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    Der Erntemaschinen-Betrug

    Eine echte Windegger-Erntemaschine

    Eine echte Windegger-Erntemaschine

    Eine slowakische Firma hat patentrechtliche geschützte Allzweckbühnen eines Südtiroler Herstellers illegal nachgebaut und in der Region verkauft. Die Maschinen werden jetzt beschlagnahmt.

    Die Nachricht wird in der Südtiroler Obstwirtschaft wie eine Bombe einschlagen. Dutzende Obstbauern im Trentino und auch in Südtirol haben in den vergangenen Jahren Erntemaschinen erworben.

    Jetzt stellt sich heraus: Die slowakische Fimra „LuStaKo“, die die Erntemaschinen vertrieben hat, soll die Allzweckbühnen illegal nachgebaut und somit patentrechtliche Bestimmungen verletzt haben.

    Nach Informationen von TAGESZEITUNG Online soll die slowakische Firma die patentrechtlich geschützte Allzweckbühne des Typs „K4“ der Firma Windegger mit Sitz in Lana ohne Erlaubnis nachgebaut haben.

    Anwalt Bruno Telchini

    Anwalt Bruno Telchini

    Die „K4“ der Firma Windegger verfügt über ein einzigartiges und patentiertes Erntesystem.

    Die Pflückkörbe für den Gipfelbereich werden automatisch von oben in die Kiste abgesenkt und entleert.

    So können mit der K4 bis zu fünf Personen gleichzeitig und bequem im Boden- und Gipfelbereich pflücken. Die leeren Pflückkisten werden entweder einzeln in den Reihen verteilt, zudem ist es möglich bis zu fünf Kisten während der Ernte mit der Maschine mitzuführen.

    Leicht montierbare Zusatzbatterien verdoppeln die Autonomie bei Arbeiten am Hagelnetz oder beim Aufhängen der Dispenser.

    Die Allzweckbühne K4 kann direkt am Hebewerk des Traktors mitgeführt werden oder bei der Ernte mit dem Gabelstapler transportiert werden.

    Genau diese Maschine soll die slowakische Firma nachgebaut haben.

    Und: Die Maschinen sollen dann – weit unter dem Preis, den die Firma Windegger für die Original-Maschinen verlangt – an Obstbauern in der Region Trentino-Südtirol verkauft worden sein. Allein im Nonstal soll die slowakische Firma über 50 Maschinen verkauft haben.

    Der Firma Windegger ist es nun über den Anwalt Bruno Telchini gelungen, eine Beschlagnahmung der illegal nachgebauten Erntemaschinen zu erwirken. Der Bozner Zivilrichter Alex Tarneller hat ein entsprechendes Dekret erlassen, das Beschlagnahmungen auf dem gesamten italienischen Staatsgebiet erlaubt. Die ersten Beschlagnahmungen wurden am Montag dieser Woche im Nonstal durchgeführt, in den nächsten Tagen werden die Behörden auch in Südtirol Beschlagnahmungen durchführen.

    Der Firma Windegger sind durch die illegalen Praktiken der slowakischen Firma enorme wirtschaftliche Schäden entstanden. Der Anwalt der Firma spricht von Umsatzeinbußen in Höhe von einer Million Euro.

    Die Firma Windegger hatte ein Detektei (Infoglobal) beauftragt, die Praktiken der slowakischen Firma zu recherchieren.

    Noch ist unklar, was mit den beschlagnahmten Maschinen geschehen soll. Anwalt Telchini schließt nicht aus, dass die Maschinen von Amts wegen zerstört werden müssen, da es sich um faktisch um gefälschte Marken-Geräte handelt. Den Bauern, die die Maschinen gekauft haben, könnten sogar strafrechtlich belangt werden.

    Das Geld, das die Bauern für die Maschinen hingeblättert haben, dürfte in jedem Fall verloren sein.

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    Kommentare (55)

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    • TrueGrit

      Woher sollten die Käufer wissen, dass es sich um zukünftig illegalen Nachbauten einer wohl legal gegründeten Firma handelt?
      Es handelt sich wohl um die sprichwörtlichen Bauernopfer…

      • walter

        mit Fördergelder haben sie sie gekauft und Fördergelder wird es auch wieder für die neuen geben!!!
        die Opferrolle ist also begrenzt! 🙂

        • mike

          Walter.
          Weil dus als einziger in diesem Vorum nicht kapieren willst.
          Es gibt keine Fördergelder für Erntemaschinen . Nicht vom Land und nicht von der EU. Deshalb gibts für di überhaubt keinen Grund die auzuregn.

