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Die Schüttelkrankheit

Die Schüttelkrankheit

In Südtirol leiden rund 2.000 Menschen an Parkinson. Die Wartezeiten für Visiten im Krankenhaus seien allerdings nicht zumutbar, kritisiert die „Südtiroler Gesellschaft für Parkinson”.

Parkinson – eine Krankheit, die vielen
 deshalb ein Begriff ist,
weil zahlreiche berühmte Persönlichkeit daran leiden: vom ehemaligen Boxweltmeister Muham
mad Ali, bis hin zu Papst Johannes Paul ll. und un
serem Altbischof Karl Golser. Parkinson, auch Schüttelkrankheit genannt, ist eine langsam fortschreitende Hirnerkrankung, die zu den häufigsten chronischen neurologischen Leiden gehört. Dabei sterben Nervenzellen in bestimmten Hirnarealen ab, die Bewegungsstörungen verursachen, wie beispielsweise das Zittern an einer Hand oder am Kopf. Auch die Muskelstarre, oft mit entsprechend starrer Mimik im Gesicht, ruckartige Bewegungen und ein schlürfender Gang sind Zeichen für Parkinson.

Alessandra Zedron

Alessandra Zedron

„Die Krankheit kann bis zur Unbeweglichkeit fortschreiten und hat oft den Rückzug der Betroffenen aus dem sozialen Leben als Folge“, weiß Alessandra Zendron, Präsidentin der „Südtiroler Gesellschaft für Parkinson und verwandte Erkrankungen“. In Südtirol leiden derzeit rund 2.000 Menschen über 55 Jahren an Parkinson – Tendenz steigend.

Vor Kurzem hielt die Gesellschaft für Parkinson ihre jährliche Klausurtagung ab. Über das Jahr 2012 konnte dabei nur eine gute Bilanz gezogen werden: Die Gesellschaft ist auf über 420 Mitglieder angewachsen: Zu den bereits bestehenden sieben Selbsthilfegruppen ist eine neue Gruppe in Schlanders dazugekommen.

Besondere Sorgen bereitete den Anwesenden die finanzielle Lage der Vereinigung. Da die öffentlichen Zuschüsse vonseiten des Landes gekürzt werden, stellt sich die Frage, ob die verschiedenen Tätigkeiten der Vereinigung weiterhin alle garantiert werden können. Besonders die Angebote an rehabilitativen und Begleittherapien in den Selbsthilfegruppen sind für die Betroffenen wichtig, da sie mit dazu beitragen, die Selbständigkeit und damit die Lebensqualität solange als möglich zu erhalten.

Bedauert und kritisiert wurden die langen Wartezeiten in der Parkinson-Ambulanz Bozen, die – obwohl 1.500 Patienten dort in Behandlung sind – nur mit zwei Neurologen an drei Tagen in der Woche besetzt ist. Selbst bei akuter Verschlechterung des Gesundheitszustandes gibt es zurzeit keine Hoffnung auf einen kurzfristigen Termin beim behandelnden Facharzt.

 

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