Mittelfeldspieler, der für die italienische Serie B gerade gut genug war, eingebürgert.

In Katar hat Fábio César Montezine inzwischen längst ausgesorgt. Seit 2005 verdient der Brasilianer 800.000 Euro netto pro Saison. So viel Geld hätte er in keinem anderen Land der Welt verdienen können.

Der Fall Montezine zeigt eindrücklich, wie wichtig es für einen Fußball-Profi ist, einen guten Manager zu haben.

Manuel Fischnaller hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass ihn eine Auslandserfahrung reizen würde.

So wie es aussieht, wird Manuel Fischnaller bis Sommer 2015 beim FC Südtirol bleiben.

Und dann wird der Signater gemeinsam mit seinem Manager entscheiden, was und wohin er will. Wenn Fischnaller in der Rückrunde ähnlich groß aufspielen sollte wie in der Hinrunde – mit 10 Treffern –, wird es kein Problem sein, einen Club in der Serie B zu finden, vielleicht sogar in der Serie A.

Zuletzt hatten Späher von Atalanta Bergamo Manuel Fischnaller beobachten lassen.

Doch die Frage wird sein: Was ist gut für Manuel Fischnaller? Ist es besser, in der italienischen Serie A auf der Bank zu schmoren? Oder wären ein paar Lehrjahre bei einem Spitzenclub in Holland oder bei einem spanischen Verein für die fußballerische Entwicklung wichtiger?

Auch die Vereinsverantwortlichen beim FC Südtirol sind nicht unglücklich darüber, dass Manuel Fischnaller den Manager gewechselt hat. Der Grund: Im italienischen Fußball werden keine hohen (Ablöse-)Summen mehr gezahlt. Würde Manuel Fischnaller zu einem italienischen Serie A- oder zu einem B-Club wechseln, könnte der Verein mit Sitz in der Cadornastraße im Sommer 2015 mit einer Ablösesumme von 500.000 bis maximal 700.000 Euro rechnen.

Ein Vergleichswert: In Japan oder in Katar würden Clubs für einen Spieler wie Manuel Fischnaller bis zu 1,5 Millionen Euro hinblättern.

Manuel Fischnallers großes Ziel ist es, den Sprung in die italienischen Serie A zu schaffen. Gemeinsam mit seinem Manager wird er auf dieses Ziel hinarbeiten. Vier, fünf Jahre bleiben dem Signater, um sich den Serie A-Traum zu erfüllen. Und das Beruhigende für Fischnaller ist: Sollte es in Italien nicht klappen, hat er in Gabriele Tubaldo den richtigen Manager für den Plan B.

Der Brasilianer Montezine ist auch erst mit knapp 27, nachdem er sich in der italienischen Serie B nicht durchsetzen konnte, nach Katar gewechselt. In den vergangenen acht Jahren hat Montezine nicht nur über 6 Millionen Euro netto verdient – sondern er lebt in Katar wie ein Scheich.

 

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