          • walter

            im Vorum? 🙂 Franz bist du es? 🙂
            Fördergelder bekommen die für fast alles, wieso ausgerechnet für Erntemaschinen nicht? das beweis mir erst mal!

            • roadrunner

              Walter. Du versprühst Gift, ungeheuer viel Gift. Ohne Wissen und mit vielen Vermutungen trägst du zum Verruf eines gesamten Berufsbildes bei. Sag mal Walter, welcher ist denn dein Beruf? Ich bin mir sicher, es lässt sich auch dort etwas Begatives finden..

            • walter

              etwas Begatives? heute vertippst du dich aber oft!! 🙂

            • mike

              Du musst dich einfach nur besser informieren ! ( Amt für Maschinen ) Es gibt bei Obstbauern keine Förderungen für Erntemaschinen .!!! Auch nicht für irgendeine andere Maschine. Und erkläre du mir den Ausdruck “ für fast alles “ in Zusammenhang mit Förderungen. Bin gespannt auf deine Antwort.

            • roadrunner

              Wow, was für eine Leistung!
              Außer, dass du meinen Tippfehler entdeckt hast, fällt dir nichts mehr ein? Eigentlich hatte ich mir auch nicht mehr erwartet ….

            • mike

              Walter ich warte immer noch auf deine Antwort auf meine Frage .

        • klaus

          Ach armer armer Walter,bei Dir fehlts einfach bei Allem:bei Deinem Wissen Deiner Intelligenz Deinem Feingefühl usw.
          Zuerst informieren dann schreiben!
          Ganz einfach Du tust mir leid!

      • burgele

        olle hobn gwisst wos sie tean!!! schnäppchenjäger mit restrisiko!!!

    • Einereiner

      Na ja, das glaub ich jetzt mal nicht so ganz. Der einzelne Kunde (Bauer) kann nicht erkennen, dass die Maschinen der Firma Patentrechte verletzen und somit hat er die Maschine in guten Glauben gekauft. Somit dürfte ihm strafrechtlich sowieso nichts passieren. Ansonsten könnte ja jeder Samsung Galaxy-Kunde Angst haben müssen belangt zu werden. Etwas anderes ist es, wenn man eine offensichtlich gefälschte Prada-Tasche kauft.
      Auch die Beschlagnahmung der Maschine würde ich mir nicht gefallen lassen und rechtlich dagegen vorgehen. Einzig die slowenische Firma hat Rechtsbruch begannen und muss dafür zahlen.
      Aber damit man nicht mit den ganzen italienischen System streiten muss, würde ich als Kunde jetzt die Maschine ganz schnell irgendwo verstecken!

      • Mark P.

        So einfach wirds wohl nicht werden. Wenn man im guten Glauben eine Hehlerware jauft muss man diese auch zurückgeben wenn man erwischt wird. Wie auc immer:sollte Windegger vor Gericht Recht kriegen ist der Anschaffungspreis auf alle Fälle weg und das dürfte Schaden genug sein.

      • Patrick

        Spätestens beim verstecken könnte man sich strafrechtlich belangbar machen. Sonst wird es strafrechtlich nicht viel geben, ich würde mir aber eher Sorgen um den Schaden machen. Werden die Maschinen enteignet und zerstört wird der Hersteller haften müssen, ob es bei ihm etwas zu holen gibt nachdem die südtiroler Firma Schadensersatz eingefordert hat?

        • Einereiner

          Ich darf meine Maschinen lagern wo ich will und bevor sie mir meine Maschinen zerstören würde ich Rekurs einlegen und Windegger belangen. Windegger soll sich den Schaden bei den Slowaken holen und nicht die Bauern schädigen.
          Dieser Schachzug könnte für Windegger auch stark nach hinten losgehen!

          • Patrick

            Windegger wofür belangen? Sein Recht ausgeübt zu haben? Das wird wohl nicht gehen können oder?
            Den Schaden wird sich Windegger, wenn überhaupt, nur bei den Slowaken holen können, genau so wie die Bauern, nur weil diese für ihre Geräte bezahlt haben heißt das noch lange nicht, dass sie gestohlenes geistiges Eigentum weiter nutzen können.

            • Einereiner

              @Patrick
              Der Begriff „gestohlenes geistiges Eigentum“ passt hier auch nicht ganz. Die Slowaken haben geistiges Eigentum gestohlen, aber die Bauern nicht. Konnten sie ahnen, dass die Slowaken Patente verletzen?
              In Deutschland darfst du mit einem gestohlenen Auto weiterfahren wenn es offensichtlich ist, dass du beim Kauf nicht ahnen konntest, dass es gestohlen ist.
              Windegger soll sich den Schaden bei den Slowaken holen und die Bauern in Ruhe lassen. Ich würde sie sonst wegen Diebstahl anzeigen und dann schauen wir mal weiter wer am Ende gewinnt. Spätestens vor dem EU-Gericht bekommen die Bauern Recht!

            • roadrunner

              @Einereiner
              Was du schreibst, stimmt nicht. Wenn sich herausstellt, dass das Auto gestohlen ist, wird es sofort beschlagnahmt- auch in Deutschland.
              Das selbe gilt auch bei Lizenzen, ist das selbe Prinzip. Man muss sich als Käufer vergewissern, dass das erworbene Gut den patent- und lizenzrechtlichen Bestimmungen entspricht, wer das nicht tut, hat fahrlässig gehandelt, so zumindest sieht es das Gesetz und daher rührt auch das Sprichwort „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht“.
              Erhält der Hersteller recht, werden die Maschinen zerstört, plus kann er Schadensersatzansprüche gegen den Bauern erheben. Wird aber nicht in seinem Interesse sein, vielmehr denen eine Maschine zu „besonderen“ Konditionen zu erwerben …

            • roadrunner

              .. zu verkaufen…

            • Patrick

              „In Deutschland darfst du mit einem gestohlenen Auto weiterfahren wenn es offensichtlich ist, dass du beim Kauf nicht ahnen konntest, dass es gestohlen ist.“
              Hahaha wo hast du das den her? Aus der Bild Zeitung oder gibt es ein Gesetz dazu?
              In Italien gilt das Gesetz 273/2002, bitte durchlesen und dann weiter reden.

    • tom

      Oder zerlegen und die Teile verstreuen. Sollen sie sie doch sich zusammensuchen. Wenn das mehrere machen würden, würde das die Prozedur erheblich verzögern

    • goggile

      mechti segn wer freiwillig an gekates geràt zruggib. konn jo do bauer nit wissen dasses nachproduziertes war!!

      • Mark P.

        Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.

        • Einereiner

          @Mark P.
          dieser Standardspruch ist hier nicht angebracht. Der Kunde kann nicht wissen, dass die Herstellerfirma ein Patent verletzt. Oft gib es auch konkurrierende Patente von Konkurrenten (z.B. Apple und Samsung). Soll sich der Kunde etwa da auskennen müssen? Nein.
          Es ist erstens keine Hehlerware und zweitens auch keine Fälschung.
          Ich bin kein Obstbauer aber hier ist meiner Meinung nach der Bauernbund gefragt um die Käufer dieser Maschinen zu schützen.

          • Mark P.

            Der Standardspruch ist sehr wohl angebracht. Alles andere ist naiv. Ist für die wirklich unwissenden Leute zwar schade…aber wenig dran zu rütteln wenn es die Gerichte so bestimmen.

            • Andreas

              Ich würde auch sagen es hängt davon ab ob sie unter Windeggermaschinen oder einem komplett anderen Namen verkauft wurden.
              Der Vergleich mit den Smartphones ist treffend.

    • Politikverdrossener

      Fazit ist: die Maschinen sind einfach zu teuer,aber die Bauern haben ja Geld genug…

    • Politikverdrossener

      Und wenn sie für einen Hungerlohn 7 (sieben) Euro die Stunde für einen Erntehelfer ausgeben,dann muss eben auch anderswo gespart werden.

    • Peter.g

      Da springt sicher die öffentliche Hand ein. Die Politik ist doch sprichwörtlich eine Hure und wird es finanziell schon richten. Ist ja das Geld des Steuerzahlers.

    • mike

      Wenn die Bauern tatsächlich die Maschine wieder zurückgeben müssen ist dies sicher ein ganz schwer zu verkraftender finanzieller Schaden für den Betrieb . Eine Erntemaschine kostet immerhin ca. 50.000 Euro und muss meist auf Jahre abgestottert werden !. Und für alle Besserwisser gibts für einen Kauf solcher Erntemaschinen keine Cent Beitrag !! Auch nicht von der EU. Also sind keine Steuergelder futsch !!

    • Franz I

      Als „Patentinhaber“ -also Entwickler- der Erntemaschine sind sicher mehrere 100.000€ draufgegangen, die müssen in den Verkaufspreis eingerechnet werden.
      Als „Plagiat“ Nachbauer der Maschine hat der irgendwo die Pläne gefunden, also keine Entwicklungskosten und zudem noch möglicherweise mit minderwertigen Materialien gebaut.

    • jonny cash

      Hoffentlich haben sie nur die maschine nachgebaut, und nicht die apfelproduktion kopiert…denn giftaepfel gibt es schon genug in europa…

    • Erich

      Patentrechte gehören geschützt, schließlich hat der Erfinder viel investiert und bezahlt jährlich viel für die erhaltung. In Deutschland wird ein Betrieb der Patentrechte verletzt sofort geschlossen, in Italien geht das leider nur im Schneckentempo.

      • Einereiner

        @Erich
        dass in Deutschland Betriebe sofort geschlossen werden wenn sie ein Patentrecht verletzen ist wohl eine Wunschvorstellung von dir.
        In der Realität gibt es langwierige Patentstreitigkeiten, wenn die aus sind, gehts dann schnell. Und dort kann man nur wirklich „patentfähige“ Neuerungen patentieren, es wird nämlich vor der Anmeldung von Prüfern geprüft.
        In Italien ist es viel laxer und gefährlicher. Hier kann man alles mögliche patentieren und erst bei einem Prozess wird geprüft, ob es patentfähig ist.
        Wahrscheinlich sind die Maschinen von Windegger in Deutschland (oder generell ausserhalb Italiens) gar nicht patentierbar und die Slovaken haben nichts zu befürchten.

        • Andreas

          Patentierbar werden sie schon sein, es kostet aber eine Stange Geld sie international zu patentieren.
          Man versteht aber bei dem Artikel nicht ob sie als Windeggermaschinen verkauft wurden oder unter einem anderen Namen und Patente verletzt wurden, was ein wesentlicher Unterschied wäre, aber einige scheinen hier mehr zu wissen und die Fòrdergelder für die Maschinen zu kennen.

    • Ando73

      Da haben die Behörden wohl geschlafen, die Maschinen werden ja in der Slowakei gebaut und müssen hier her transportiert werden ?
      Die waren sicher damit beschäftigt irgend welche Kiffer zu filzen oder Kanister mit billigem Sprit aus Österreich.
      Die Behörden schlafen und jetzt sollen die Bauern dafür grade stehen !!!

    • bobo11

      das weis man schon seit Jahren, desshalb tut mir auch keiner leid…

    • leser

      Wos soll des geplerre dass di bauern koa schuld hom?
      wennse schun 50.000 euro ausgebn nor wernse sicher net es erstbeste kafn wos se segn sondern mehrere produkte mitanonder vergleichen. und wenn nor zwoa produkte exakt gleich ausschaugn (sogor es design homse kopiert) ober oans lei di hälfte koschtet, nor konnsch foscht sicher sein dass eppas faul isch…

    • Jennifer

      Die „slowakische Firma“ hat vermutlich Wurzeln in Südtirol oder Deutschland. Das braucht schon einiges an Know How so eine Maschiene zu bauen.
      Weiss jemand wo die Windegger Geräte gebaut werden?

    • bergbauer

      Wahrscheinlich waren die Maschinen ein Schnäppchen und die
      Gier der Menschen hat voll zugeschlagen.
      Der Kontstruktuer der Originalmaschine hat viel Zeit und Geld in seine
      Entwicklung gesteckt, die er auch durch den Verkauf wieder zurückhaben will.
      Es ist nur mehr recht und billig dass diese Maschinen verschrottet werden.
      Die vermeintlich betrogenen Bauern können ja in die Slowakei fahren und Ihre
      Ansprüche geltend machen.
      Ich möchte das Geschrei der Wein- und Obstbauern hören, wenn Slowaken Südtiroler Obst oder Wein einfach durch Ihre Etiketten ersetzen würden, und um den halben Preis verkaufen würden.

      • Jennifer

        „Ich möchte das Geschrei der Wein- und Obstbauern hören, wenn Slowaken Südtiroler Obst oder Wein einfach durch Ihre Etiketten ersetzen würden, und um den halben Preis verkaufen würden“.
        Könnten Sie das bitte genauer erklären? Das versteh ich nicht

    • Walter Frei

      Sicher handelt es sich hier um einen Nachbau,das Patentrecht ist ein schwieriges und kostspieliges Kapitel,aber eine Beschlagnahme erscheint mir etwas zu voreilig.

    • Johann

      Den Verkauf ,bzw. den Vertrieb , wird sicher ein Trientner Händler oder Vertreter gemacht haben – glaube kaum , wenn keine Assistenz vor Ort in der Umgebung ist, das jemand gekauft hätte ,
      oder was meint ihr dazu –

    • Walter Frei

      Für Alle die das Thema „Patente“ interessiert,hier eine kleine empfehlenswerte Lektüre:“Deutscher Patentschutz für 40€“ zu finden im Internet.

    • kanada

      geat nou mear werbung für an so an plunder

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